OeBS-Affäre: Provisionszahlungen von Wien gesteuert

10.11.2011 | 17:43 |   (DiePresse.com)

Die Venkoy-Managerin weist zurück, dass sie die Geschäfte eingefädelt hätte. Aber Kommissionen habe es für sie schon gegeben.

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In der Affäre um Millionen-Provisionen bei der Banknotentochter (OeBS) will sich die Managerin der in Panama sitzenden Firma Venkoy an nichts erinnern. Die Zahlungen seien von Anwälten aus Wien gesteuert worden, "das sind irgendwelche Verträge, wo irgendwer irgendwelche Aufträge gekriegt hat und dann hat es dafür auch Kommissionen für die Venkoy gegeben", gibt die Schweizerin gegenüber dem "WirtschaftsBlatt" an. Sie habe mit den zugrundeliegenden OeBS-Geschäften nichts zu tun gehabt.

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Wie berichtet sollen die Provisionen, die die OeBS für Auftragserteilungen in Syrien und Aserbaidschan gezahlt wurden, über die Venkoy geflossen sein. Nach einer Version sollen über die Venkoy die Geschäfte eingefädelt worden seien. Es werden von den Strafverfolgern aber auch mögliche Kickbacks zurück nach Österreich untersucht. Laut einer Hausdurchsuchungs-Anordnung, über die die Zeitung berichtet, besteht der Verdacht, dass 1,7 Millionen Euro nach Österreich zurückgeflossen sind.

Insgesamt sollen 14 Millionen Euro an Provisionen für die Aufträge gezahlt worden sein. Vier Personen, unter ihnen der frühere OeBS-Chef, die Marketingleiterin und zwei Anwälte befinden sich in Haft. Für die Verdächtigten gilt die Unschuldsvermutung.

(APA)

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5 Kommentare

OeBS-Affäre: Provisionszahlungen von Wien gesteuert

Einer sehr wesentliche Frage, zu allen bisherigen Finanz- und Banken Skandalen ist, welche Vorteile hatte sich die Justiz daraus geschaffen, als sie Beweise und Sachverhaltsdarstellungen sowie Zeugenaussagen zu Gunsten dieser Personen manipulierte. Könnte es sein, dass die Vergabe leitender Positionen innerhalb der StA und OStA deshalb an SPÖ Nahestehende, wie Pleischl und Nittel, erfolgte, weil sie erfolgreich die Manipulationen durchführten. Sozusagen als Schutzschild gegen Strafverfolgung. Ich weiß "sozusagen" ist in der Juristerei keine zulässige Bezeichnung, wie schon Prof. Pieler meinte, im Journalistischen ist es jedoch zulässig. Nur noch mit "Quasi" zu vergleichen, bildet es den umgangssprachlichen Ausdruck für möglich. Als eine Unsicherheit über Vorgänge, die zwar strafrechtlich relevante Tatbestände aufweisen, jedoch von der Justiz solange im Schleudergang gedreht werden, bis viele wieder eine reine Weste bekommen. Von Strafverfolgung weit und breit nichts mehr zu sehen, eher erfolgt wegen mangelndem Substrat die Einstellung. Auch die nicht zur Gänze, denn vielleicht könne es noch an anderer Stelle gebraucht werden, und zumindest nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn es um politische Machtspiele geht. „War da nicht schon einmal etwas mit dem oder dem?“ Wie einst Waldheim oder Olah, Androsch oder Blecha oder... Die Parteipolitik setzt bis heute ebenso auf die Vergesslichkeit, gerade auf die der Bevölkerung und die Manipulation der Ereignisse durch die Medien.

OeBS-Affäre: Provisionszahlungen von Wien gesteuert

Aus der Bawag-Affäre hatten sich wohl viele im Schutz der SPÖ und der Justiz herauswinden können, und dafür wurde einer ÖNB- Gouverneur während weiterer Mitwisser, oder eher doch Mittäter, Minister wurde. Im Tatort Justiz stehen diese Namen schon seit langer Zeit aneinander gereiht. Vielleicht wurde der Eine oder Andere nicht hinzugefügt, das dürfte dann auf jene Amnesieanfälle deuten, die sich in den Kreisen rund um die Aussichtsräte der Bawag, die zum Teil dieselben Leute waren wie in diesem Skandal um die ÖNB und jetzt um deren Tochter OeBS, und bei allen Verdachtsmomenten massiv grassierte. Das auch hier der Verdacht nahe liegt, es könnten Verdachtsmomente "umgeleitet" worden sein, ist nicht auszuschließen. Denn schließlich wurde Elsner zum Bauernopfer, und Nowotny, der noch Vollmundig über die Spekulationsgeschäfte im ORF meinte, "Banken seien dazu da Spekulationsgeschäfte zu machen" hatte allerdings vergessen der Öffentlichkeit zu sagen, unter welchen Voraussetzungen diese gemacht werden. Und er hatte vergessen zu sagen, auf welchen Wegen Gelder zurückfließen und wer die Nutznießer dieser Transaktionen seien. Der FMA wie dem ÖNB als Aufsichtsorgane, sind diese besonderen Merkmale hinlänglich bekannt. Solange jede dieser Institutionen, darüber hinaus einzelne Parteien, etwas Geld abbekommt, ist die Welt der Banker und Politiker in Ordnung. Eng wird es jedoch für diejenigen, sobald ein wichtiger Teil der Korruptionisten übergangen wird. Doch eine mafiose Welt?

Gast: Zwanzgerhaus schaut verdächtig aus
12.11.2011 19:27
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Net de Schweiza sondan da Treichl woas

Da Treichl woas vom ERSTE Haus, dea schaut ma so verdächtig aus. Da Treichl hat an Anfall kriagt und de Nationalbank massakriert.

Große Empörung: So weit waren wir schon oft: Und was wird am Ende rauskommen?

(an effektiven Strafen für die einzelnen Mittäter und Mitwisser incl. die Aufsichtsräte)

In diesem Land wenig bis nix.

Wobei ja anscheinend eh schon ein "Blinder" im Rechnungswesen oder sonstwo im Unternehmen kaum mehr übersehen konnte, was das da so alles läuft

(siehe zB am Artikelende):
http://kurier.at/nachrichten/4314226.php

So schaut halt neben Telekom, ÖBB etc. bereits der weitere staatnahe krebsfraßartige Abstrahlbereich einer jahrelange gepflegten Strasser/Grasser/Faymann-Politik aus; der Staat ist abstrakt und gesamthaft gesehen mit all seinen Einrichtungen mittlerweile auch bei uns bald das schlimmste aller moralischen Vorbilder, und unter dieser "Normalität" wachsen heute unsere Kinder auf...


Gast: Fraglos?
11.11.2011 08:58
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OeNB-Direktoren wussten von "Provisionszahlungen"

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse!

Wieso haben Sie gestern keine Zeile darüber verloren, dass zumindest 3 der OeNB-Direktoren, welche im Aufsichtsrat der OeBS sitzen, von den Schmiergeldzahlungen wussten?

Sogar der nicht gerade als objektiv und für seine Presse-UNfreiheit bekannte ORF.at hat gestern darüber berichtet.

Ausserdem ist das für die OeNB-Direktoren kein grosses Problem.

In D sind die Schmiergeld-Schmutzfinken bei VW und Siemens deshalb zurückgetreten, wir in Ö sehen darin keine Verfehlung.

Nur mehr zum Ko.. und Sie berichten nicht einmal darüber!!!

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