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Anhaltende Trockenheit lässt Milchpreis steigen

Kuehe auf der Almweide
Bild: www.BilderBox.com 

Bei Bauern, die Kühen auf der Weide halten, gibt es Produktionseinbußen von bis zu 40 Prozent, sagt Rudi Vierbauch, Obmann von Bio Austria.

 (DiePresse.com)

Da die Kühe wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Milch geben, wird der Milchpreis steigen. Die Kärntnermilch in Spittal/Drau verfügt über eine um - verglichen zu üblichen Sommern - fünf Prozent geringere Milchmenge verfügt. Die Milchbauern der Kärntnermilch erhalten laut ORF seit Juli von der Molkerei mit 43 Cent pro Liter um 3,5 Cent mehr als zuletzt. In rund zwei Wochen soll dann der Milchpreis auch im Verkaufsregal steigen - um fünf bis zehn Cent pro Liter, sagte der Chef der Kärntnermilch, Helmut Petschar.

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Die Hitze, aber viel mehr noch die Trockenheit, die sich auf das Futterangebot negativ auswirkt, lässt heimische Milchkühe ihre Produktion zurückfahren. "Die Kärntnermilch verzeichnet derzeit eine um fünf Prozent geringere Milchmenge als in sonstigen Sommern", erklärt Rudi Vierbauch, Obmann von Bio Austria und Vorstandsmitglied der Kärntnermilch mit Sitz in Spittal/Drau. "Kleine Betriebe verzeichnen teilweise Totalausfälle. Bei Größeren gibt es Produktionseinbußen von 25 bis 40 Prozent." Betriebe mit Weidehaltung - meist Biobetriebe - seien besonders betroffen.

"Die Landwirte sind je nach ihrem Betriebsmodell unterschiedlich schwer betroffen", so Vierbauch. "Jene Betriebe, die besonders viel Milch liefern, halten die Kühe in den allermeisten Fällen im Stall. Meist greifen die Bauern dort aktuell - wo auf der Wiese so gut wie nichts wächst - auf die Winterfuttervorräte zurück. Das heißt zwar, dass sich die Trockenperiode bei ihnen derzeit noch nicht stark auf die Produktion auswirkt - aber dann, wenn man sieht, es wird zu wenig Futter für den Winter. Das Problem verschiebt sich zeitlich", erklärt der Obmann von Bio Austria.

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Aber: "Speziell bei den Biobetrieben und Betrieben, die auf der Weide halten", gebe es "locker Produktionseinbußen von 25 bis 40 Prozent". Die Weidekühe würden "zwischen 25 und 45 Prozent der Milch, die sie geben, über das Weidegras produzieren". Wenn es zu wenig Weidegras gibt, wie derzeit recht verbreitet in Österreich, werde entweder zugefüttert, was zu einem Problem wie bei den Stallhaltern führe, oder die Kühe würden früher "trockengestellt". Normalerweise sind dafür, bevor die Kuh kalbt, zwei Monate vorgesehen. "Diese Phase wird aktuell um bis zu sechs Wochen erweitert, weil die Milchproduktion mit dem schlechten Futterangebot ohnehin stark runtergeht", erklärt der Experte. Normalerweise gebe eine Weidekuh zwischen 20 und 25 Liter Milch pro Tag, derzeit nur mehr 10 bis 15 Liter.

Insgesamt seien die Schwierigkeiten aber "nicht über einen Kamm scherbar", weil die Betriebe so unterschiedlich seien, wie die Landwirtschaft an sich. "Einer auf der Sonnseite hat vielleicht 100 Prozent Ausfall, einer gar nicht weit weg im Tal vielleicht nur 30 Prozent. Von bis ist aber alles da", so Vierbauch.

Für die Molkereien sei die Situation schwierig, "weil gerade in der Sommerzeit tendenziell eher weniger Milch geliefert wird und es jetzt noch einmal eine Mindermenge gibt - dann hat die Molkerei auch mit größer werdenden Problemen zu kämpfen.

