Geld der Bauern landet bei Vereinen

Die AMA-Marketing gibt Millionenbeträge an "nahestehende Vereine", um ihnen zu staatlichen Förderungen zu verhelfen, die ihr selbst verwehrt sind.

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(c) APA/Frank Rumpenhorst

Wien. Gut 17 Millionen Euro im Jahr zahlen Österreichs Landwirte im Schnitt an Pflichtbeiträgen an ihr staatliches Vermarktungsvehikel, AMA-Marketing. 80 Prozent davon steuern Milch- und Fleischbauern bei. Wie diese Mittel verwendet werden, hat sich der Rechnungshof nun genauer angesehen. Die gute Nachricht: Was etwa von Milchbauern einbezahlt wurde, wurde auch für die Bewerbung ihrer Produkte verwendet. Eine vermutete Querfinanzierung zu anderen Produktgruppen war nicht nachweisbar.

Weniger erfreulich ist hingegen die Tatsache, dass die Verwaltungskosten der AMA-Marketing von 2010 bis 2014 um satte 50 Prozent in die Höhe geschnellt sind, obwohl die zu verwaltenden Mittel gleich blieben. Besonders auffällig waren Kostensteigerungen im Bereich der Geschäftsführung.

Zudem nutzte die AMA-Marketing die Beitragsgelder auch, um „nahestehende Vereine“ wie den Verein Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich mit üppigen Spenden auszustatten. In Summe flossen 2,5 Mio. Euro. Zum Teil stellte AMA-Marketing die kompletten Eigenmittel, damit die Vereine Zugriff auf staatliche Förderungen bekamen. Genau hier wird es allerdings heikel. Die AMA-Marketing ist mit vielen dieser Vereine ideell und wirtschaftlich eng verbunden. Als Eigentümerin darf sie jedoch nicht auftreten, da die Vereine sonst nicht mehr förderwürdig wären.

Ob es erlaubt war, diese stattdessen so zu unterstützen, dass sie erst überlebensfähig waren, werde geprüft, so das Landwirtschaftsministerium. AMA-Marketing betont, ein Großteil der Empfehlungen des Rechnungshofes sei bereits umgesetzt. Der Rest werde folgen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2016)

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