Führungsschwäche: Elektrohändler Niedermeyer insolvent

02.04.2013 | 11:00 |   (DiePresse.com)

Das Unternehmen hat 29 Millionen Euro Schulden angehäuft. Fast die Hälfte der 580 Mitarbeiter verliert ihre Jobs, 53 der 98 Filialen werden geschlossen.

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Der Elektrohändler Niedermeyer GmbH ist pleite. Das Wiener Traditionsunternehmen hat beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) heute (Dienstag) mitteilte. "Wir gehen davon aus, dass die Passiva rund 28,8 Millionen Euro betragen", sagte Christoph Vavrik vom KSV zur APA. Den rund 840 Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten.

Von der Insolvenz sind 580 Beschäftigte in 98 Filialen in ganz Österreich betroffen. Laut dem vorgelegten Sanierungsplan sollen 53 der 98 Filialen geschlossen werden, 279 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

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Insolvenz nicht überraschend

Die Niedermeyer-Insolvenz ist auf ein Führungsproblem im Unternehmen zurückzuführen, sagte Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums der Elektrofachhandels, am Dienstag auf Anfrage der APA. Es handle sich um ein Einzelproblem eines Unternehmens, der Branche insgesamt gehe es gut, 2012 sei der Rekord-Umsatz des Jahres 2011 mit 4,7 Milliarden Euro wieder erreicht worden. Die Branche werde sich aber darum bemühen, den betroffenen Lehrlingen einen neuen Betrieb zu vermitteln. Das habe man auch bei der Cosmos-Pleite im Februar 2010 so gemacht.

Niedermeyer machte zuletzt nur mehr 105 Millionen Euro Umsatz bei einem Verlust (EGT) von 2,9 Millionen Euro. 2008 waren es noch 150 Mio. Euro Umsatz. Mit zwei Prozent des Branchenumsatzes ist die Kette trotz ihrer Bekanntheit kein Riesenunternehmen.

Ein Brancheninsider meinte am Dienstag zur APA, die Insolvenz sei nicht überraschend gekommen, da führende Marken, insbesondere bei Fernsehern, bereits seit einiger Zeit nicht mehr im Angebot gewesen seien. Auch seien viele Filialen an schlechten Standorten, die zuletzt vorgestellten Konzepte zur Sanierung seien "merkwürdig" gewesen.

Klarheit für Weiterführung schaffen

"Es ist die größte Wiener Insolvenz dieses Jahres", sagte Vavrik. Österreichweit sei es die zweitgrößte Pleite nach Griffnerhaus in Kärnten. "Wir rechnen damit, dass die Verfahrenseröffnung rasch erfolgen wird."

Grund der Insolvenzanmeldung ist Zahlungsunfähgikeit bzw. Überschuldung. In den Passiva in Höhe von 28,8 Mio. Euro sind laut KSV bereits Kosten für die Filialschließungen enthalten. "Es muss nun rasch Klarheit geschaffen werden, ob das Unternehmen in der Insolvenz tatsächlich längerfristig fortgeführt werden kann und wir werden darauf drängen, dass vom Unternehmen ehestbaldig ein plausibles Fortführungs- und Finanzierungskonzept in Anbetracht des angestrebten Sanierungsplans vorgelegt wird", sagte Vavrik.

Erste Gläubigerversammlung am 17. April

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Georg Freimüller bestellt, die erste Gläubigerversammlung ist für den 17. April 2013 angesetzt, teilte der Kreditschutzverband (KSV) von 1870 am Dienstag in einer Aussendung mit. Die Gläubiger sollen ihre Forderungen bis zum 23. Mai 2013 anmelden. Eine Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 6. Juni anberaumt, die "entscheidende Abstimmungstagsatzung" soll dann am 26. Juni 2013 erfolgen, so der KSV.

(APA)

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180 Kommentare
 
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So ein....

...Unternehmen lebt und stirbt mit der Eigentümerfamilie. Hat sich ohnehin lang gehalten nachdem diese "Kohle gemacht" hat und ausgestiegen ist.

Kein Wunder

Für mich ist es kein Wunder - ich kenne einfach keinen einzigen Grund, warum ich dort hätte etwas kaufen sollen! Es gibt dort nichts, was es nicht beim Hartlauer,beim Saturn oder beim Media Markt mindestens genau so teuer oder billig gibt und die Kompetenz der Verkäufer ist/war auch keine berauschende Erfahrung. Einer, der zu viel da war, ist jetzt vielleicht weg - es tut mir für die Angestellten leid, aber die Konkurrenz ist knallhart in dieser Branche..

