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Elsners Auftritt: Wegen Herzproblemen im Spital

02.05.2012 | 18:14 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Helmut Elsner hätte vier Jahre nach seinem ersten Bawag-Urteil wieder vor Gericht erscheinen sollen. Doch dann kam alles anders, von Herzrhythmusstörungen war schon am Dienstag die Rede gewesen

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Wien. Die Gerüchte überschlugen sich: Ist es Taktik, um die Haftunfähigkeit, die dem rechtskräftig verurteilten Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner attestiert wird, demonstrativ zu untermauern? Oder sind es doch akute gesundheitliche Probleme? Tatsache ist: Mittwochmorgen, bei der Fortsetzung des Bawag-Prozesses, erklärten Elsners Anwälte, dass ihr bald 77-jähriger Mandant nicht in der Lage sei, zum Prozess zu kommen. Dies sei von Primarius Kurt Huber vom Wilhelminenspital buchstäblich in letzter Minute festgestellt worden.

Von Herzrhythmusstörungen war allerdings schon am Dienstag die Rede gewesen – ein Umstand, der den Schöffensenat nicht gerade erfreute. Dass Elsner nicht komme, hätte man dem Gericht demnach schon früher mitteilen können, beklagte Richter Christian Böhm. Zuletzt „hoffte“ Böhm, dass Elsner, heute, Donnerstag, kurzfristig kommen werde.

Jedenfalls wartete der eigens in den Gerichtssaal bestellte Herzspezialist Leopold Günter Steurer – er war schon im ersten, vom OGH in weiten Teilen aufgehobenen Bawag-Prozess zur Stelle gewesen – vergeblich auf den zu zehn Jahren Haft verurteilten Ex-Bawag-Generaldirektor. Steurers Aufgabe ist es, medizinisch einzugreifen, sollte Elsner Probleme bekommen. Es ist die Bawag P. S. K., die nun in Sachen „Elsner“ in die Rolle der Staatsanwältin schlüpft. Im Bemühen, jene Auszahlung (Abfindung) der Bawag-Betriebspension, 6,8 Millionen Euro, zurückzuerobern, die Elsner Ende 2000 erwirkt hatte, brachte die Bank nämlich eine Subsidiaranklage ein. Sie beantragt damit eine Verurteilung Elsners wegen Betruges. Eine ebensolche Verurteilung war beim ersten Bawag-Prozess auch ergangen, doch hatte der OGH diesen Spruch mit scharfen Worten aufgehoben. Dies – und auch die Tatsache, dass Elsner wegen Untreue im Zusammenhang mit den Spekulationsgeschäften sowieso schon die Höchststrafe erhalten hat – veranlasste die Staatsanwaltschaft, von einer weiteren Verfolgung Abstand zu nehmen. So probiert es die Bawag nun eben im Alleingang.

Da nun Elsner nicht kam, hieß es für das mit Spannung erwartete Duell zwischen ihm und dem nun erneut angeklagten Spekulanten Wolfgang Flöttl: „Bitte warten!“ Dass der Richter Flöttl gleich zu Verhandlungsbeginn vorsorglich bat, ausnahmsweise auf der Vis-à-vis-Seite der Anklagebank Platz zu nehmen, habe aber – so versicherten Anwälte – einzig und allein strafprozessuale Gründe gehabt.

 

Ex-Freund ein „Dieb“?

Zuletzt sind die beiden einander nichts schuldig geblieben: Elsner stellte Flöttl, seinen einstigen Freund und Vertrauten, als „Dieb“ des verlorenen Bawag-Geldes hin (laut OGH-Urteil betrug der Schaden aus Spekulationen astronomisch anmutende 1,2Milliarden Euro). Flöttl schoss jüngst im Rahmen der Prozessneuauflage zurück: Als das Protokoll einer Elsner-Aussage über den seinerzeitigen Wert der Flöttl-Firma „Ross Capital“ verlesen wurde, wetterte Flöttl: „Das ist eine totale Lüge.“

Indessen stand auch die Einvernahme des früheren Bawag-Vorstandes Christian Büttner auf dem Programm. Der frühere Spitzenbanker, der als Repräsentant der seinerzeitigen Bawag-Großaktionärin „Bayerische Landesbank“ in den Vorstand entsandt worden war, erzählte von jenen entscheidenden Sitzungen im Oktober 1998, in denen die ersten großen Flöttl-Verluste bekannt gemacht worden waren. Er sei als Einziger dafür gewesen, die Verluste „zu nehmen“ – nicht krampfhaft zu versuchen, das Geld mit immer neuen riskanten Spekulationen zurückzuholen. Elsner habe diese Linie aber barsch zurückgewiesen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2012)

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16 Kommentare
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Aber Tanzen kann er der Sack


Tja, das nächtliche Tanzen

in der EDEN tut dem Elsner halt nicht gut.

das einzig traurige ist,

Flöttl musste nie absitzen, der lebt nach wie vor im Luxus...

Antworten Gast: Tonus
03.05.2012 10:12
0 0

Re: das einzig traurige ist,

Warum wohl? Darum!

Gast: Defender
02.05.2012 21:56
5 1

Überraschung?

Der Gauner weiß es sich zu richten, wieviele
Unterstützer seiner Verhöhnung der Justiz,
die fürchten, daß er im gestreiften Pyjama
singen würde wie eine Lerche, gibt es in unserem Bananistan?

Antworten Gast: K233
02.05.2012 22:03
3 0

Re: Überraschung?

"Gestreifter Pyjama"?
Sie dürften wohl ein bisschen hinten sein irgendwie...

Antworten Antworten Gast: Defender
03.05.2012 08:03
1 0

Re: Re: Überraschung?

Schau,schau,ein Elsner-Anhänger!
Das Foto Elsners mit Tanzpartnerin ,
aufgenommen in der Eden-Bar, wurde nicht als Fälschung entlarvt....

Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Lasst doch endlich einen alten, kranken Mann in Ruhe.

Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Was glauben sie wie viele Selbstständige es gibt, die das Finanzministerium und die SVA gebrochen haben?!? Er hat sich wie ein König aufgeführt, Amtmissbrauch, Steuergelder verzocken, und und und. Brecht ihn von mir aus, Null Mitleid!

Re: Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Null Mitleid? Das ist im Leben niemals eine gute Einstellung.

Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Der alte, kranke Mann der sich beim Geldschleppen überanstrengt hat und zu allem Überdruß seinen Kampfsocke durchgetanzt hat.

Antworten Gast: Huch
02.05.2012 22:00
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Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Da verlangen Sie zu viel vom "Kleinen Mann", dem ist das nämlich wurscht, ob jemand alt oder sonstwas ist, der will sich nur daran ergötzen, wie es anderen schlecht geht, damit er sich selber wohler fühlt. So ist das nun mal in der Welt der Kleinheiten.

Re: Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

Ich kann mir diese netten Leute so richtig als Zuseher bei Gladiatorenkämpfen vorstellen.

Antworten Gast: b754
02.05.2012 20:49
8 0

Re: Auf die Gefahr mit roten Stricherln überschüttet zu werden:

alter schützt vor strafe nicht jeder normalbürger wäre nie freigekommen

9 1

Zufälle gibt es.

Dann wird er vor Gericht sichtlich nicht das Tanzbein schwingen.

Antworten Gast: K233
02.05.2012 21:56
1 5

Re: Zufälle gibt es.

Wieder ein typischer Kommentator, der Boulevardpressemaldungen aufsitzt. Herr Elsner hat nämlich nie und nirgendwo das Tanbein "geschwungen". Egal, Hautpsache der grinch kann wieder mal was nachplappern...

Hobbyökonom