Eurokrise: Die Lunte glimmt und keiner tritt sie aus

29.02.2012 | 18:21 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Die Kürzel „CDS“ und „Target 2“ wird man sich merken müssen: Dahinter verstecken sich unentschärfte Eurobomben mit sehr hohem Drohpotenzial – mit denen die Politik ganz offensichtlich nicht umgehen kann.

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Die unter den (reichlich eingetrübten) Augen von Notenbank und FMA mit mehrjährigem Anlauf erfolgte ÖVAG-Pleite wird einmal als Lehrbeispiel dafür dienen, wie Untätigkeit, Fehleinschätzung, Lobbyistenhörigkeit und Lernresistenz geradewegs in die Katastrophe führen: Die Banken fuhrwerken, als hätte es kein 2008 gegeben, und die Politik erweist sich als unfähig, aus der Beinahekatastrophe der letzten Finanzkrise die notwendigen (und in der Theorie längst erkannten) regulatorischen und sonstigen Konsequenzen zu ziehen.

Das ist aber kein österreichisches Phänomen, sondern hat durchaus europäische Dimensionen. Auch auf dieser Ebene hat man nichts gelernt und steuert geradewegs in Katastropheszenarien. In den Eurokellern glimmen nämlich Lunten an so manchen Bomben vor sich hin, deren Detonation durchaus das gesamte Gebäude zum Einsturz bringen könnte. Unter vielen anderen wird man sich da zwei Kürzel merken müssen: „CDS“ und „Target 2“.

Ersteres sind Staatsanleihenversicherungen, die sich längst als Spekulationsobjekt verselbstständigt haben und damit durchaus zur ernsten Gefährdung des Weltfinanzsystems werden könnten. Zweiteres ist das interne Zahlungssystem der Euronotenbanken, das offenbar in größerem Stil zur versteckten Subventionierung von südeuropäischen Euroländern missbraucht worden ist – und das jetzt vor allem Deutschland, aber auch die Niederlande und Finnland in ein ernstes Dilemma stürzt. Beide sind mit ein Grund dafür, wieso so verzweifelt und unter Einsatz so großer Volumina versucht wird, Griechenland vor dem „Default“ zu retten.

Wobei zumindest die Sache mit den CDS (Credit Default Swaps) schieflaufen dürfte: Gestern, Mittwoch, beriet die International Swaps and Derivates Association darüber, ob der Schuldenschnitt in Griechenland als „Kreditereignis“ (Zahlungsausfall) gewertet wird. Und am 9. März liegt der nächste Stolperstein im Weg: Stimmen bis dahin nicht genügend private Anleihegläubiger „freiwillig“ dem Schuldenschnitt zu, dann ist das „Kreditereignis“ auf jeden Fall perfekt.

In diesem Fall werden die CDS auf griechische Anleihen zur Auszahlung fällig. Und dann kommt wohl eine Lawine ins Rollen, deren Dimension sich noch niemand so recht vorstellen kann oder will. Diese als Ausfallsversicherung konzipierten Derivate werden nämlich weitgehend unreguliert und völlig intransparent emittiert, gehandelt und verbucht. Und sie haben sich längst verselbstständigt – ganz so wie die verbrieften US-Hypotheken (Asset Backed Securities, ABS), die die Finanzkrise 2008 ausgelöst haben.

Mit anderen Worten: Niemand kann mehr seriös sagen, wo welches CDS-Risiko schlummert. Mit dem Resultat, dass ein CDS-auslösendes „Kreditereignis“ die Finanzwirtschaft sehr schnell auf eine Weise zum Stillstand bringen kann, wie wir das schon im Herbst 2008 gesehen haben. Die Anlageexpertin einer Schweizer Großbank hatte im Gespräch mit der „Presse“ gestern für ein solches „Kreditereignis“ nur ein Wort: „Katastrophe.“ Wir sollten uns vorsichtshalber darauf einstellen.

 

Dass daran der Euro ganz zerbricht, ist aber eher unwahrscheinlich. Das können sich nämlich die Deutschen nicht mehr leisten. Der Grund dafür heißt „Target 2“, ist das im Prinzip ganz harmlose Clearingsystem, mit dem die Euronotenbanken ihre Zahlungen untereinander abwickeln – und steckt in einer schweren Schieflage.

