Angelobungsjahre sind oft gut für Gold

Der Goldpreis hat heuer rund vier Prozent zugelegt. Neue Präsidenten sind in der Regel positiv für das Edelmetall.

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APA/ROBERT JAEGER

Geschichtliche Bezüge muss man auf den Märkten immer mit ein wenig Skepsis sehen. Aber Gold-Bullen hoffen, dass die Vergangenheit den Weg in die Zukunft weisen kann. Denn die Angelobungsjahre neuer US-Präsidenten sind historisch meistens gut für den Goldpreis gewesen. Bloomberg hat errechnet, dass dieser in den Jahren der Angelobung der vorigen sieben US-Präsidenten im Schnitt um 15 Prozent gestiegen ist.

Nur in zwei Fällen ist der Preis im ersten Jahr eines neuen Präsidenten gefallen: zum Amtsantritt von George Bush senior – und bei Ronald Reagan. In diesem Fall ist der Preis im ersten Jahr (1981) sogar um mehr als 30 Prozent gefallen. Die Situation, die Reagan übernommen hatte, war allerdings extrem. Nach der Loslösung des Dollars vom Goldstandard 1971 war es zu einer großen Inflation gekommen. Der Goldpreis vervielfachte sich bis 1980 mehrmals. Unter Reagan wurden die Zinsen dann dramatisch angehoben, und es kam zu einer Korrektur.

Heuer ist der Goldpreis bereits um rund vier Prozent gestiegen. Dazu hat auch die Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten, Donald Trump, beigetragen. Dieser hat angedroht, das nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu zu verhandeln und den Import von Waren aus China zu verteuern.

„Wir wissen nicht, was aus Trumps Politikideen wird. Alle sind ein bisschen nervös“, sagte der Gold- und Währungsexperte Axel Merk, der Gründer von Merk Investments, zu Bloomberg: „Gold ist relativ unterbewertet und wird nach oben drängen.“

Das erfolgreichste Jahr unter einem neuen Präsidenten erlebte Gold im Jahr 1974, als Gerald Ford das Amt von Richard Nixon übernahm. Damals war die von Nixon ausgelöste Inflation bereits voll im Gang. Gold stieg um 72 Prozent im Jahr 1974. Ein direkter Vergleich zu Trump ist freilich nicht möglich. Inflationssorgen plagen den neuen Präsidenten nicht.

Gold hatte zuletzt sein schlechtestes Quartal in mehr als drei Jahren. Im vergangenen Jahr war der Preis zuerst stark gestiegen – und gegen Ende des Jahres wieder gefallen. Durch den jüngsten Zinsschritt der Fed ging es aber wieder leicht bergauf.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2017)

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