22.11.2009 22:33 | Meine Presse Merkliste0

Iran: Protest von OMV-Aktionären gegen Iran-Geschäfte

13.05.2008 | 18:21 |  THOMAS SEIFERT (Die Presse)

Bei der Hauptversammlung im Austria Center Vienna am Mittwoch droht Tumult. Neben der OMV stehen auch die Schweiz und Deutschland in der Kritik.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Die OMV steht im Kreuzfeuer der Kritik: Im April 2007 unterzeichnete die OMV (31,5 Prozent der Aktien befinden sich im Staats-Eigentum) einen Vertrag mit dem Iran. 22 Mrd. Euro sollten über den Zeitraum von 25 Jahren in der islamischen Republik investiert werden, konkret geht es um die Entwicklung von Erdgasfeldern am persischen Golf.

Für die Mittwoch im Austria Center Vienna stattfindende Hauptversammlung haben eine Reihe von Organisationen Proteste angekündigt: Die Protest-Phalanx reicht von der linken, antideutschen Gruppierung „Cafe Critique“ über die jüdische Loge B'nai B'rith bis hin zur israelnahen Organisation „Réalité EU“ und zur Lobby-Gruppe „Stop the Bomb“. Ihr Slogan: „Keine Geschäfte mit den Mullahs“, gerade Österreich dürfte dem Iran – dessen Präsident Israel mit der Auslöschung droht – bei der Finanzierung seines Nuklearwaffenprogramms nicht zu Diensten sein.

Simone Dinah Hartmann, Sprecherin von „Stop the Bomb“ kündigt an, dass „Aktivisten-Aktionäre bei der Hauptversammlung Fragen in Richtung des Iran-Geschäfts stellen werden“.

Die Protest-Kampagne gegen die OMV läuft schon seit einigen Monaten, zuletzt veranstaltete „Stop the Bomb“ am 3. und 4. Mai eine Konferenz über die „iranische Bedrohung“ an der Universität Wien.

Die Organisation, die sich nach Angaben von Sprecherin Simone Dinah Hartmann, „ausschließlich aus Spendengeldern finanziert“, will die Aktivitäten in Zukunft noch verstärken: „Stop the Bomb“ will Investoren dazu gewinnen, OMV-Aktien „aus Protest“ abzustoßen.


Auch die Schweiz in der Kritik

Neben der OMV stehen auch die Schweiz und Deutschland in der Kritik. Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey hat erst im März in Teheran einen Gasliefervertrag unterzeichnet. Als Reaktion auf die Kritik veröffentlichte die Schweizer Zeitung „Sonntag“ einen Bericht (erschienen im israelischen Energie-Newsletter „EnergiaNews“), wonach Israel selbst Erdöl aus dem Iran importieren würde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

6 Kommentare
Gast: guess123
14.05.2008 12:06
0 0

Die Bombe?

So langsam habe ich das gefühl das dem Iran einfach unterstellt wird das er die Bombe baue obwohl es keine Beweise dafür gibt. Einige hier bei den Kommentaren reden so als wenn der Iran die Bombe schon baue. Das kann man gar nicht wissen. Wenn es nach dem Westen ginge dürften wir noch nicht mal Sateliten in den Orbit schicken!

panda82
14.05.2008 13:17
0 0

Re: Die Bombe?

Selbst wenn der Iran die Bombe haben sollte, haben die Leute und die westliche Staaten nichts zu sagen...

Ist die USA weniger gefahrlicher als der Iran???

Antworten Antworten Gast: Pandajäger
14.05.2008 19:07
0 0

@ panda82

Liebes Pandabärli,

bitte schreibe deine wirren Kommentare im rosa Blatt - danke !

Gast: nava
14.05.2008 11:14
0 0

protest gegen omv wegen iran geschäft

es scheint wie immer dass das geld wichtiger ist als
die moral, aber die europäsche statten werden ihre
bleue wunder erleben wenn die muhllas in einigen jahren
mit dem geld aus dem verkauf von öl ung gas verdient haben die bombe bauen und gegen die ungeläubigen in europa einsetzten, man kann wegen des geldes kruzfriestig die wahrheiten verdrengen und vertuschen, die folgen da von sind für europa aber verherend.

nava

panda82
14.05.2008 10:45
0 0

Es ist schon richtig...

Die "Zahngoldreichen" sollten wirklich keine Geschaefte mit dem Iran machen!!!

hw
14.05.2008 02:19
0 0

naja

wer solls den statt der OMV machen,
wer wäre den im sinne der gegner?


Schlagzeilen Wirtschaft

  • T-Mobile-Chef: "Wir fühlen uns benachteiligt"
    Europaweit ist der Streit um die „Digitale Dividende“ weitgehend entschieden - für die Mobilfunker. Österreich habe darauf schlichtweg vergessen, klagt T-Mobile-Chef Chvatal.
    Zahme Prüfung der OeNB bescherte Hypo Staatshilfe
    Ein Gutachten der Nationalbank aus dem Dezember hielt Gewinne der verlustreichen Bank im heurigen Jahr noch für plausibel. Grundlage dafür ist ein oberflächlicher Bericht der Oesterreichischen Nationalbank.
    Fonds floppten, weil zu wenige Versicherte starben
    Fonds der Deutschen Bank investierten in Lebensversicherungen und warteten auf den Tod der ursprünglichen Versicherungsnehmer. Da zu wenige starben, blieben die Erlöse aus. Der Bank droht nun eine Klage.
  • Bulgarien: Brunch statt Budgetdebatte
    Sofia winkt Budget für 2010 durch, darüber reden wollte im Parlament niemand. Der Haushaltsentwurf geht von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent auf 32,6 Mrd.Euro aus.
    Doch keine Gebühr im Cyberspace
    Der Unabhängige Finanzsenat Linz verneint eine Gebührenpflicht bei der Einigung per E-Mail ohne Ausdruck.
    Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
  • Magna-Chef Wolf will Arbeitskräfte flexibler einsetzen
    Wolf fordert "Work-on-Demand" und die Frühpensionierung von schwer vermittelbaren Arbeitskräften. Die Krise sei eine historische Chance zur Flexibilisierung.
    Subventionswettlauf um Opel gestartet
    EU-Industriekommissar Günter Verheugen kritisiert scharf die Ersteigerung von Arbeitsplätzen. Welche Opel-Standorte werden in Europa überleben dürfen? Klar ist, dass etwa 10.000 Mitarbeiter werden gehen müssen.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen
  • Design-Dildo statt Kabinen-Porno
    Beate Uhse, Europas größter Erotikhändler, klagt über schlechte Geschäfte. Haben Sexshops ausgedient? Mitnichten. Zumindest, solange sie neue Kunden ansprechen. Der Konzern der verstorbenen Primadonna meldete sinkende Umsätze.
    Wirtschaftskrise: Opfer, entschädigt doch die Täter!
    Hochrangige Banker bauen bereits für die nächste Wirtschaftskrise vor. Die Steuerzahler sollten sich besser anschnallen. Sicher ist sicher. Josef Ackermann ist wohl etwas wie der Mann fürs Grobe in der sonst so zurückhaltend agierenden Bankenszene.
    Sinnfrei an der Börse
    Warum der Neueinstieg in Aktien derzeit keinen Sinn ergibt, K+S aber spekulativ trotzdem eine Überlegung wert wäre.