Während die „Target 2“-Salden bis 2007 immer recht ausgeglichen waren (wie bei einem Clearingsystem erwartet werden kann), haben sich seit Beginn der Eurokrise schwere Ungleichgewichte aufgebaut. Während die Verpflichtungen der südeuropäischen Länder gegenüber dem „Target 2“-System in letzter Zeit explodiert sind, sind die Forderungen Deutschlands, Hollands, Finnlands und Luxemburgs an das System ebenso extrem in die Höhe geschossen.

Begründet wird das mit Leistungsbilanz-Ungleichgewichten, was aber das explosive Auseinanderklaffen der Salden nicht erklären kann. Wirtschaftswissenschaftler, allen voran der Deutsche Hans Werner Sinn, vermuten eher, dass auf diese Art eine versteckte zusätzliche Stützung der südeuropäischen Länder in riesigem Ausmaß im Gang ist. (An der sich, wenn das so ist, Österreich übrigens nicht beteiligt: Die OeNB hat einen deutlich negativen „Target 2“-Saldo).

In der Zwischenzeit sind die gigantischen „Target 2“-Ungleichgewichte jedenfalls zu einer Art Koste-es-was-es-wolle-Bestandsgarantie für den Euro geworden. Die deutschen Forderungen an das System haben nämlich die gigantische Summe von 530 Mrd. Euro erreicht. Weil die Zahlungen der Notenbanken untereinander über die Euronotenbank laufen, besteht diese Forderung gegenüber der EZB. Würde der Euro – und damit die EZB – völlig zerbrechen, dann wäre das plötzlich eine uneinbringliche Forderung ans Salzamt. Und das kann sich nicht einmal die stärkste Wirtschaftsnation des Euroraums leisten.

Griechenland wird den Euro also schon deshalb nicht zu Fall bringen. Aber die Drohpotenziale, die überall lauern, sind nur mäßig lustig. Und der Unwille beziehungsweise die Unfähigkeit der Politik, diese zu entschärfen, noch weniger.


E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2012)

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29 Kommentare
 
12

was soll jetzt im Juli ein Artikel vom 1.3. ?


Gast: Schamott
01.03.2012 21:58
0

immer schön Panik verbreiten!

Hauptsache dem Forum gefällts...

Gast: Fahnder
01.03.2012 17:09
4

Eurokrise: Die Lunte glimmt und keiner tritt sie aus

Ist das möglicherweise ein Indiz dafür
das eine Explosion erwünscht wird?

Gast: 1. Parteiloser
01.03.2012 16:08
0

Die Problematik ist den Entscheidungsträger sehr wohl bewusst!

Vor allem wegen der unkontrollierbaren Wirkungen der CDS wurde ja immer aller Kraft um den "freiwilligen Schuldenschnitt" für Griechenland gekämpft. Dieser Kampf wurde bislang auch gewonnen.

Um auch das Risikopotenzial bei den anderen Ländern zu reduzieren hat die EZB zu einer exzessiven Geldschöpfung (1 Billion in weniger als 6 Monaten) gegriffen. Diese Gelder gehen zu einem wesentlichen Teil in die Staatsanleihen (Re- und Neufinanzierungen), eben um einen Zahlungsausfall zu verhindern.

Die Target 2 Forderungen sind wahrscheinlich weniger kritisch, die EZB kann es mit Umwegen und Tricks, samt Geldschöpfung, auf jeden Fall unter Kontrolle bekommen.

Die Problematik der CDS, Staatsanleihen, Forderungen zwischen Notenbanken, auch der Geldschöpfung, die ist nur dann vorhanden, wenn man den Buchwerten auch Glauben schenkt. Ich würde meinen, dass es sich heute aber nur noch um Buchungsgeld handelt, die Problematik also nur beim Buchen besteht.

Tatsächlich können diese Summen, im Euroraum Staatsanleihen über 10 Billionen, niemals abgetragen werden und sind daher auch nicht wirklich werthaltig.

