Arbeitslosigkeit im März um 10,3 Prozent über Vorjahr

02.04.2013 | 13:11 |   (DiePresse.com)

Das lange anhaltende Winterwetter verzögert den Beginn der Bausaison. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen in Österreich bei 366.277.

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Die Arbeitslosigkeit ist im März in Österreich wegen des langen Winters und des damit verbundenen Stillstandes in der Baubranche im Vergleich zum selben Monat im Vorjahr auf 366277 Menschen ohne Job gestiegen. Davon waren 76232 Schulungsteilnehmer beim AMS, ein Plus von 11,4 Prozent oder 7794 Personen. Arbeitslos ohne Schulung waren 290.045 Österreicher - um 26.271 Personen mehr als im März 2012. Insgesamt stieg die Zahl der Menschen ohne Job um 10,3 Prozent - nach EU-Berechnungsmethode entspricht dies einer Quote von 4,8 Prozent, nach heimischer Methode 7,7 Prozent.

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Trotz dieser schwachen Werte ist Österreich laut Sozialministerium damit sei 23 Monaten in Folge das Land mit der geringsten Arbeitslosigkeit in der Eurozone.

Langer Winter hat Folgen

Am Bau zeigt sich die negative realwirtschaftliche Auswirkung der heuer lange anhaltenden kalten Jahreszeit: Die Arbeitslosigkeit bei Männern ist im Vergleich zum März 2012 insgesamt nun um 14,1 Prozent höher gelegen; bei den Frauen waren jetzt "nur" um 4,2 Prozent mehr ohne Job.

Rein am Bau explodierte die Zahl der Arbeitslosen um 27,2 Prozent oder knapp 10.000 Menschen auf 44.520 Arbeiter ohne Arbeitsstelle. Laut Sozialministerium leiden aber auch die Landwirtschaft, Teile des Tourismus und der Gastronomie und der Gartenbau unter der Witterung heuer.

EU-weite Arbeitslosigkeit bei 12 Prozent

Trotz des Winterwetters ist die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahresmonat um 22.000 Menschen gestiegen. Damit waren 3,36 Millionen Österreicher erwerbstätig. Zudem haben laut SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer 60.000 derzeit Arbeitslose - "mehr als 20 Prozent aller Arbeitslosen" - eine Jobzusage und würden die Arbeit in den kommenden Tagen und Wochen antreten.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Februar dieses Jahres auf ihrem Höchstwert von zwölf Prozent geblieben. Das ist genauso hoch wie im Jänner 2013. In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht - im Jänner waren es 10,8 Prozent. Österreich verzeichnete im Februar mit 4,8 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenrate. Den schlechtesten Wert verzeichnete Griechenland mit 26,4 Prozent vor Spanien (26,3 Prozent).

Mitterlehner betont Relevanz der VP-Wohnbaupläne

Indes wertete VP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner die Wohnbaupläne der ÖVP auch als Mittel gegen die steigende Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft. "Wir brauchen dringend Impulse was den Wohnungsbau anbelangt", so der Wirtschaftsminister. Aus VP-Sicht sollen die Pensionskassen mehr Geld in den Wohnbau investieren dürfen, um das Wohnungsangebot zu erhöhen.

Der ÖGB wiederum brachte in einer Aussendung erneut das Thema der 300 Millionen Überstunden aufs Tapet, die von den Österreichern jährlich geleistet würden. "Wenn keine Überstunden mehr gemacht werden, würden 180.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen", rechnete Bernhard Achitz, Leitender ÖGB-Sekretär, vor. Er schlug die Abgabe von einem Euro pro Überstunde vor, den die Arbeitgeber zu bezahlen hätten. Das Geld solle zur Hälfte in die Gesundheitspolitik fließen, zur Hälfte in eine "aktive Arbeitsmarktpolitik".

IV kritisiert Gewerkschafts-Forderungen

"Auch nur um 10 Millionen Stunden zu reduzieren, brächte schon etwas", sagte Hundstorfer erst kürzlich. Er wolle bis zu den Wahlen jedenfalls "Richtung machen" bei diesem Thema. Weiters setze er große Hoffnungen "vor allem in Weiterbildung und auch Umschulungen".

