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Valencia: "Spaniens Griechenland" bittet um Rettung

20.07.2012 | 17:19 |   (DiePresse.com)

Valencia beantragt als erste Region Geld aus dem neuen Liquiditätsfonds der spanischen Zentralregierung. Aus dem einstigen Aushängeschild wurde ein Symbol der Misswirtschaft.

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Als erste spanische Region hat Valencia die Zentralregierung in Madrid um "Rettung" gebeten. Die Regionalregierung des Konservativen Alberto Fabra (PP) bat Madrid am Freitag offiziell um Mittel aus dem erst in der vergangenen Woche ins Leben gerufenen Liquiditätsfonds, um die 2012 angehäuften Schulden bezahlen zu können.

Die ebenfalls konservative Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte den 18 Milliarden Euro schweren Liquiditätsfonds eingerichtet, um in akute Finanznot geratene Regionen zu unterstützen. An die Kredithilfe sind harte finanz- und budgetpolitische Auflagen gebunden.

Valencia Symbol der Misswirtschaft

Valencia wird nach Erhalt der Finanzspritze ohne die ausdrückliche Zustimmung der Zentralregierung keine eigenen Anleihen mehr auflegen oder im Ausland Kredite aufnehmen können. Zudem wird die Region dem spanischen Finanzministerium periodisch präzise Haushaltspläne vorlegen müssen. Sollte die Region die sich nicht an die vereinbarten Bedingungen halten oder die Budgetdisziplin verletzten, droht ihr eine direkte Intervention der Zentralregierung, die sie zur Einhaltung der Kriterien zwingen kann.

Einst Aushängeschild des spanischen Wirtschaftsbooms ist die Mittelmeerregion Valencia in den vergangenen Jahren zum Symbol der Misswirtschaft, Korruption und der Krise geworden. Dank des Immobilienbooms verzeichnete Valencia mit das höchste Wirtschaftswachstums Spaniens. In der gleichnamigen Mittelmeermetropole wurde die weltweit bedeutendste Segelregatta, der America's Cup abgehalten und auch die Formel-1 kam in die Hafenstadt.

Größenwahnsinnige, ruinöse Vorhaben

Doch ehemalige Prestigeprojekte wie der Bau des Flughafens in Castellón oder der architektonisch eindrucksvollen "Stadt der Künste und Wissenschaften" für 1,3 Milliarden Euro stellen sich im Zuge der Wirtschaftskrise mittlerweile als größenwahnsinnige, ruinöse Vorhaben heraus. Riesensummen an Steuergeldern wurden verprasst, eine weit verbreitete Korruption unter der Regionalregierung besorgte den Rest: Die Staatskassen sind leer und die Krise hält an.

Die Region ist praktisch pleite und zahlungsunfähig. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Hand liegen bereits bei 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die spanischen Medien bezeichnen Valencia immer öfter als das "spanische Griechenland".

Spanien: Rezession dauert auch 2013 an

Aber nicht nur für die Region Valencia ist die Lage trist. Die spanische Regierung rechnet auch für 2013 mit einem landesweiten Andauern der Rezession. Spaniens Wirtschaft wird nach den Schätzungen im kommenden Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen, wie Finanzminister Cristobal Montoro am Freitag mitteilte. Ursprünglich war für 2013 ein geringes Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert worden. Erst für 2014 wird nun mit einem Wachstum gerechnet, das auf 1,2 Prozent veranschlagt wird.

Für 2012 erwartet die Regierung der viertgrößten Volkswirtschaft der EU einen Wirtschaftseinbruch von 1,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote wird den Regierungsprognosen zufolge am Jahresende bei 24,6 Prozent liegen. Für 2013 und 2014 werden Quoten von 24,3 und 23,3 Prozent erwartet. Spanien hat derzeit die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union.