Ich würde meinen, dass die EZB Bilanzsumme in den nächsten 5 Jahren um gut 300% steigen wird (min. 5 Billionen!), eben weil immer "Wertpapiere" zur Geldschöpfung hereingenommen werden müssen, sei es auch als "Sicherheit".

Das Finanzwesen besteht doch nur noch aus "uneinbringlichen Forderung ans Salzamt".

Man sollte auf den angesehenen Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hören!

Hans Werner Sinn hat ja nicht nur die Machinationen von Target2 aufgedeckt, sondern auch die Ursachen der Krise von 2008 ausführlich beschrieben: Es begann damit, dass Bill Clinton wegen seines Programms "Jedem Amerikaner sein Haus" die Banken per Gesetz gezwungen hat, Hauskredite auch an praktisch zahlungsunfähige Schuldner zu vergeben. Gemacht haben das hauptsächlich die damals halb, inzwischen ganz staatlichen US-Immobilienbanken Fannie.mae und Freddie.mac. Die haben dann diese wertlosen Schuldverschreibungen in undurchsichtigen Bündeln versteckt, mit denen sie sogar die Ratingagenturen getäuscht haben. Diese Bündel wurden dann staatsgläubigen europäischen Banken angedreht. Die Krise brach aus, als die Wertlosigkeit dieser Bündel offenbar wurde!
Was sollte da eine "Regulierung" der europäischen Banken für einen Sinn haben?

Wenn die Versicherer, die die CDS ausgegeben haben, möglicherweise nicht fähig sind, bei Eintreten des Versicherungsfalles die vereinbarte Leistung zu erbringen, dann sind das Betrüger, die in Konkurs gehen müssen und nicht "gerettet" werden dürfen, was gar kein Ausweg wäre!

Bei Target2 haben Deutschland, usw. keine Forderungen an die Pleitestaaten sondern nur an die EZB. Die kann diese Forderungen mit frisch gedrucktem Geld jederzeit bedienen. Das frische Geld macht natürlich Inflation, aber in diese Richtung geht ja sowieso die ganze EZB-(und EU-)Politik! Wo ist das Problem?

Antworten Gast: Hubertus
06.03.2012 00:29
0

Re: Man sollte auf den angesehenen Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hören!

Die deutsche Buba(und nicht Deutschland nehme ich an),als Teil des Eurosystems hat eine Forderung gegen die EZB, also gegen sich selbst? Und wie bezahlt die EZB? Mit Euro, also Zentralbankgeld. Die Zahlung von Zentralbankgeld durch die EZB an die Buba ist unsinnig, da diese Zahlung kein" Geld" ist, denn dieses "zentralbankgeld" verläßt nie den Geldkreislauf der Notenbanken, wird also daher kein Geld. Genausogut könnte man die Banknotenreserve der OeNB als geld bezeichnen. Das ist es aber erst,wenn es von der Notenbank ausgegeben wird. Bis dahin ist es nur bedrucktes Papier.

Re: Re: Man sollte auf den angesehenen Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hören!

"Geld" ist keineswegs nur Bargeld, es gibt klare Definitionen für die Geldmengen M1 bis M3.
Mit dem Guthaben, das die Buba bei der EZB hat, kann sie z.B. Kredite vergeben und damit Bargeld schöpfen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hubertus
06.03.2012 22:20
0

Re: Re: Re: Man sollte auf den angesehenen Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hören!

Mit Verlaub, das ist Unsinn. Die Buba hat keine Guthaben bei der EZB, die Geld darstellen. So wie übrigens die OenB in Wien keine Forderungen gegen die Zweiganstalt in Linz oder Graz hat. Das sind Rechnungsposten, aber kein Geld. Im übrigen braucht man zum gelddrucken gar keine Guthaben. Da gibt es die ELA (emergency lending Fazilität), da kann jede zentralbank Geld drucken soviel sie will, wenn nationale banken notleidend werden. Sie tut das zwar auf eigenes Risiko, aber das ist zB bei ger griechischen Notenbank ein Witz, da sie selbst pleite ist, wenn die nationalen Banken kollabieren. Die ausgegebenen Euros, die gelten aber weiterSie sind wie ausgegebene Schuldscheine, der anderen Euroländer und können zum Einkaufen auf der ganzen Welt verwendet werden. In den Geldmengen M1 und M3 sind übrigens Euroguthaben der Euronotenbanken untereinander nicht enthalten, weil das unsinnig wäre.