Genau so ist es.

Kleiner als Media, teurer als die Geizhals-Tandler, keine Spezialisierung in irgendeine Richtung - war letztendlich absehbar.

Das Problem sind die Besitzverhältnisse

Es ist einfach etwas völlig anderes, wenn ein Besitzer hinter einer Firma steht, der mit Herzblut dabei ist - der sich engagiert und dem auch die Zufriedenheit der Kunden persönlich wichtig ist.

Oder eine anonyme Betreibergesellschaft, die mit möglichst wenig Aufwand Gewinne einstreifen will - ohne jeden Bezug zum Geschäftsfeld selbst.

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Re: Das Problem sind die Besitzverhältnisse

Der seit den Siebzigern in Westeuropa flächendeckende Sozialismus hat mehr oder weniger alle Unternehmer solange mittels Steuern, Abgaben und schleichenden Enteignungen in den Ruin getrieben. Eines der bekanntesten Beispiele waren Rohrmoser, Funder u.A. Jetzt regieren Konzerne und deren "Manager". Das ist ganz im Sinne der Sozis. Denn Manager sind Arbeitnehmer und dem Sozialismus näher als gestandene Unternehmer und daher leicht beeinflussbar.

Re: Re: Der seit den Siebzigern in Westeuropa flächendeckende Sozialismus

Kohl, Merkel, Thatcher, Sarkozy, Schüssel, Berlusconi etc. etc. - alles verkappte Sozialisten ???

Das ist das "lustigste" Argument der Raubtier-Kapitalisten, die Folgen eigener Beutezüge dem (im Grunde schon lange nicht mehr existierenden) Sozialismus in die Schuhe zu schieben ...

jetzt mal ganz unabhängig von der Streitfrage:

und was haben diese "kapitalismusmäßigen" Papiertiger - denn außer Thatcher - umgesetzt?
Ein paar sind korrupt, haben sich und/oder ihre Partei bereichert (das ist aber wie wir gerade in AT alle wissen nicht gerade ein verlässliches Erkennungsmerkmal für Nicht-Rot...) die Wiedervereinigung war auch nicht gerade ein Kapitalisten-Projekt (im Gegenteil die Umwandlung eines ökonomischen und politischen Mega-Konkurses von vorgeblichen realen Sozialisten in einen jahrzehntelangen noch immer andauerndn Ausgleich...)

Und ein gewisser Herr Schröder (ich spare mir die Partei) hat in DE Hartz4 umgesetzt.

Also bitte auf dieser Ebene in Europa keine Gesinnungs- oder Richtungsargumentationen mit Politikernamen, bei deren Richtungstreue und Charaktereigenschaften...
die nur rein optisch wie eine nette Tante von nebenan wirkende Angie vielleicht ausgeschlossen: sei weiß genau was sie will, sagt es uns und den aufgeblasenen Gockeln um sie rundherum aber nicht, und am Schluss passiert es dann meist so...

Wo genau gibt es "Raubtierkapitalismus"?

Leider genau nirgends.

Überall ein quasisozialistischer Einheitsbrei mit grundsätzlicher Absicherung für alle und Bereicherungsmöglichkeit für selbsternannte Eliten.

Natürlich gibt es den klassischen Sozialismus außerhalb Nordkoreas genausowenig.

Offensichtlich ist die derzeitige Politik das, was die Wähler weltweit wünschen.

Re: Re: Das Problem sind die Besitzverhältnisse

Wieso sollten es die Steuern sein? Dann würde es ja allen Unternehmen schlecht gehen. Tut es aber nicht. Manche schwimmen im Geld.
Unternehmen gehen dann pleite, wenn die Kunden sie nicht mehr aufsuchen weil es bessere Alternativen gibt.

wen wundert es...

...bei dem miesen service in den läden.
altbochanes zeugs, reklamationen äußerst langwierig, nicht günstiger als mitbewerb, schlechte kundenbetreuung, schlechte produktauswahl...

das weiß doch jeder, dass die bude seit jahren am abkratzen ist.

WAS IST EIGENTLICH KONKURSVERSCHLEPPUNG?

