Krise in Italien: Mehr Fahrräder als Autos verkauft

Fahrrad
Fahrrad(c) REUTERS (MAX ROSSI)
  • Drucken

In Zeiten von hohen Treibstoffkosten und Rezession steigen die Italiener vermehrt auf Fahrräder um.

Unter dem Druck der hohen Treibstoffpreise und der Krise boomt in Italien die Nachfrage nach Fahrrädern, während die Zahl der zugelassenen Autos auf ein Rekordtief wie in den Sechziger Jahren gesunken ist. 2011 wurden in Italien 1,750 Millionen Fahrräder verkauft, während die Zahl der zugelassenen Autos auf 1,748 Millionen gefallen ist, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag. Der Trend hält auch im laufenden Jahr an. Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Räder verkauft worden.

Für das autobegeisterte Italien, in dem fast 700 Autos pro 1000 Einwohner unterwegs waren, ist der Rad-Boom eine Revolution. Die Zahl der verkaufen Fahrräder in Italien hat in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands belief sich der Fahrradbestand in Italien 2011 auf 25 Millionen Stück. Der neueste Trend in der Fahrradindustrie sind Räder mit elektrischem Antrieb. Der Absatz von E-Bikes ist stark wachsend. Auch alte Räder werden immer häufiger neu gestylt. Der Umsatz der Fahrradindustrie beträgt eine Milliarde Euro.

Mangel an Radwegen

Ein großes Problem in Italien ist der Mangel an Fahrradwegen. Lediglich 4000 Kilometer Radwege stehen den Drahteseln zur Verfügung. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 40.000 km, in Großbritannien 17.000 km. Die Schaffung von Fahrradstraßen soll künftig von Städten und Gemeinden stärker gefördert werden, verlangt das italienische Umweltministerium.

Während die Radprozenten feiern, stöhnt Italiens Autoindustrie unter dem Druck einer beispiellosen Krise Der Markt ist auf ein Niveau wie in den 1960er Jahren gestürzt. Die Autoindustrie hat in einem Schlag 40 Jahre verloren. Experten rechnen, dass dieses Jahr lediglich 1,6 Millionen Autos verkauft werden.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.