Telekom-Kursaffäre: Anzeige gegen Ex-Manager

17.08.2011 | 16:07 |   (DiePresse.com)

Der heutige Vorstand habe "mit den Machenschaften der Vergangenheit" nichts zu tun, so der Telekom-Chef. Er trete für lückenlose Aufklärung ein.

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Der Skandal rund um die Kursmanipulation bei der Telekom Austria weitet sich aus. "Ich bin über die Situation schockiert", eröffnete CEO Hannes Ametsreiter am Mittwoch die Halbjahresbilanzpressekonferenz in Wien. Der jetzige Vorstand habe aber "mit den Machenschaften der Vergangenheit", also dem verdächtigen Kurssprung der Telekom-Aktie im Jahr 2004, nichts zu tun, versicherte er. Dass er selber seinen damals als Marketingleiter erhaltenen 92.000 Euro-Bonus auf ein Treuhandkonto eingezahlt habe, sei "kein Schuldeingeständnis".

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Mittlerweile wurde in der Kursaffäre auch eine Anzeige eingebracht. Anzeigen gegen Ex-CEO Heinz Sundt und gegen Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo würden geprüft, bestätigte Ametsreiter. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Schadenersatzklagen

Bei der Kursmanipulation werde man außerdem gegen Vize-Finanzvorstand Gernot Schieszler und Festnetzvorstand Rudolf Fischer sowie den früheren Geschäftskundenleiter Josef Trimmel "die vollen Schadenersatzansprüche" geltend machen, also auf neun Millionen Euro Schadenersatz klagen.

Die Bonuszahlungen von insgesamt neun Millionen Euro an 100 damalige Telekom-Manager will der Konzern offenbar wiederhaben. Eine mögliche Rückforderung der Zahlungen werde noch arbeitsrechtlich geprüft, erläuterte Ametsreiter. Er selber wolle jedenfalls nicht von einem Bonus profitieren, der offenbar unrechtmäßig zustande kam, "das ist eine Frage des Anstands".

Der Rechtsstreit in der Kursaffäre werde nicht lange dauern, glaubt Ametsreiter: "Wir erwarten einen schnellen Prozess, weil die Verantwortlichkeiten eindeutig zuordenbar sind" und verwies auf ein Geständnis eines Mitarbeiters. Außerdem habe sich Gernot Schieszler der Staatsanwaltschaft als Kronzeuge angeboten, dies habe er über die Medien erfahren.

Beteiligung an Ermittlungen gegen Hochegger

In der Causa Valora hat sich die Telekom als Privatbeteiligte den strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Lobbyisten Peter Hochegger angeschlossen, kündigte Ametsreiter zudem an.
Hochegger hatte zwischen 2004 und 2008 der Telekom  für 16 Aufträge 9,06 Millionen Euro in Rechnung gestellt - laut internen Telekom-Untersuchungen ohne erkennbare Gegenleistung.

"Zusammenhänge zwischen der Causa Valora und der Kursmanipulation sind dem internen Untersuchungsbericht der Telekom zu entnehmen, der bei der Staatsanwaltschaft liegt", so Ametsreiter. Weiter wolle er das nicht kommentieren.

Anzeige im Immo-Bereich

Eine weitere Baustelle ist offenbar der Immobilienbereich: Hier habe die Telekom vergangene Woche eine Anzeige gegen einen früheren leitenden Mitarbeiter eingebracht, so Ametsreiter. Nähere Angaben machte der Telekom-Chef dazu noch nicht.

Kursaffäre bei der Telekom
Ein Kurssprung, ausgelöst durch einen einzigen Kaufauftrag über 900.000 Aktien, machte 100 Telekom-Manager im Februar 2004 um 9,2 Mio. Euro reicher. Die FMA fand damals jedoch keine Beweise, dass Telekom-Manager dahintersteckten: Der damalige Euro-Invest-Chef Johann Wanovits hatte beteuert, die Aktien im eigenen Namen gekauft zu haben.

Aufgeflogen ist die Causa im Jahr 2010 im Zuge der Ermittlungen gegen Peter Hochegger. Die Ermittler haben bei einer Razzia eine Rechnung der Euro Invest über 170.000 Euro gefunden. Es dürfte sich um einen Teil der Provision gehandelt haben, die Wanovits für den Aktiendeal erhielt. Dieser nannte schließlich im heurigen Juli seine "Verbindungsmänner" bei der Telekom.