(APA)

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29 Kommentare
 
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Diese Wetterlage eignet sich bestens noch mehr Subventionen zu fordern

Zuerst Hochwasser dann Dürreperiode, und immer steigt der Milchpreis. In Deutschland kostet die Milch 55 Cent der Liter, in Österreich 1 Euro. Warum der Unterschied? Leider liegt die ganze Branche von der Milcherzeugung bis zum Absatz zu 95% in der Hand der "Giebelkreuzer". Da lasst sich dann auch ganz schön der Milchpreis diktieren, siehe auch "Schwarzbuch Raiffeisen".
Interessant ist auch das Bauern um 3,5 Cent mehr bekommen, und im Verkaufregal wird die Milch um 5 bis 10 Cent teurer.

Bitte jedoch nicht damit argumentieren das unsere Milcherzeugung biologisch erfolgen würde, und die deutsche Milch industriell hergestellt wird

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Na so was

Auf den Almen gibt es seit Jahrzehnten keine Hochleistungs Milchkühe die würden auch bei idealer Wetterlage verhungern.
Na da wird eben die durchschnittliche Nutzungsdauer der Milchkuh von 3.78 Jahren sinken
Dr. Christa Egger-Danner, ZuchtData, referierte im Rahmen der Wintertagung in Aigen/Ennstal zum Thema "Leistungsgrenzen beim Rind in Abhängigkeit von Züchtung und Management".
http://www.zar.at/article/articleview/58033/1/5

Natürlich haben es unser Doktordiplomlandwirte nicht so gut wie die Bauern in Spanien!

In Spanien, wo es nie über 30 Grad hat und wo es jeden Tag um Punkt 14 Uhr regnet! Auch Samstags, Sonntags und Feiertags.
Entgegen dem österreichischen Bauern, der sich mit Hitze und so Zeugs herumschlagen muss, haben die Spanier es im Sommer immer recht nett kühl.
Weidl es dorten immer so schön regnet und so saukaltim Sommer isch, fahren wir ja alle dorten hin!
Ich hoffe die Imker und Kürbiskernbauern bekommen eine Milliardenförderung, denn die sind soooo wichtig!
Und den Almbauern im Burgenland, denen gehörtauch geholfen. Die haben nicht einmal einen Berg!!!!!!

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Re: Natürlich haben es unser Doktordiplomlandwirte nicht so gut wie die Bauern in Spanien!

Herrlich, danke!

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Ach was,

und bis vor kurzem konnte man von gewaltigen Milchüberschüssen lesen, die die Preise in den Keller rasseln lassen...

milch ist ohnehin ungesund...

durch verarbeitung (hitzebehandlung etc) sind darin kaum nennenswerte vitamine, spurenelemente oder anderen nährstoffe enthalten.
stattdessen wachstumshormone die für kälber - nicht aber für menschen geschweige denn erwachsenen sind und im verdacht stehen zu krankheit und tod zu führen.

vielleicht sollten sich die bauern doch auf neue produkte konzentrieren?!

dann könnte auch die unnötige milch-förderung entfallen. denn der schmäh mit dem futter kann wohl nicht für milchkühe gelten, die bekanntlich - aufgrund ihrer unnatürlich hohen milchleistung - nicht mit konventionellem grasfutter auskommen sondern importiertes soja fressen müssen...

da stimmt doch was nicht mit dem gejammere.

go...

...vegan!!!

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Trockenheit

Trifft die Bio-Bauern natürlich mehr,den beim Futterzukauf,müssen die Bio-Bauern biologisches erzeugtes Futter kaufen,das aber kaum angeboten wird.Die Futter Verkaeufer wirtschaften meistens konvenziell.

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darf ein biobauer keine kuenstlichen

wasserpumpen verwenden ? wie waers mit windbetriebenen... bonanza zeigt wies geht. auch die auswahl der rasse spielt eine rolle.