Risikoaufschläge für Anleihen steigen wieder

Spanien habe noch nie in so kurzer Zeit zwei Rezessionen erlebt, erklärte Montoro. Spanien war Ende 2008 in eine Rezession gerutscht, die erst im Frühjahr 2010 überwunden wurde. Aufgrund der gestiegenen Staatsschulden werde Spanien im kommenden Jahr Zinsen in Höhe von neun Milliarden Euro schultern müssen, sagte Montoro. Öffentliche Dienste bereitzustellen, werde dadurch noch schwieriger.

Derweil stiegen die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen, das heißt, der Zuschlag, den der spanische Staat den Anlegern für seine Bonds im Vergleich zu den deutschen Anleihen zahlen muss, am Freitag erstmals über die Marke von 600 Basispunkten. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihen kletterte über die kritische Marke von sieben Prozent. Mit diesem Zinssatz könne Spanien seinen Haushalt nicht mehr lange finanzieren, fürchten Beobachter. Es drohe dann die Gefahr, dass das Land unter den Euro-Rettungsschirm flüchten muss.

Keine Beruhigung der Märkte

Weder der 65 Milliarden Euro schwere Sparplan, den die Regierung in Madrid vorige Woche beschlossen hatte, noch das am Freitag von der Eurogruppe abgesegnete Hilfsprogramm für die maroden spanischen Banken von bis zu 100 Milliarden Euro konnte die Märkte beruhigen.

Nach Angaben von Experten zweifeln die Investoren unter anderem daran, dass es die spanische Zentralregierung gelingen wird, die autonomen Regionen zu mehr Haushaltsdisziplin zu zwingen. Die ostspanische Region Valencia beantragte am Freitag als erste autonome Region Hilfe aus einem vor kurzem von der Regierung gegründeten Rettungsfonds. Die Regionen können bei gravierenden Finanzproblemen auf diesen 18 Milliarden schweren Fonds zurückgreifen.

(APA)

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21 Kommentare
Gast: LeserdiesesArtikels
21.07.2012 19:19
1 0

Was die Risikoaufschläge bzw. die Renditen angeht, wird wohl die Vergangenheit vergessen

Wenn man das Jammern über ca. 7 % Verzinsung p.a. für die 10jährigen spanischen Bonds liest, muss man glauben, dass die 2stelligen Renditen für diese Laufzeit vor der Euro-Teilnahme völlig vergessen wurden.

Zinssätze von 10 % oder 13 % p.a. waren für längerfristige spanische Staatsanleihen früher 'normal' ...

Auch interessant, wie die Informationspolitik zur Spanien-Rettung in den Parlamenten ist. Die Regierungsabgeordneten müssen überall brav die Hand heben, ohne zu wissen, welche Details es gibt. Gut, dass es zumindest im deutschen Bundestag ein paar 'aufmüpfige Abgeordnete' gibt:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2012-07/24104574-zeitung-verfassungsrechtliche-zweifel-an-schaeubles-informationspolitik-zu-spanien-003.htm
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Und es wird spannend, was der deutsche Bundesverfassungsgerichtshof zum ESM entscheiden wird ...

100 Milliarden bleiben 100 Milliarden

auch wenn man sie zum Fenster hinaus wirft. Sind Juncker und seine Vasallen total übergeschnappt? Sind unsere Politiker noch zu retten? Euro hin oder her, jeder Cent, den man einem Land nachwirft, das nicht wirtschaften kann bzw. will, ist verloren. Aber das ist auch unser Geld und wir brauchen dieses Geld dringendst für unser Land. Wir haben nichts zu verschenken. Dieser Euro-Rettungswahn ist nicht mehr zu vertreten, er bringt uns das Gegenteil von dem, was man uns versprochen hat. Der Euro war eine Missgeburt zum Nutzen der Banken und Spekulanten, zum Schaden der Endverbraucher und Steuerzahler. Herr Juncker, gehen Sie in den Ruhestand. Sie und Ihre Euroretter sind das Geld nicht wert, das man Ihnen bezahlt.http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Bankenrettung-fuer-Spanien-droht-zu-verpuffen/story/17675983

3 0

was soll's

Im Grunde erübrigt sich jegliches Kommentar über den Euro. Meiner Meinung nach ist der schon zu seinen Lebzeiten Geschichte wie man Finanzpolitik nicht betreiben soll.

