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Bawag: Codenamen aus Angst vor CIA

12.11.2007 | 15:17 |   (DiePresse.com)

Die Bawag International Finance, über die Gelder für die Karibik-Geschäfte flossen, sollte in Telefonaten mit dem Deckwort ¿Filiale Klagenfurt¿ getarnt werden.

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Bawag-Mitarbeiter planten, bei Telefonaten Decknamen verwendet, weil sie Angst hatten, von der CIA abgehört zu werden. Das ergab am 50. Verhandlungstag des Bawag-Prozesses die Zeugenaussage von Berthold Schmidt, Leiter der Bilanzabteilung der Bank.

Schmidt hatte im Oktober 2002 in einem Protokoll zu einer Bilanzrunde in der Bank festgehalten, dass bei Telefonaten mit Thomas Hackl in New York Codenamen verwendet werden sollten. Hackl war Leiter der Wertpapierabteilung der Bank und von 2002 bis 2004 Manager des in Konkurs gegangenen US-Brokers Refco, dem die Bawag einen Kredit über 350 Millionen gewährt hatte. "Hackl hatte damals Angst, dass Telefonate von der CIA abgehört werden", erklärte Schmidt Hackls Vorschlag, Codenamen zu verwenden. Die Refco-Zentrale sei nahe an Ground Zero, dem Ort des Terroranschlags auf das World Trade Center, gelegen.

Statt dem Wort "BIF" (Bawag International Finance) sollte der Deckname "Filiale Klagenfurt" verwendet werden. Über die BIF in Dublin flossen Gelder für die Karibik-Geschäfte Wolfgang Flöttls. Die Liquid Opportunity Plus Fonds (LOP), wo die wertlosen Uni-Bonds aus den Flöttl-Geschäften geparkt waren, sollten nur als "Fonds" bezeichnet werden. Für den Wirtschaftsprüfer der Bank wurde der Deckname "Mitarbeiter Meier" vereinbart. Man habe den Plan, Codewörter zu verwenden, dann aber doch nicht in die Tat umgesetzt, erklärte Schmidt.

"Von Verlusten nichts gewusst"

Schmidt sagte auch aus, er habe von den Verlusten durch die Karibik-Geschäfte nichts gewusst. Der damalige BAWAG-Vorstand Johann Zwettler habe ihm die Lage so dargestellt, dass Flöttl in Schwierigkeiten sei und die Bank ihm gesicherte Kredite gewähre. Der Wert der Sicherheiten, darunter wertvolle Bilder und Liegenschaften, sei höher als das Kreditvolumen. Für die Bewertung der Sicherheiten sei seine Abteilung - die Bilanzabteilung - nicht zuständig gewesen.

Die Stiftungskonstruktion in Liechtenstein, mit der die Verluste Flöttls außerhalb der Bawag-Bilanz blieben und von außen nicht ersichtlich waren, nannte Schmidt in seiner Aussage "schon etwas merkwürdig". Er habe aber gedacht, dass für die Bank und Flöttl "die optimale Lösung" getroffen worden sei, da die Verbindung des damaligen Generaldirektors Elsner und Flöttl eine "heftige, intensive" gewesen sei. Von den Verlusten erfahren habe Schmidt dann im Jahr 2001 - jedoch nicht durch die Bank, sondern durch den Wirtschaftsprüfer. 

Neben Schmidt sagte am Montag noch eine weitere Mitarbeiterin der Bilanzabteilung, Karin Valenta, als Zeugin aus.  Sie warf dem nun angeklagten Ex-Vorstand Leichtgläubigkeit vor: Dass Flöttl nach zwei großen Verlusten noch ein drittes Mal Gelder von der Bank erhalten habe, sei "nicht gescheit" gewesen: "Für mich waren sie naiv", tadelte Valenta ihre früheren Vorgesetzten. Die Bilanzen seien aber jedenfalls richtig erstellt worden, wenn die ÖGB-Garantie anerkannt sei. Nur wenige Mitarbeiter der Bilanzabteilung hätten von den hohen Verlusten gewusst. Ihre eigene Reaktion auf die Verlustnachricht beschrieb Valenta mit "extremer Panik", der dann Niedergeschlagenheit folgte. Es habe aber niemanden gegeben, dem sie sich hätte anvertrauen können. Vorstand, Wirtschaftsprüfer und  Aufsichtsratsvorsitzender wären schließlich eingeweiht gewesen.

Die Codewort-Regelung für Telefonate kannte Valenta. Sie habe das aber "kindisch" gefunden. (Red.)

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4 Kommentare
Gast: Locus Modus
12.11.2007 19:12
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Was hat bitte die CIA hier damit zu tun?!

Wenn es ums abhoeren geht, dann ist die NSA zustaendig und ned die CIA (ausser die guten w(u)erden verdaechtigt mit ihrem Geld Terroraktivitaeten zu finanzieren - man weiss nie, immerhin handelt es sich hier um eine Oesterreichische Bank, und die sind wohl bekannt wie die Nutten am Guertel: Fuer den richtigen Preis tun sie ziemlich alles!). Die CIA bedient sich normalerweise von den Daten die ueber die NSA abgefangen werden, hat aber nichts mit den Transaktionen in sich zu tun, bei der NSA es geht mehr um WER mit WEM telefoniert/emailt hat, und ob gewisse Key Words auftauchen (ie. Osama. Bush.Ter.ror.Bo.m.b usw.) Fuer die "verlorenen" Transaktionen in sich waere waere eine Abteilung des USSS zustaendig. Die verfolgen das schon ganz genau WER WEM WANN WIEVIEL. Es lauft alles ueber Bruessel, und dass der USSS seit langem alles "mitprotokoliert" ist nichts neues, es ist zwar vor kurzem aufgeflogen und hat fuer ein Paar Headlines gesorgt, aber das Volk & die EU hat ein kurzes Gedaechtnis!

Herr Staatsanwalt, ich erinnere Sie an unser Code-Wort Atomic!

Wann kommt dieser Fall im Prozeß zur Sprache? Oder waren eine Ausgleichsquote von 98% bei der BAWAG die Regel?

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"Filiale Klagenfurt" finde ich politisch genial!

Einen besseren Codenamen für undurchsichtige Finanzgeschäfte hätte sich kaum ausdenken können: Denn selbst WENN jemand etwas merkt und sich sogar auch noch darüber etwas denkt, würde es im schlimmsten Fall an Haider hängen bleiben! Wenigstens der "politische Instinkt" hat bei den BAWAG-Verantwortlichen immer funktioniert...

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Re:

Das Code-Wort "Hypo-Haider" wäre aber auch lustig gewesen oder doch?

Welches Code-Wort wurde eigentlich bei den Hypo-Geld-Trans-Aktionen in der HR durch Mister Haider und Kulterer verwendt?

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