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Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

Es geht um fehlendes Futter (=Gras) ... nicht um fehlendes Wasser für die Tiere.

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Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

Heuballen noch leichter beizustellen. 'Naturnah' bedeutet ja nicht unbedingt 'ohne Investitionskosten'.

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Re: Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

Ja toll. Machen die Bauern eh. Und was wird dann im Winter gefüttert?

Und was hat das Heu jetzt mit deinen Wasserpumpen zu tun?

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Re: Re: Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

@Und was hat das Heu jetzt mit deinen Wasserpumpen zu tun?@
IQ wie ein Plastiksackerl !!!!

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Re: Re: Re: Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

Sprich dich aus!

Re: Re: Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

Schon mal was vom Bewässern gehört?
Jeder spanische oder italienische Bauewr kennt das. Sogar die Albanier.
Aber Sie haben Rcht, die haben uns ja alle bei Pisa wiederholt als Trotteln hinter sich gelassen..........

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Re: Re: Re: Re: Re: darf ein biobauer keine kuenstlichen

1.) Wie stellst dir das genau vor in der *aktuellen* Situation? Der Bauer rennt mit der Gießkanne umher, oder was? Weißt, so Bewässerungsanlagen muss man zuerst überhaupt mal errichten!

2.) Dass das mit der Bewässerung in Spanien div. Probleme verursacht, dass dorten tausende illegale Brunnen gebohrt werden ist ihnen bekannt?


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und dass einer,

der über Milch und Kühe redet, "Vierbauch" heißt finde vermutlich wieder mal nur ich lustig.

Re: und dass einer,

und dabei sollen Rinder ja fünf Mägen haben.

traurig dass es immer die trifft,

die am naturverbundensten arbeiten! ich wär ja bereit, mehr für bioprodukte vom kleinen bauern zu zahlen!
biobauern, ich fühl mit euch!

Re: traurig dass es immer die trifft,

Die Hitze trifft alle Milchbauern, nicht nur die Bio-Betriebe.

Mein Nachbar streckt die Ration mittlerweile mit gehäckseltem Stroh.

Füllt zumindest den Magen der Tiere.

Bedauerlicherweise schaut es sowohl auf der Wiese als auch beim Mais schlecht aus.

Das wird für die Schweinebauern noch ein Problem ab Herbst wenn die Silos leer werden.

Und wir sind hier noch aktuell eine Gunstlage (schwere, nasse Lehmböden), ein paar Kilometer weiter (Donau, Schotterböden) wird der Mais bereits eingearbeitet, da fällt die Ernte teilweise komplett aus.

Bei den knappen Margen der letzten Jahre werden die Banken dieses Jahr ihre Einträge in den Grundbüchern wohl gut ausbauen können (oder schlimmeres)


Re: traurig dass es immer die trifft,

Und wären Sie auch bereit, Geld für ein Grammatikbuch auszugeben? Oder für einen VHS-Kurs á la "Keine Angst vor Großbuchstaben"?

Re: traurig dass es immer die trifft,

Als Rosa Hase verstehe ich dein Anliegen!

Re: Re: traurig dass es immer die trifft,

nur zur info: ich bin leider kein biohase, wurde auch in einem jahr großer dürre geboren ;-)

Und trotzdem....

.... steht nicht weniger Biomilch(??) in den Regalen!!! Komisch...

Wahhhhhhhhnsinnnnnn! In Spanien oder Italienoder Griechenland, da gibts ja auch nie Milch!

Weil es da immer so Sommer isch wie bei uns jetzad!
Darum gibt es ja ausch Griechenland keinen Feta, aus Italien keine Mozzarella und aus Spanien keine Mascarpone!
HALLELUJA!!!!!!!!!

Re: Wahhhhhhhhnsinnnnnn! In Spanien oder Italienoder Griechenland, da gibts ja auch nie Milch!

ich kenn nicht viele Biobauern aus den mediterranen Ländern...

 
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