(APA)

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43 Kommentare
 
12
Gast: genug der spindelpartei
18.08.2011 00:29
2

die rauch.. mit dem (de)mens

die Österreicheiche Verdummungs Partei geht auf das nicht ein??? will nicht wissen was da wieder in die eigenen kassen geflossen. sind. volkspartei kann sich dieser haufen nimmer nennen. sind nur mehr s-lecher

Gast: Buagenlond
17.08.2011 18:42
2

wenn man wieder ins Parlament als Nationalratsabgeordnete zurückkehrt......

...ist man dann IMMUN gegen Strafverfolgung???

Gast: Stakeholder
17.08.2011 17:49
0

Ametsreiter (wieso erinnert mich dieser Name nur an Amtsschimmel?) erinnert mich in Wirklichkeit an Strache

Ich habe permaent den Eindruck, er sagt ganz etwas anderes als er sich denkt. Das kommt rüber, sowas kann man nicht verheimlichen. Im Interview zur Mobbing-Affärze neben Schieszler sagt er das ja auch selbst.
Er muss sich verfolgt fühlen.

Peanuts.

Lächerlich.
Unwichtig.
Ein Kavaliersdelikt.

Kann passieren,
wird wieder passieren,
was solls?!

Das sind Spitzenmanager,
das muss man verstehen,
die verdienen bei uns einfach zu wenig.

Gast: Wo sind die Nutzniesser Hocheggers???
17.08.2011 17:15
3

fällt eigentlich NIEMANDEN auf......

...dass sich dem Hochegger KEINE POLIZEI, KEINE JUSTIZ und auch sonst keine Ermittler NÄHER ALS 100 Meter nähern, geschweige einen Haftbefehl erwirken......hat der Hochegger ein Stalking-Verfahren gegen die Exekutive gewonnen???
http://www.meinblog.at/dt/portal/content.php?regionId=0&topicId=4&language=dt&blogTyp=0&favoritenFlag=1&blogId=33573&objectId=0&objectTyp=0

Antworten Gast: oTTo
17.08.2011 17:40
3

Re: fällt eigentlich NIEMANDEN auf......

psssssssst
http://derstandard.at/1297216031096/Zahlungen-an-Politiker-Strasser-soll-100000-Euro-Beraterhonorar-von-Hochegger-kassiert-haben
aber psssssst!

Verleihung Staatspreis PR 2006 v.l.n.r.: Dr. Christoph Bruckner (PRVA-Präsident), Elisabeth Niedermüller (Sonovista), Ing. Martin Bredl (Telekom Austria AG), Mag. Rudolf Fischer (Telekom Austria AG), Mag. Martin Kratky (Hochegger|COM), Mag. Dietmar Trummer (Hochegger|COM), Maria Rauch-Kallat

http://www.bmwfj.gv.at/_photosource/images/image.aspx?dbID=C734A407-78B5-4D44-8FF0-CA764E761BD9

Antworten Antworten Gast: vatermorgana
17.08.2011 17:55
2

Re: Staatspreis PR 2006

womit auch die leistung von mensdorff-pouilly erklärt wäre.....

Antworten Antworten Antworten Gast: oTTo hat schon Winterreifen, beim Unger um 12 Euro billiger!
17.08.2011 18:04
1

Re: Re: Staatspreis PR 2006

aber pssssst!

Gast: g749+
17.08.2011 17:12
2

die ära schüssel

ein einziger korrupter sumpf und er sitzt immer noch unbehelligt im nationalrat

Antworten Gast: vatermorgana
17.08.2011 17:52
1

Re: sitzt unbehelligt im nationalrat

er sitzt da - red nix - liest sei zeitung - und kassiert ab......

England geht gegen Plünderer mit abschreckend hohen Strafen vor

Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen.

Mit dem Scheuch-Urteil wurde bereits eine Messlatte gesetzt. Dieser wurde wegen eines Gespräches über die mögliche Anbahnung zu eineinhalb Jahren verurteilt. Das ist viel, aber es ist in Ordnung wenn es für tatsächlich ausgeführte Verbrechen entsprechend höhere Strafen gibt.