Die Industriellenvereinigung konterte umgehend: "Anstatt Rahmenbedingungen zu schaffen, die Unternehmen im Anlassfall ermöglichen, flexibel und unbürokratisch auf Auslastungsschwankungen reagieren zu können, zielen die ÖGB-Forderungen primär auf weitere Lohnnebenkostensteigerungen und damit auf die Verteuerung der Arbeit ab, wirken also quasi als 'Flexibilitätssteuer'", sagte IV-Generalsekretär Christpoh Neumayer.

(APA)

 
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80 Kommentare
 
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Weinknecht59
03.04.2013 13:27
4

Deppenkurse 76.232 in Schulungen

Der Großteil der AMS Schulungen sind reine Deppenkurse. Wie bewerbe ich mich richtig. Jobcoaching, Job finding, Aktivierungsmaßnahme, Gruppencoaching. Es ist keine Seltenheit, das in diesen Deppenkursen sogar Akademiker zum Xten mal im gleichen Kurs: Wie bewerbe ich mich richtig landen. Wann tritt diese neolieberalistische Ausbeuterregierung endlich zurück??? Frage: Wenn 400000 Menschen einen Job suchen, und seit Ende der 90 er Jahre rund 20000 freie Jobs angeboten werden. Hilft dann der Deppenkurs: Wie bewerbe ich mich richtig????

Papa Naci XVI.
03.04.2013 11:21
0

Zum Winterwetter im April

sagt Michael Tintifax:
"Gott will es !"

grant
03.04.2013 09:27
0

Warum??

Hackeln sie wie die Wil..., pardon, Besessenen am neuen Hauptbahnhof den ganzen Winter durch?

Wollen die Roten noch vor der Wahl tausend Wohnungen an Rot-Afine Armutsmigranten vergeben?

Füchslein
03.04.2013 07:29
0

Man staune

Letzten Herbst wurde in unserer Nähe der Keller für 5 Häuser ausgehoben. Man wunderte sich, dass die im November noch mit dieser Arbeit beginnen. Aber noch mehr wunderte man sich, dass dort den ganzen Winter durchgearbeitet wurde. Derzeit werden die Dächer gedeckt.

Krash
03.04.2013 00:42
4

Na ja, Arbeit gibt's genug!

Ich jedenfalls hatte noch nie so viele Anfragen für einen kleinen Pfusch wie derzeit. Liegt vielleicht daran, weil jede Weichflöte heutzutage schon einen Magister hat und keiner mehr 'ne Zange angreifen will. ;-))

news2
02.04.2013 23:00
0

lgisch; durch den laufenden SPÖ sozialabbau bei den asvg pensionen u hacklern werden zig tausende jüngere vom arbeitsmarkt in die arbeitslosigkeit verdrängt; die vielen jungen u älteren asvgler sind daher die opfer dieser SPÖ sozialabbaupolitik.


Zenius
02.04.2013 19:24
10

Don't worry!

Für dauerhafte Massenproteste braucht es als Faustregel ca. 15% Arbeitslose. Da werden die Lämmer nervös.
Gewalttätige Ausschreitungen kommen dann bei ca. 20%-25%. (Siehe GR oder Spanien.)
Wir haben daher noch etwas Luft hierzulande.

Michi_Austria
02.04.2013 19:05
7

Einen wunderschönen Guten Tag

Auch gerade von der Arbeit heimgekommen? Etwas müde? Dann lehen Sie sich zurück! Trinken Sie gemütlich eine Tassee Kaffee und informieren auch Sie sich über die neuessten, großteils positive Entwicklung die Werner Faymann für uns ermöglicht hat.

Er (Anmerkung Faymann), ist nicht nur der Best bekleidete World-Leader, sondern auch der Beste Kanzler für Dich und mich.

Verzweiflung macht sich erst gar nicht breit. Wer keine Arbeit hat, wird sozial betreut. Wobei....

eir haben im Prinzip Vollbeschäftigung! Nur Dank der EU konnte eine wirkliche Arbeitslosenkriese verhindert werden. Denn, nur die EU sichert unsere Arbeitsplätze und den Wohlstand. Hätten wir die Friedensbringende EU nicht, so hätten wir heute Krieg und Arbeitslosigkeit pur!

Aber glücklich wie wir sind, sind wir in der EU und haben dadurch Wohlstand und quasi eine Vollbeschäftigung! EU und Faymann - ein Gutes Gefühl, jeden Tag.