Es kann so nicht weiter gehen. Auch wenn man mit allen Tricks, was so das Geldgewerbe hergibt, versucht diese Währung zu retten. Denn im Grunde sind die beteiligten Länder an einem gemeinsamen Vorgehen gar nicht interessiert. Hier schaut nur jeder wie er am besten da heraus kommt. Auch mit so miesen Tricks, wo dem anderen mehr geschadet wird, als man selbst an Vorteilen einstreifen kann. Noch dazu werden in den Medien nationale Resentiments aufgebaut. Das geschieht nicht von ungefähr, denn die sind meistens mit der Politik verbandelt. Was mich das schlimmste befürchten läßt.

Schwarze Löcher

....und wieder, wer hätte das gedacht, hat sich ein schwarzes Loch aufgetan.
Uuhh- richtig unheimlich,diese schwarzen Löcher überall, dachte die sind im Weltall.
Wenn sich diese schwarzen Löcher verbinden , gibt es ein supermassives schwarzes Loch - das alles verschlingt - na dann Gut Nacht.

Antworten Gast: E.T.
21.07.2012 19:43
2 0

Re: Schwarze Löcher

Europa wird bald ein einziges schwarzes Loch.

...

nein wie kommt man da bloß auf dominoeffekt...
stimmt den haben wir ja verhindert ;))

Wer braucht als nächstes finanzielle Unterstützung?

Griechenland pleite, Region Valencia in Spanien pleite, Sizilien pleite, usw.. Man kann sich jetzt schon ausrechnen, dass der ESM niemals ausreichen wird, wobei noch verfassungsrechtliche Probleme hinzukommen.

http://www.petitiononline.at/extern/www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/474120_Petition-Vorabpruefung-von-voelkerrechtlichen-Vertraegen.html

Gast: Der Psychiater!
21.07.2012 07:49
4 1

Ein Fall für die geschlossene Abteilung!

Anstatt zu schauen die Exportwirtschaft anzukurbeln mit dem man wirklich Geld machen kann, und von dem Spanien mehr als genug hat, wird genau das Gegenteil gemacht!

Spanien hat viel Sonne, viel Wind, was bittet sich mehr an als Strom daraus zu machen, den man in Frankreich mehr als teuer Verkaufen könnte, dank der Atomwirtschaft die dort zu Strommangel führt, denkste falsch gedacht, so wird Atomstrom, Gasstrom und Wasserkraftwerke mit 4% versteuert, 19% für Photovoltaik, 13% für Solarthermik und 11% für Windkraftwerk.

Im Gegenzug wurde die Betriebsbewilligung für AKWs bis zur Selbstzerstörung verlängert, das Aufräumen des Drecks dort dann darf selbstverständlich wieder die europäische Sozialgemeinschaft tragen.

Ein Steigerungsform der Perversität ist wohl nur mehr in der Form möglich das nicht ein AKW das Land unbewohnbar macht sondern der Kollaps von 2 Stück auch gleich Portugal dazu zerstört!

Solar- und Windstromsteuer in Spanien
20.07.2012, Matthias Brake
http://www.heise.de/tp/blogs/2/152424

Gast: Quentin
21.07.2012 01:54
13 0

Ein ganz übler Haufen

Ich wohne im Raum Valencia und kann angesichts der hier bestimmenden größenwahnsinnigen, 100% korrupten und inkompetenten Vollpfosten seit Jahren nur mehr speiben. Wer diesen Leuten Geld gibt, gehört entmündigt!


Mariano Rajoy war in den fraglichen Jahren Bildungsminister


und für die pompösen Ausgaben der Valencia Bauten MITVERANTWORTLICH!

und der soll jetzt Spanien mit unserem EU Geld sanieren.

schöne aussichten.

mucha suerte.

Der nächste Bitte

und wieder haben 100 MRD rein gar nichts gebracht im Gegenteil, die wurden heute beschlossen und haben alles nur noch verschlimmert.