Re: Re: Re: Re: Man sollte auf den angesehenen Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hören!

Das sind Details, die nichts an meinem Kommentar vom 1.3. ändern.

Gast: 1. Parteiloser
01.03.2012 15:15
0

Die Problematik ist den Entscheidungsträger sehr wohl bewusst!

Vor allem wegen der unkontrollierbaren Wirkungen der CDS wurde ja immer aller Kraft um den "freiwilligen Schuldenschnitt" für Griechenland gekämpft. Dieser Kampf wurde bislang auch gewonnen.

Um auch das Risikopotenzial bei den anderen Ländern zu reduzieren hat die EZB zu einer exzessiven Geldschöpfung (1 Billion in weniger als 6 Monaten) gegriffen. Diese Gelder gehen zu einem wesentlichen Teil in die Staatsanleihen (Re- und Neufinanzierungen), eben um einen Zahlungsausfall zu verhindern.

Die Target 2 Forderungen sind wahrscheinlich weniger kritisch, die EZB kann es mit Umwegen und Tricks, samt Geldschöpfung, auf jeden Fall unter Kontrolle bekommen.

Die Problematik der CDS, Staatsanleihen, Forderungen zwischen Notenbanken, auch der Geldschöpfung, die ist nur dann vorhanden, wenn man den Buchwerten auch Glauben schenkt. Ich würde meinen, dass es sich heute aber nur noch um Buchungsgeld handelt, die Problematik also nur beim Buchen besteht.

Tatsächlich können diese Summen, im Euroraum Staatsanleihen über 10 Billionen, niemals abgetragen werden und sind daher auch nicht wirklich werthaltig.

Ich würde meinen, dass die EZB Bilanzsumme in den nächsten 5 Jahren um gut 300% steigen wird (min. 5 Billionen!), eben weil immer "Wertpapiere" zur Geldschöpfung hereingenommen werden müssen, sei es auch als "Sicherheit".

Das Finanzwesen besteht doch nur noch aus "uneinbringlichen Forderung ans Salzamt".

Gast: Fahnder
01.03.2012 14:42
0

Eurokrise: Die Lunte glimmt und keiner tritt sie aus

Ist das möglicherweise ein Indiz dafür
das eine Explosion erwünscht wird?

Danke

Danke, dass endlich ein Journalist sich genötigt fühlt, den Lesern die anstehende Katastrophe näherzubringen.

In den anderen Medien herrscht nach wie vor die Staatsschönfärberei vor.

Die Wahrscheinlichkeit, dass am 9.3.12 die CDS schlagend werden ist äußert gering, da gerade wieder 500.000.000.000 Euro zu den Banken wanderten.


ELA heißt das B*e*t*r*u*g*smittel der Zukunft,

da Target2 an seine Grenzen gestoßen ist. Die deutsche BuBa kann schlicht und ergreifend kein Geld mehr nach GR liefern, deshalb nun ELA!

Gast: Dresacher
01.03.2012 09:11
4

Prof. Sinn, Vortrag

Sehr zu empfehlen ist ein Vortrag von Prof. Sinn: " Ist de Euro noch zuretten?" vom 19.12.2011.

Als Video unter: http://mediathek.cesifo-group.de/iptv/player/macros/cesifo/mediathek

Gast: unbeteiligter
01.03.2012 08:53
4

Die Eu ist das größte Unfriedensprojekt ....

seit Mentschengedenken und wird uns alle umbringen.....

Das Volk wird zuvor noch alle Eu-Anbeter und Euro fanaten zur Rechenschaft ziehen und das ist gut so !

Tod der EU !

