Kosmetik: L'Oreal will Yves-Saint-Laurent-Lizenz

Die Welt von Beauty und Wellness gerät in Bewegung. Die französische PPR Gruppe verkauft die Sparte um 1,15 Mrd. Euro.

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AP (Jean-Pierre Muller)

WIEN (ag/cjd). Schon seit längerem berät der französische Luxuskonzern PPR über die Zukunft seiner Kosmetik-Sparte. Ihr gehören Marken wie Yves Saint Laurent (YSL), Boucheron und Stella McCartney an. Bereits seit Monaten werden Gespräche über die Möglichkeiten der Weiterführung außerhalb der Konzern-Grenzen geführt.

Jetzt hat ein Interessent seine Pläne konkretisiert: Für rund 1,15 Mrd. Euro will der französische Konzern L'Oreal die Kosmetik-Sparte von PPR übernehmen. Dafür erwirbt das französische Unternehmen die langfristigen Lizenz-Rechte zur Produktion von Kosmetika und Parfums unter den Marken YSL, Boucheron und Stella McCartney. Auch die Parfum-Labels Emergildo Zegna und Oscar de la Renta sind Teil des beabsichtigten Verkaufs.


Wenige Wochen vor dem Ziel

Bereits in den nächsten Wochen sollen die Verträge zur Unterschriftsreife ausverhandelt werden. Bei L'Oreal ist man von der Sinnhaftigkeit des Unterfangens überzeugt: „Der vorgeschlagene Vertrag bietet große Möglichkeiten für L'Oreal und seine Luxus-Sparte“, sagte Jean Paul Agon, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

Jean Paul Agon, seit April 2006 an der Spitze des französischen Konzerns, ist für seine aggressive Akquisitionsvorhaben bekannt. Seit Beginn seiner Amtszeit hat das Unternehmen eine Vielzahl an Zukäufen kommuniziert: Sanoflore, Beauty Alliance, PureOlogy, Maly's West sowie Canan und Columbia Beauty Supply. Auch die Übernahme der Body-Shop-Kette geht zu einem guten Teil auf das Betreiben des umtriebigen Managers zurück.


Produktive Ruhelosigkeit

Kritik an seiner Ruhelosigkeit weist Konzernchef Jean Paul Agon aber konsequent zurück: „Nur wenn eine Akquisition strategisch sinnvoll scheint, schlagen wir zu. Alle Möglichkeiten werden bis ins Detail auf ihren strategischen Fit zu L'Oreal geprüft“, so der Topmanager.

Auch auf Verkäuferseite ist man mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden: „Mit dem Verkauf der Lizenzrechte an das weltweit führende Kosmetikunternehmen, geben wir der Marke Yves Saint Laurent die Möglichkeit, ihr vorhandenes Potenzial voll auszuschöpfen“, kommentierte Francois Henri Pinault, Vorsitzender der PPR Gruppe, die geplante Transaktion.

Innerhalb der PPR Gruppe hatte sich YSL Beauté zuletzt nur sehr mäßig entwickelt. Nach Verlusten im Geschäftsjahr 2006 konnte die Sparte zwar im Vorjahr wieder einen Gewinn ausweisen. Immer wieder beklagte der Konzern jedoch die starke Konkurrenz am Markt für Parfums und Schönheitsprodukte.


Aktionäre überzeugt

Die Aktionäre beider Konzerne nahmen die Nachricht über die bevorstehende Übernahme positiv auf. Die Aktie von L'Oreal konnte acht Prozent auf 82,66 Euro zulegen, die Aktie des französische Luxuskonzern PPR sprang um zehn Prozent auf 94,87 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2008)

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