Alpine: Habau, Swietelsky und Hinteregger im Rennen

27.06.2013 | 15:58 |   (DiePresse.com)

Der Insolvenzverwalter hat für mehrere Regionen in Österreich Auffanglösungen gefunden. 1800 Mitarbeiter können aufatmen.

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1800 Mitarbeiter der insolventen Alpine Bau können schon einmal aufatmen. Bei den angestrebten regionalen Auffanglösungen in den Bundesländern kommen aller Voraussicht nach die oberösterreichische Habau, die ebenfalls oberösterreichische Swietelsky und das Salzburger Bauunternehmen Hinteregger zum Zug. Der entsprechende Antrag sei nun beim Gläubigerausschuss eingegangen, der sich nun mit der Bewilligung befasse, sagte Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband 1870 heute, Donnerstag, Nachmittag.

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Mit weiteren Bundesländern werde verhandelt "und auch da erwarten wir kurzfristig weitere Informationen", kündigte der KSV-Experte an.

4905 Mitarbeiter von Pleite betroffen

Vereinbarungen gibt es den Angaben zufolge bereits mit der Habau Hoch- und Tiefbau GmbH mit Sitz in Perg, die von der Alpine den Straßenbau Ost, den Straßenbau Oberösterreich und den Hochbau Oberösterreich mit geschätzten 820 Mitarbeitern übernehmen soll.

Der Linzer Baukonzern Swietelsky Bau Ges.m.b.H soll Baustellen im Bereich Kärnten sowie in Teilen Oberösterreichs und Salzburgs sowie den Bereich Hochbau Ost mit rund 500 Arbeitnehmern übernehmen.

Die Salzburger G. Hinteregger & Söhne Bau GmbH kommt in der Steiermark zum Zug und übernimmt dort etwa 480 Beschäftigte.

Die Pleite der Alpine Bau GmbH betrifft insgesamt 4905 Mitarbeiter. Inklusive der nicht-insolventen Gesellschaften und Beteiligungen beschäftigt die Alpine-Gruppe in Österreich rund 7500 Mitarbeiter, international sind es etwa 15.000.

"Das ist schon einmal ein erster guter Schritt und eine beachtliche Leistung des Insolvenzverwalters, das in so kurzer Zeit vorverhandelt zu haben", betonte Kantner. "Nun sind die Bauherrn und Auftraggeber am Zug."

Holding musste Konkurs beantragen

Unterdessen wurde bekannt, dass nach der Insolvenz der Alpine Bau GmbH nun auch die Alpine Holding GmbH Konkurs anmelden musste. Die Geschäftsführung der Holding hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass die Eröffnung eines Konkursverfahrens beim Handelsgericht Wien beantragt werde.

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(APA)

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1 Kommentare

Alpine

Die Jubelstimmung in den Medien ist etwas verfrüht und nicht fair gegenüber den Mitarbeitern der Alpine. Nur weil der Mittelstand der österreichischen Bauindustrie einige regionale Baubereiche übernommen hat, sind die Arbeitsplätze noch lange nicht gesichert. In den Argen wurde die Alpine bereits ausgeschlossen, die öffentlichen Auftraggeber müssen die Alpine ausscheiden, da gilt das Bundesvergabegesetz, viele andere Bauherrn machen das bereits ebenso. Die Alpine hat wochenlang kein Angebot abgegeben und die neuen Eigentümer haben kaum Aufträge in den übernommenen Regionen. Die Mischanlagen und Resourcen sind nicht Teil der Uebernahme. Die bisherigen "Platzhirschen" werden ihren Markt verteidigen. Der Preis wird weiter fallen und viele Subunternehmer melden jetzt schon Konkurs an. Warum vor allem die Politik in Jubelstimmung verfällt, ist etwas verfrüht. Viele Mitarbeiter der ehemaligen Alpine werden in den kommenden Wochen auf der Strasse stehen.

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