2 Szenarien - alles andere ist höchst unwahrscheinlich

1) Ein größeres Land oder eine größere Bank geht pleite: Alle anderen fallen um wie Dominosteine, da die Verflechtungen enorm sind. Weltweite Pleite aller Staaten und Banken
2) Alle großen Länder und Banken werden weiterhin „gerettet“. Dies geschieht durch Drucken von Unsummen neuen ungedeckten Geldes. Es wird weiter verschuldet, spekuliert, korrumpiert wie bisher. Am Ende steht eine Währungsreform die sich gewaschen hat mit totaler Entwertung aller Spareinlagen/Staatsanleihen.

Re: 2 Szenarien - alles andere ist höchst unwahrscheinlich

wenn Pkt. 2 kommt (wo wir eigentlich eh schon mitten drin sind) wird nur das Eintreten von Pkt. 1 verzögert. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ...

Re: 2 Szenarien - alles andere ist höchst unwahrscheinlich

Ja eben - sag ich ja immer: Geld ausgeben, so lange es noch etwas wert ist und nur ein kleines bissi sparen, falls es doch anders wird.

Gast: EFF EFF
01.03.2012 02:42
0

Was geht mich das an.

Die Notenbanken sind doch unabhängig.

Gast: Reflector
29.02.2012 23:05
6

Beschleunigungsphase

Schön, dass die Presse mit Hr. Urschitz diese sperrigen Themen doch noch aufgreift!

Als wirklich aufklärender Journalist musss man in der nächsten Zeit die Themen allerdigs schneller aufgreifen und in einem Zusammenhang bringen.

Die Jungs die in die Trickkiste greifen haben es nämlich ab nun eilig.

Derzeit werden nämlich gerade alle EZB Hemmungen was das Gelddrucken betrifft über Bord geworfen und die Schleusen werden weit geöffnet.

Das passiert aber nicht zufällig.
Draghi weiss was er zu tun hat.

Die EZB hat innerhalb zweier Monate 1000 Milliarden neuer € in den Markt geworfen. Das sind immerhin ca. 3300 € pro € Bürger (EU 17)
Kopf, d. h. ca. 13.200 € pro 4 Kopf Familie in zwei Monaten.

Und wenn schon die Welt Mises zitiert,
(http://www.welt.de/finanzen/article13895448/EZB-Bazooka-macht-den-Euro-Crash-richtig-teuer.html) dann weiss man, dass das nicht überall Gefallen findet.

Und es werden weitere Wellen folgen ohne aber die erhoffte Rettung zu erzielen, denn es gibt keine Rettung, die Guthaben der Gläubiger müssen vernichtet werden, wie auch immer.

Und hier gibt es prinzipiell zwei Wege, den der Deflation und den der Inflation.

Der Deflationsweg ist mit gelynchten Verantwortlichen gesäumt. Der Inflationsweg mit verzweifelten Anlegern, Sparern und Bürgern.

Man darf raten welcher Weg gewählt wird.

BTW D (und evtl. andere 'Stabile') könnte dem Target2 Dilemma mittels € Austritt entkommen und sich zudem entschulden.

Nur die Bürger dürfen das nicht mitbekommen.

Gast: Jan Gaffel
29.02.2012 21:59
2

Katastrophenagenturen

Sie haben das Problem gut beschrieben: die im Endeffekt für den Rettungsschirm bürgenden wirtschaftlich starken Euro-Staaten versuch(t)en mit großen Volumina die - durch die Sprengsätze CDS und Target II noch drohendere - Euro-Katastrophe zu verhindern.

Die US-Ratingagenturen haben mit einer kaum glaublichen Ratingstrategie gegen diese Euro-Staaten diese Volumina stark gedeckelt und damit den Rettungsschirm in seiner Schlagkraft extrem eingeschränkt.

Jetzt drohen diese Agenturen auch noch mit einem offiziellen Kreditausfall-Rating Griechenlands den CDS-Sprengsatz hochgehen zu lassen.

Diese Agenturen behindern seit mehr als zwei Jahren die Euro-Retter und verschärfen jetzt schon wieder die Krise - nur weil ihre Klientel auf Wucherzinsen für griechische Staatsanleihen besteht und gleichzeitig gegen jeden Schuldenschnitt ist.

