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Spanien muss Finnland für Bankenhilfen garantieren

18.07.2012 | 07:59 |   (DiePresse.com)

Helsinki will das Risiko begrenzen. Dafür muss Madrid Garantien in der Höhe von 40 Prozent der Hilfen zahlen. Das finnische Parlament muss das Abkommen noch verabschieden.

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Finnlands Regierung hat sich mit Spanien auf die Zahlung von Garantien im Gegenzug für ihre Beteiligung am europäischen Hilfsprogramm für den spanischen Bankensektor geeinigt. Spanien gebe Garantien in Höhe von 40 Prozent des finnischen Beitrags zu dem Stabilisierungsprogramm, um damit die Risiken für die finnischen Steuerzahler zu begrenzen, teilte am Dienstag das Finanzministerium in Helsinki mit. Demnach entspricht die Einigung einem im Oktober 2011 getroffenen Abkommen mit Griechenland.

Nach Angaben des Finanzministeriums werden die spanischen Garantien von insgesamt 769,92 Millionen Euro nach und nach auf das Garantiekonto Finnlands gezahlt, so wie Spanien die Kredite aus Finnland erhält. Laut dem Fernsehsender YLE liegt der finnische Beitrag zum EU-Stabilisierungsprogramm insgesamt bei 1,9 Milliarden Euro. Madrid hatte im Juni offiziell bei der EU Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro zu Stabilisierung seines angeschlagenen Bankensektors beantragt.

Madrid: Keine Pläne für Schließungen

In Madrid hatte der spanischen Notenbankgouverneur Luis Maria Linde, nicht-lebensfähige Banken sollten abgewickelt werden. Es war das erste Mal, dass ein Vertreter einer spanischen Institution einräumte, dass dies als Möglichkeit in Erwägung gezogen werden sollte. "Wenn ein Haus nicht stark genug ist, um seine Zukunft sicherzustellen, sollte es geregelt aufgelöst oder liquidiert werden", sagte Linde bei einer Parlamentsanhörung.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos hat Spanien jedoch keine Pläne für die Schließung von angeschlagenen Banken. Damit widersprach Guindos der Aussage des Notenbankgouverneurs.

Harte Linie der Finnen

Finnlands Finanzministerin Jutta Urpilainen hatte damals angekündigt, ihr Land wolle im Gegenzug für eine Unterstützung des Bankensektors Anteile gesunder spanischer Banken haben. Bereits bei den Rettungspaketen für Griechenland hatte Finnland eine harte Haltung vertreten. Ministerpräsident Jyrki Katainen begrüßte am Dienstag die mit Spanien erreichte Einigung, die das finanzielle Risiko für Finnland begrenze. Er äußerte die Hoffnung, dass das Parlament das Abkommen, das ihm am Mittwoch vorgelegt werden sollte, rasch verabschiede.

(APA/AFP)

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17 Kommentare

Kann man Bürgen, wenn man auf andere angewiesen ist?

Wenn die Finnen sich so absichern, weil sie dem Braten nicht trauen, stellt sich doch für Deutschland und Österreich die Frage, was passiert eigentlich mit dem Rettungsschirm ESM, wenn einzelne Länder ausfallen? Ob das unsere Bundestagsabgeordneten wissen, die dem zustimmten? Wir sollten sie öffentlich fragen. Mitmachen! Hier das Beispiel! (Möglicherweise lassen sich auch österreichische Nationalräte öffentlich befragen?)

http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/07/18/was-passiert-wenn-burgschaften-fur-den-esm-ausfallen/

Gast: Bonn
18.07.2012 16:51
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Auch Spanien

ist fertig mit der Wirtschaft. Die Troika muß sofort einreisen. Das Land muß sofort reformiert werden. Auch dort werden Mitarbeiter, ohne Arbeitsleistungen, in die Verwaltung eingestellt,

Die Finnen - die Nr. 1 bei PISA

Na ja, die Finnen können halt rechnen. Die PISA-Resultate kommen nicht von ungefähr.

Nach Griechenland nun auch Spanien. Ich frag' mich ja nur von welchem Geld die Spanier (und Griechen) diese Garantien bezahlen? Nein, nicht wirklich. D.h. Die Finnen zahlen mal ihre 100% und die Spanier überweisen auf ein Garantiekonto gleich 40% retour. Ist halt nur auf unterschiedlichen Konten verbucht o.s.ä.

Frage mich aber auch, wie funktioniert die EU-Solidarität? Eigentlich gar nicht. Denn defakto gibts die Nehmerstaaten und die "vorrangigen" Gläubiger wie die Finnen mit 60% Risiko und auf der anderen Seite, die nachrangigen Blöden wie Deutschland, Niederlande, Österreich, name it, mit 100 Prozent Risiko.

Die Finnen, die sind nicht deppert! (leicht abgewandelter O-Ton v. Mundl)

PS: Und weshalb kann Österreich das finnische Spielchen nicht (nach)spielen? Nun gut, die Antwort liegt wohl auf der Hand.


geht man da

schon von einem mehr als 60%igen Haircut aus?der Olli Rehn aus Finnland wirds mit Sicherheit schon wissen...Wo ist die Schotterliesl die uns erzählt, dass das Geld in Spanien gleich gut angelegt ist wie in Griechenland?

Re: geht man da

So schlimm wird´s noch nicht sein. Die 4%-Bankia-Anleihe läuft noch ca. 1,5 Jahre und liegt bei 96%. Rendite bei 9%. Würde man da von einem Haircut "ausgehen", würd das doch ganz deutlich anders aussehen.
Selbes gilt für spanische Staatsanleihen.