Nach dieser Vorgabe muss es für die bei der Telekom überführten Kriminellen langjährige Haftstrafen geben.

Im übrigen halte ich Ametsreiter für relativ unschuldig.

Re: England geht gegen Plünderer mit abschreckend hohen Strafen vor

nicht böse sein, aber, ein ceo welcher im jahr 2004 bereits einen führungsposten im telekomkonzern innehatte und nun behauptet davon nichts mitbekommen zu haben, obwohl die mitarbeiter in der höheren ebene dies bereits hinter vorgehaltener hand leise ventilierten, ist nicht nur relativ unschuldig.. bin neugierig wann endlich die ersten frustierten geschasselten ex-teklekommitarbeiter aus dem nähkästchen plaudern.

Re: Re: England geht gegen Plünderer mit abschreckend hohen Strafen vor

Vielleicht haben Sie recht mit Ametsreiter.

Falls er wirklich involviert war, gehört er natürlich auch voll zur Verantwortung gezogen.

Derzeit haben die Gerichte anscheinend keine Kapazitäten frei. Man wartet vielleicht auf eine Verjährung.

Antworten Gast: Internationaler Beobachter
17.08.2011 16:48
1

Für Ametsreiter gilt die Unschuldsvermutung

Damit ist er in bester Gesellschaft.
Tatsächlich halte ich ihn für einen schlechten Manager. Millionen Euro Spekulationsverlust (Wechselkurswetten wie beim Elsner) drücken auf die Bilanz und berauben neuerlich die Shareholder.
Richtig wäre gewesen das Geld in Weissrussland in Infrastruktur zu investieren und sich nicht den Spekulanten auszusetzen. Wer heute noch Geld an Spekulanten verliert muss sich ernsthaft die Frage gefallen lassen ob er nicht selbst der unbekannte Profiteur am anderen Ende ist?

Gast: jn
17.08.2011 16:10
2

Rückzahlung ist zu wenig

Die Rückzahlungen müssten m.E. auch den Zinsenverlust der Telekom bzw. den Gewinn, den die Manager mit diesen Zahlungen privat erwirtschaftet haben beinhalten und somit weit höher sein als die tatsächlichen Auszahlungen an sie.

JN

Gast: Internationaler Beobachter
17.08.2011 15:57
0

Ametsreiter verspielt im Moment das Vermögen der Shareholder

Er muss gehen.


Der heutige Vorstand habe aber mit den "Malversationen" von 2004 nichts zu tun, versicherte er. Dass er selber seinen damals als Marketingleiter erhaltenen 92.000 Euro-Bonus auf ein Treuhandkonto eingezahlt habe, sei "kein Schuldeingeständnis".

eh net Herr Ametsreiter, wir glauben jedes Wort, oder doch nicht ?!

Warum die Politik da nicht endlich heingreift, und derarte Zustaände erst gar nicht merh zulässt, wäre wohl die bessere Frage als ob der Typ unschuldig sein will.

Scheinbar hilft es nicht ewig auf die Hypo und Kärnten loszudreschen, wenn doch in den eigenen Reihen selbst solche sehr lange schon sitzen und das Land ausbeuten !

Bin mal gespannt, welche Urteile es da für ALLE verantwortlichen Manager (viele davon auch rot) geben wird ?!


Antworten Gast: Internationaler Beobachter
17.08.2011 16:02
2

Die Telekom verspekuliert neuerlich hunderte Millionen der Shareholder

durch Wechselkursgeschäfte. Der Gewinn liegt durch den Kursverlust in Weissrussland so niedrig. Alleine diese Aktion ist reif für einen Rauswurf. Normalerweise investiert man das Geld in die Infrastruktur in Weissrussland und bilanziert positiv. Nur weil sie sich noch immer Boni sichern wollen oder über Börsenabsprachen das Geld veruntreuen möchten(?, den Kursverlust verdient ja jemand unbekannterweise am anderen Ende ist wie beim Elsner) müssen sie das Geld in Euro abschöpfen. Der Währungskursverlust ist vermutlich genauso mafiös inszeniert wie beim Elsner.

Gast: Rektor Pita Skalydsgi
17.08.2011 14:25
0

Die A1 Telekom denkt immer nur an sich selbst

Sie sollte endlich damit beginnen die Opfer zu entschädigen. Erst dann wird sie glaubwürdig werden.