Re: Katastrophenagenturen

Die US-Ratingagenturen veröffentlichen eine Meinung, sie "tun" aber gar nichts!
Alles kommt nur darauf an, was die Geldgeber denken. Die Ratingagenturen hinken denen nur nach, was man daran sieht, dass die Zinserhöhungen wegen schlechterer Bonität immer schon vor und nicht erst nach der Herabstufung durch Ratingagenturen passieren!

Die Rettugsschirme retten (wenn überhaupt) nur die Gläubigerbanken, die hauptsächlich in Frankreich und Deutschland sitzen. Den verschuldeten Staaten helfen sie gar nicht und deshalb ändern sie auch nichts an der Staatsschuldenkrise!

Politiker reden sich auf die Ratingagenturen nur aus um die Sicht auf ihre eigene Dummheit zu vernebeln!

Re: Katastrophenagenturen

ich halte ihre Ansichten nur teilweise falsch bzw. unvollständig, deshalb habe ich ihnen zum Ausgleich ein GRÜN gegeben.

Gast: isengrimm
29.02.2012 21:06
6

Zum Austreten der Lunte ist es doch längst zu spät!

Die Politik hat ihr Primat längst an den Markt abgetreten und hat gar nicht mehr die Macht zu agieren.Sie hat sich selbst zum Bittsteller degradiert.

Ihre Staaten hängen an der Nadel der internationalen Hochfinanz und sind ihr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Die Deregulierungen haben überdies ein komplexes System erschaffen das kaum mehr zu überblicken und nicht mehr zu steuern ist.

Die Antwort der Politik ist Panik, unter versuchter Ausschaltung der parlamentarischen Demokratie, siehe Neuner Rat in Berlin.

Das kommt davon wenn jemand einen Staat wie einen Konzern regiert.
Das mag in China einigermaßen funktionieren aber nicht bei uns.

Die einzige Möglichkeit die Lunte aus zu treten ist ein Reset und ein genereller Schuldenschnitt für alle Staaten weltweit. Und ein paar neue Spielregeln um die Gier zu bändigen.

Oder, wie früher, ein zünftiger Krieg. Zerstörung schafft Nachfrage.

Zum Nachlesen, wann werden CDS schlagend:

Die Instanz, die über Insolvenz bestimmt
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/die_instanz_die_ueber_die_griechische_insolvenz_entscheidet_1.15349260.html

Zu target 2:
„Wir sitzen in der Falle“
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/im-gespraech-oekonom-hans-werner-sinn-wir-sitzen-in-der-falle-11653095.html

Re: Zum Austreten der Lunte ist es doch längst zu spät!

Genereller Schuldenschnitt der Staaten? Was passiert dann in einem Schuldgeldsystem? Das die Vermögen ebenso vernichtet werden! Dh. es trifft zu einem Großteil Banken und Hedgefonds - und damit wieder die Bürger (Einlagen, Lebensversicherungen, ....) - Ihr "Reset" ist damit der 3. Weltkrieg ...

Re: Zum Austreten der Lunte ist es doch längst zu spät!

Nun vielleicht bedarf es zu Ihrer Beschreibung einige Zusätze:

Die Hochfinanz braucht die Staaten ebenfalls. Denn wenn der Euro fällt, dann fällt die Weltwirtschaft zusammen. Das ist meine feste Überzeugung. Das heißt aber auch, daß es keine Fluchtwährung gibt wie es z.B. während des ersten Weltkrieges passiert ist. Wo man auf Pfund und Dollar setzte und die Mittelmächte absaufen ließ. Danach konnte man natürlich prächtige Geschäfte bei den Kriegsverlierern mit den stabilen Währungen tätigen.

Komischerweise werkelt die Hochfinanz derzeit allerdings so als wenn es noch sichere Währungen gibt! Möglicherweise kennen die kein anderes Rezept und gehen durch ihr eigenes Gift zugrunde oder die glauben wirklich, daß man mit dem Dollar doch noch durchkommen wird. Ich bin mir da nicht so sicher ob dies diesmal gelingen wird!!!

 
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