Die span. Börse sackt um 5% ab, die Zinsen für Anleihen sind so hoch wie nie zuvor seit Euro-Einführung und Spanien in Not.

Noch bevor der Sommer zu Ende geht wird Spanien komplett unter der REttungsschirm müssen und die Bankenhilfe ist einfach weg.

Solangsam müsste jedem dämmern das mit Rettungsschirmen und Totsparen der Währungsunion nicht mehr zu helfen ist.
Es wird aber weitergewurstelt bis alle Pleite sind, weil keiner vorher aufgeben oder aussteigen will.
Also müssen das die Märkte halt auf die schmerzhafte Tour durchsetzen.

Am Ende ist die ganze Währungsunion pleite und es bleibt nur noch eine Währungsreform die dann aller Voraussicht wieder national sein wird.

Antworten Gast: Kraximaxi
20.07.2012 22:32
10 0

Re: Der nächste Bitte

Im Gegenteil: Damit können Traumpensionen der staatlichen Günstlinge ein paar Monate länger bezahlt werden.

Valencia's stadtregierung schob dem santiago calatrava

das geld für die neustadt hinten rein...jetzt können wir dafür helfen!!!

irgend ein wiener stadtmacher wollte doch auch mal eine von den calatrava repliken brücken nahe dem matzleinsdorferplatz aufstellen lassen.

obs die laska war?

Antworten Gast: Mundl
20.07.2012 21:58
1 0

Re: Valencia's stadtregierung schob dem santiago calatrava


Schön schau'n die Dinge ja aus!

Drei oder vier solche Objekte hätt'ns in Wien aufstellen sollen und zahlen tät's jetzt halt die EU.

Schad, dass sich die Laska nicht durchg'setzt hat.

Größenwahnsinnige, ruinöse Vorhaben

und wir sollen dafür bezahlen!!! gehts noch, Wahnsinnige haben wir selber.

Gast: Kraximaxi
20.07.2012 18:17
12 0

Überall: Beamtenprivilegien als Ursache der Staatsverschuldung

die Bürger büßen dafür

Gast: Michael75v
20.07.2012 18:12
10 1

österreich geht den Bach hinunter

Es wird nurmehr getrickst, manipuliert und vertuscht.
Ein System welches auf solchen Praktiken beruht ist nicht überlebensfähig.
Es ist schon 5 nach 12 in Europa.
Darum Euro Austritt sofort und neuanfangen in eine positive Zukunft blickend.

Gast: SPÖVP
20.07.2012 17:59
12 0

Hey, da ...


... könnten wir doch glatt in "sozialer Wärme" den Rest der Bausparförderung streichen und die eingesparten Mittel nach Valencia verschenken!

12 1

Der ÉURO, die erste europ. Währung seit römischen Zeiten, wird einst den Turm von Babel als Symbol von Grössenwahnsinn ersetzen

auch die Merkels und Junckers unserer Tage, folgend Mitterand und Kohl, sind die Bannerträger des antiökonomischen Wahsinns, Babys und Olympioniken mit der gleichen Kost zu nähren.

Re: Der ÉURO, die erste europ. Währung seit römischen Zeiten, wird einst den Turm von Babel als Symbol von Grössenwahnsinn ersetzen

Interessant, dass Sie dieses Thema ansprechen:

http://www.eaec-de.org/Europaparlament.html

Das Europa-Parlament ist definitiv dem Turm von Babel nachempfunden, Symbolik lässt grüßen. Welche Bedeutung das für uns hat bzw. was hier auf uns zukommt, darüber soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich kann nur sagen: "Wer Augen hat der sehe."

Von der Idee, dass wir von geistig zurechnungsfähigen Leuten regiert und geleitet werden, habe ich mich schon lange verabschiedet. Eher handelt es sich um geistesgestörte Soziopathen, die dem Okkulten frönen.


8 0

Re: Der ÉURO, die erste europ. Währung seit römischen Zeiten, wird einst den Turm von Babel als Symbol von Grössenwahnsinn ersetzen

Leider gar nicht GEIL

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