Gast: 1. Parteiloser
17.08.2011 14:14
4

Jetzt noch die Aufrabeitung der "Schlaffgeschäfte"!

Die Kursmanipulationssache, ein Vorgang mit sehr kleinen Schaden, ist nun eine Angelegenheit von Staatsanwälten (wenn die endlich ins Arbeiten kommen) und von Gerichten (wenn es endlich eine brauchbare Rechtssprechung gibt).

Die Telekom kann sich nun mit der Aufarbeitung der Schlaffgeschäfte auseinandersetzen, wo es vermutlich um eine Schadenshöhe von mehreren 100 Mio. Euro geht. Vermutlich ist da auch eine erhebliche Verfilzung mit dem Parteienapparat im Spiel, welches die Staatsanwälte bei der Arbeit behindert. Das sollte aber die Telekom, und deren Mitarbeiter, nicht davon abhalten für die notwendigen Fakten zu sorgen, dass der Misthaufen Justiz gar nicht mehr anders kann als die Korrupten für immer aus dem Verkehr zu ziehen.

Besonders optimistisch bin ich aber nicht, weil ja auch der Strasser, trotz Albtraumvideo, noch immer nicht einsitzt.

Re: Jetzt noch die Aufrabeitung der "Schlaffgeschäfte"!

das schlaff taus geschäft ist ganz ganz ganz in ordnung gewesen, punktum ende und keine fragen mehr. wo kummerten mia da denn hin.

Antworten Gast: Gerichtskibitz
17.08.2011 16:11
0

Staatsanwalt Mag. Walzi,

der ja generell etwas gegen "Linke" hat, und auch alle Tierschützer und vielleicht schon bald auch die Nichtraucher und Frauen(?) als Terroristen jagt, zählt ja zu seinen Freunden.

TGC - Gefahr im Verzug

Die Globalisierung hat die Korruption 10.000-fach gesteigert.

Analysieren wir das Problem Korruption drängen sich 4 Fakten auf:

1. Korruption ist ein "Doppeltäter"-Delikt. (dH 2 Parteien handeln
zum Schaden einer unsichtbaren Dritten...und die sind WIR)

2. Die Tat ist (je höher die Ebene auf der sie geschieht.) extrem leicht
durchführbar.

3. Aufdeckung und Verfolgung der Tat liegen NICHT im Interesse der Justiz,
der Behörden und vor allem jeglicher Politik, da sich die höhergradigen Täter
aus eben diesen Reihen rekrutieren.

4. Die Summen die aufgewendet werden müssen um diese
Korruptionsnetzwerke zu befüttern steigt TAGTÄGLICH, da immer
mehr nach unten "abgedichtet" (diesen Begriff meine ich durchaus
doppeldeutig!) werden muß.

Das Phänomen der T(otal)G(lobal)C(orruption) ist neu für die Menschheit und die zivilisatorischen und soziologischen Zerstörungsgewalten, sind unbekannt.

Letztendlich handelt es sich bei TGC um ein spirituelles Problem, denn wenn die Menschheit sich selbst und ihre Nöte auf Kosten anderer ignoriert und die Politiker und die begüterteren Gesellschaftsschichten davon auch noch profitieren,
dann kann man das nur mehr als ethische Aufgabe bezeichnen.
Aber der letzte Absatz gibt nur meine Meinung wieder...alles andere sind traurige Fakten.
Ebenso wie die traurigen, ausgebeuteten Gesichter denen wir mehr und mehr auf den Straßen begegnen...

Gast: AnserKundin
17.08.2011 13:45
0

Aufblasbarer A mit einem langweiligen 1er dahinter

Ich bin schon gespannt wie das neue Erscheinungsbild in 3 Jahre aussehen wird.

Ein Saftladen steht länger zu seiner CI als die Telekom. Es wäre besser, wenn das Geld für das Rebranding im Service und in die Mitarbeitern gesteckt werden würde.

Re: Aufblasbarer A mit einem langweiligen 1er dahinter

wieviele hundert millionen euro waren denn das seit 1996, von ptv auf post und telekom, auf jet2web, auf telekom austria und jetzt auf a1 ? und für jede änderung mußte natürlich beraten werden und freunderlfirmen en masse beschäftigt werde.

 
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