Re: wen wundert es...

Zumindest HATTE man dort eine Kundenberatung, was bei Saturn etc. jan icht der Fall ist.

Re: wen wundert es...

Hättest du gegoggelt, dann wüsstest du Folgendes:

"Als Insolvenzverschleppung (früher Konkursverschleppung) wird die Nichtantragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bezeichnet."

Re: Re: wen wundert es...

danke, supergscheiti.

das war eine rein rhetorische Frage (rhetorische frage --- bitte googeln, falls sie das nicht kennen...)
tsss...

es ging darum, dass, wenn so viele leute wissen, dass die bude am abkratzen bzw. in enormer schieflage ist MÖGLICHERWEISE eine konkursverschleppung vorliegt...

Re: Re: Re: wen wundert es...

Hättest der Herr Oberlehrer zur "rhetorischen Frage" selbst einmal gegoogelt dann wüsste er, dass seine Frage mit dem Thema "rhetorische Frage" absolut nichts zu tun hat.


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Re: Re: wen wundert es...

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Aber was versteht davon ein Kontrolleur.

das generationending.

eine alte regel lautet:
die erste generation baut etwas auf.
die zweite generation baut es aus.
die dritte generation bringt es durch.

die niedermeyers haben offenbar eine generation übersprungen.

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Re: das generationending.

Es gibt Väter, die mit der Firma verheiratet sind. Das kann nicht jede.Ehefrau überbrücken.

Niedermeyer soll in den Konkurs gehen

KEIN Steuergeld mehr für diesen Gangster!!

Ist der Niedermeyer nicht bei der WKO oder Innung??

Re: Niedermeyer soll in den Konkurs gehen

Ch. Niedermeyer ist Privatier, steht auch im Artikel.
Der Fotohändler Nettig war in der WK.

Irgenwas irgendwann einmal gehört, .....!

Re: Re: Niedermeyer soll in den Konkurs gehen

Danke sehr!

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Man

darf nicht unerwähnt lassen - unter der Führung des "Juniors" wurde aufgrund seiner etwas gelinde gesagt unortodoxen Geschäftspraktiken mit Lieferanten das meiste nur noch gegen Vorauskasse geliefert. Das ist der Todesstoss jedes Unternehmens. Eines der Gründe warum große Ketten insolvent werden ist das sich Lieferanten nicht mehr mit Endloszahlungszielen abfertigen lassen und als kostenlose Kreditgeber missbrauchen lassen.

Re: Man

Nachdem der Junior seit 1999 nichts mehr mit dem Geschäft zu tun hatte, hat er auch nichts mit dem Konkurs zu tun.

Verwunderlich ist eher

dass der Niedermeyer überhaupt so lange überlebt hat. Grindige Filialen, wenig motivierte Mitarbeiter, im Angebot von allem etwas (der Vergleich mit Kaindl ist gar nicht so abwegig), aber insgeamt doch zuwenig. Ähnlich wie seinerzeit der Herlango, und es sit wohl kein Zufall, dass damals nach Herlango-Pleite gerade der Niedermeyer diese Filialen übernommen hat...
In meiner Nachbarschaft befinden sich drei Niedermeyer-Filialen innerhalb von 10 Gehminuten, und ein Hartlauer. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Die Hartlauerfiliale ist hell und sauber, die Mitarbeiter kompetent und freundlich (schon beim zweiten Mal hatten die sich meinen Namen gemerkt), und zumindest im Fotobereich kann der Hartlauer durchaus mit den Fachgeschäften mithalten.

Re: Verwunderlich ist eher

Da sind sie aber noch nie in Tamsweg beim Hartlauer gewesen, dort sind nur Laien umher gestanden. Der Nachteil beim Niedermeyer, daß er gute Verkäufer, die bei ihm gelernt haben, nach der Behaltefrist gekündigt hat, um wieder eine neuen Lehrling zu nehmen, weil billiger, der aber keine Ahnung von dem Geschäft hatte.

Re: Verwunderlich ist eher

na dann passen's auf ihren Hartlauer gut auf, denn diese Ramschbude wird der Nächste sein;))

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Re: Verwunderlich ist eher

Kein Vergleich! Herlango war auf massiven Betrug aufgebaut. Vater und Sohn wurden rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt. Die Filialen waren als Schnäppchen zu haben.

 
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