Antworten Sichel vom Adler
02.04.2013 19:44
4

Re: Einen wunderschönen Guten Tag

fast schon geniale parodie...

grant
02.04.2013 17:53
8

Sind da

die ca. 300 Neidermayer Mitarbeiter schon dabei?

Vielleich findet sich ein türkischer Investor!

Antworten enzo
02.04.2013 19:42
2

Re: Sind da

Die kaufen doch nur Produktionsbetriebe ,siehe Grundig .

openMinded
02.04.2013 17:29
2

Und das ist eine neue Erkenntnis bei der Austeritätspolitik?


keyplayer
02.04.2013 16:23
4

aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

um profitabler zu sein... endlich mal eine konkrete Zahl zur bekannten Arbeitsweise...

Antworten Franz Weinpolter
02.04.2013 17:13
5

Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Nein, man macht dies eher um zu überleben! Aber das war in der Baubranche schon immer so.

Antworten Antworten enzo
02.04.2013 19:43
0

Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Hallo hat die Krone keinen Platz mehr für Leserbriefe,ach der Dichand schreibt ja nur im eigenen Blattl.

Antworten Antworten sitveniaverbo
02.04.2013 18:53
1

Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Und da es immer schon so war und oesterreichische unternehmen die profiteure sind, ist's korrekt? Oder doch eher geduldeter betrug am steuerzahler?

Antworten Antworten Antworten Ratte
02.04.2013 22:13
0

Re: Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Bitte erst nachdenken und dann versuchen etwas vernünftiges von sich geben...

Antworten Antworten Antworten Woschinski
02.04.2013 19:25
1

Re: Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Warum sollte ein Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, für die er keine Arbeit hat?


Walter2
02.04.2013 15:27
5

Ein interessanter Vergleich:

12% Arbeitslose in der EURO-Zone (17 Länder).
10,9% in der EU (27 Länder)

D.h. aber in dieser gegenüberstellung, die EURO-Länder ziehen den Gesamtdurchschnitt der EU-27 weiter nach unten. Die Nicht-EURO-Länder sind also deutlich besser als die 10,9%.

Dabei sind der EURO-Zone doch nur die (früher) wirtschaftlich stärksten EU-Staaten, welche alle "wirtschaftlichen Vorgaben" eingehalten haben, beigetreten.

Obwohl der Presseartikel darauf keinen Bezug nimmt, ein Vergleichswert, welcher zu denken geben sollte.

superjo1
02.04.2013 15:11
2

In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

Das lange anhaltende Winterwetter ist sicher nicht schuld für diese Arbeitslosigkeit!
Lese gerade die nächste Horrormeldung!
Einem bisher unveröffentlichten Plan des Finanzministeriums zufolge sollen ab Mai deutsche Sparer mit 30% zur Kasse gebeten werden, um die Schuldenkrise in der Eurozone nachhaltig zu lösen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12552-30-sparer-zwangsabgabe-in-deutschland


Antworten berttl
02.04.2013 19:29
0

Re: In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

wie wärs mit einer wette? zB um 30 prozent ihres vermögens? wenn ihre meldung sich bestätigt, dann bekommen sie von mir 30%, wenn nicht bekomme ich 30 % von ihnen?

Antworten sitveniaverbo
02.04.2013 15:53
4

Re: In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

Und da es der hankel schreibt,stimmt's? Der hat auch schon viel nonsens von sich gegeben.

Antworten Walter2
02.04.2013 15:20
4

Re: ab Mai deutsche Sparer mit 30% zur Kasse gebeten werden

Das ist im Jahr 2013, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, noch ein 1.April-Scherz für Deutschland; die stehen auch noch VOR den Wahlen. Bei einer gleichlautenden Meldung im kommenden Jahr, würde ich aber nicht mehr dagegen wetten.

presserII
02.04.2013 15:05
6

Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?


Antworten presserII
02.04.2013 15:05
4

Re: Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?

Vielleicht gar 26.271?!

Antworten Antworten sitveniaverbo
02.04.2013 15:46
4

Re: Re: Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?

Wenn es um bauarbeiter und die zeit von maerz 2012 bis november 2012 ginge,koennten sie recht haben. Aber die arbeiter aus unseren nachbarstaaten haben oesterreich im winter 2012 verlassen. Und die bekommen im gegensatz zu den oesterreichern auch kein geld vom ams.

 
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