Re: Re: geht man da

da mögen Sie recht haben, aber warum will man dann eine 40%ige Garantie, wenn wie Sie sagen es gar nicht so schlimm kommt!ist objektiv gesehen ziemlich unlogisch!warum nicht 70% oder 80%?Die Bankia Anleihe steht bei 96%, weil Sie eine staatliche Garantie impliziert. OEVAG Anleihen sind auch teilweise at par weil der Steuerzahler garantiert!In dem Moment wo der Staat nicht mehr garantiert ist die Anleihe quasi wertlos...Herr Felderer hat in einem Interview unlängst zugegeben, dass man vom Geld für Griechenland nix mehr wiedersehen wird!Die Wahrscheinlichkeit, dass man von Spanien nahe 100% wiedersieht ist überschaubar...

Gast: das kommt alles nicht überraschend
18.07.2012 09:55
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otmar issing

ein ehemaliger direktor der ezb hat vor einiger zeit einen vortrag gehalten. der ist seelenruhig am rednerpult gestanden und hat erklärt, dass die ezb der spanischen regierung schon vor 2006 ganz offiziell vorgerechnet haben das sie ein problem haben ....
und auf die frage was die spanier dann getan haben ist sinngemäsz die anwort gekommen, die haben die berechnungen einfach in den mist geworfen und aufgrund der verschwiegenheitspflichten durfte die ezb auch nicht an die öffentlichkeit gehen ..
katastrophen kommen nie überraschend, die fachleute wissen es immer vorher, nur die politker spielen immer auf .. "das hat niemand gewust ... .)
zeit wird es, dass es endlich gerichtsverfahren gibt, wie man sie ja auch gegen jeden geschäftsführer, der die gesellschafter schädigt nur um seinen job zu behalten, führen würde ..

Re: otmar issing

Es sind immer nur Ehemalige, welche den Mund aufmachen, ebenso wie in Deutschland die Frau Däubler Gmelin, ehemals Bundesministerin der Justiz, welche jetzt für ein Referendum über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und den Europäischen Fiskalpakt eintritt. Es kommt einem vor, als wurde den aktiven Politikern ein Maulkorb verpasst.

Antworten Antworten Gast: eben drum
18.07.2012 11:53
1 0

Re: Re: otmar issing

schlusz mit diesem ganze immunitäts blabla .
. ein kurpfuscher wird ja auch nicht mit der begründung aber der patient hat ihn ja gewählt, von der verfolgung ausgenommen ...
und wenn leute über sachen abstimmen, die sie nicht verstehen, nur weil der fraktionsführer sagt, hebts die hand, dann sollen sie für ihre präpotenz doch tatsächlich dazu die hand zu heben persönlich haften .....


Re: Re: otmar issing

Der Begriff "Maulkorberlaß" ist Ihnen wohl fremd? Sie würden sich wundern, wie oft es den auch in Österreich gibt.

Antworten Gast: churi
18.07.2012 10:22
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Für Sozialisten wächst das Geld auf der Strasse, zahlen müssen es dann meist deren Wähler der kleine Mann...


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Re: Für Sozialisten wächst das Geld auf der Strasse, zahlen müssen es dann meist deren Wähler der kleine Mann...

Sie haben mit diesem einen Satz das wesentliche der Sozialdemokratie umrissen. Die haben sich aktiv eigentlich noch nie um die Arbeiterschaft gekümmert. Sie geben das immer nur vor, wenn Begünstigungen ausgemacht werden, die sowieso gegeben werden mußten.

Bei einer Diskussion wurde einmal angeführt, wenn es die Sozialdemokratie nicht gegeben hätte, dann gäbe es keine Renten und Krankengeld. Das glauben auch die meisten Menschen. In Wirklichkeit hat das Bismarck eingeführt. Klingt in manchen Ohren wie ein Witz, ist aber so!

Re: Re: Für Sozialisten wächst das Geld auf der Strasse, zahlen müssen es dann meist deren Wähler der kleine Mann...

Bismarck hat die Sozialversicherung im Dt. Kaiserreich eingeführt - korrekt. Aber warum? um der Sozialdemokratie das Wasser abzugraben. Bismarck hat auch das Verbot der Sozialdemokratischen Partei betrieben.

Dass die SPÖ inzwischen nicht mehr viel für die abhängig Beschäftigten (und noch weniger für die Arbeitslosen) tut, ist inzwischen wohl leider ebenso zutreffend.

Gast: Hans im Glück
18.07.2012 09:20
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Harte Haltung? Bei einer Garantie von 40%?

Das ist ein fauler Kompromiss.

Um Lichtjahre besser als nichts.

Gast: Vorbild
18.07.2012 08:50
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Schlafmützen

Was ist los mit unseren Schlafmützen, macht es den Finnen nach!

Die Finnen können, Frau Fekter, warum wir nicht?


Gast: Heidi
18.07.2012 08:47
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Erstaunlich

Es ist schon erstaunlich, was die finnischen Politiker alles durchsetzen, für die Zustimmung zum ESM bzw. für die Zahlung der Garantiesummen!

Warum sind die österreichischen Politiker nicht fähig ähnliches für den österreichischen Beitrag zu fordern und so das Risiko für den Steuerzahler zu verringern. Für Griechenland wurde bis dato so viel Geld überwiesen, auf der anderen Seite wurde die Sparauflagen Athens nicht eingehalten und trotzdem wird fleissig weitergezahlt??? Es ist einfach unfassbar, auf der einen Seite wird ein Sparpaket nach dem anderen in Ö verabschiedet, für das Ausland frisch frohlich Geld zu Verfügung gestellt, was bei uns Österreichern durch Kürzungen und Steuererhöhung eingenommen wird.
Die harte Haltung der finnischen Regierung ist auf jeden Fall zu bewundern und wäre auch für Österreich wünschenswert. Leider haben wir ja nur Ja-Sager in Österreich

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