Bill Gates plant Stadt der Zukunft in der Wüste

Der Multimilliardär will in Arizona eine "Smart City" für 180.000 Einwohner bauen, in der sich neue Technologien leichter erproben lassen. Aber die Wahl der Ortes sorgt für Kritik.

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Im Süden der USA gibt es viele Steppen und Wüsten. Ist es smart, dort eine City zu bauen? – Norbert Rief

Die Ebene ist heiß, dürr und staubig. Es gibt zu wenig Trinkwasser, immer wieder kommt es zu Buschbränden. Der Klimawandel macht die Bedingungen von Jahr zu Jahr schlimmer. Ausgerechnet hier, in der Wüste von Arizona, hat eine jüngst gegründete Investmentfirma aus Delaware 100 Quadratkilometer Brachland um 80 Millionen Dollar gekauft. Ein Immobilienentwickler verkündet, auf der Fläche im Gemeindegebiet von Belmont solle eine Stadt der Zukunft entsteht, eine Smart City, mit 180.000 Einwohnern.

Wer steckt hinter der verrückt klingenden Idee? Regionale Medien haben nach einem Blick ins Immobilienregister rasch eine Verbindung zu Bill Gates hergestellt. Der zweitreichste Mensch der Welt soll das Projekt finanzieren – nicht über Microsoft, wo er schon lange nicht mehr das Sagen hat, auch nicht über seine wohltätige Stiftung, sondern über seine Anlagefirma, die sein 88 Milliarden schweres Vermögen verwaltet.

Intelligent, aber wenig nachhaltig

Die „intelligente Stadt“ soll mit eigenen Datenzentren, superschnellem Internet, selbstfahrenden Autos und unabhängiger Logistik die Menschen in die Wüste locken. Fabriken sollen dort neue Fertigungstechniken erproben.

Die Idee dahinter: Neue Technologien lassen sich leichter auf der grünen (oder hier besser: verdorrten) Wiese testen als in einem bereits bestehenden Gemeinwesen mit gewachsenen Strukturen.

Lokale Baufirmen reiben sich schon die Hände, Skeptiker schütteln irritiert den Kopf: Wie soll eine neue Stadt „nachhaltig“ sein, wenn ihre Grünanlagen so viel Wasser schlucken, das anderswo fehlt, und die Klimaanlagen zum Schutz vor der sengenden Hitze so viel Strom verschlingen?

Der 68-jährige Bill Gates selbst hüllt sich zu all dem in Schweigen, auch der Baubeginn steht noch nicht fest. Aber die wilden Fantasien sind schon einmal von der Leine gelassen.

 

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(gau)

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