Fitch: Ausblick für Bonität der Niederlande "negativ"

05.02.2013 | 18:14 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur bewertet die Kreditwürdigkeit der fünftgrößten Volkswirtschaft der Eurozone weiter mit "AAA". Der Ausblick wurde jedoch von "stabil" auf "negativ" gesenkt.

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Die Ratingagentur Fitch hat den Niederlanden mit der Aberkennung ihrer Topbonität gedroht. Die Kreditwürdigkeit der fünftgrößten Volkswirtschaft der Eurozone werde aber zunächst weiter mit der Bestnote "AAA" bewertet, teilte Fitch am Dienstag in London mit. Der Ausblick für das Rating wurde jedoch von bisher "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Gründe für die Entscheidung waren laut Fitch der schwache Häusermarkt und die Probleme im Bankensektor.

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Die niederländische Wirtschaft habe eine Reihe von Schocks erlitten, schreibt die Ratingagentur. Die Hauspreise seien noch stärker als erwartet gefallen. Dies belaste stark den privaten Konsum und das Verbrauchervertrauen. Die Verschuldung der privaten Haushaltes sei mit 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eine der höchsten in der Eurozone.

Nach der Verstaatlichung der SNS Bank gebe es weithin Risiken im Bankensektor. Drei der vier größten niederländischen Banken hätten ernsthafte wirtschaftliche Probleme und bräuchten seit dem Jahr 2008 Hilfe von außen. Allerdings sei die Verstaatlichung der SNS Bank alleine kein Grund, um die Bonitätsnote zu senken.

Fitch verweist darauf, dass der Schuldenstand im Vergleich zu anderen Ländern mit der der Besnote "AAA" relativ hoch sei. In der Spitze dürfte der Schuldenstand bis auf 77 Prozent des BIP steigen. Dies reduziere den Spielraum für die Haushaltspolitik. Zudem habe sich die Konjunktur schlechter entwickelt als zuvor von Fitch erwartet.

Insgesamt haben bei Fitch sechs Länder der Eurozone noch die Bestnote. Dies sind neben den Niederlanden, Österreich, Deutschland, Frankreich, Finnland und Luxemburg.

 

(APA/Reuters)

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7 Kommentare

Ich hoffe, dass auf Grund der gegen Ratingagenturen anhängigen Prozesse der Ausblick bei Fich und allen anderen negativ - ist.


wenn die das sagen…

…ist es sicher so wahr wie die Prognosen von S

Re: wenn die das sagen…

sollte heißen : S

Jajaja, Fich wird es ja wissen! Holland steht, wie alle Länder dort oben hervorragend da.


"Schwacher Häusermarkt"

auch die Preise bei uns werden sich so nicht halten können. Das kann sich der Mittelstand einfach nicht mehr leisten. Die aktuell (zu) hohen Preise werden die Nachfrage in 2013 dämpfen.

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Pensionsfonds


Das Pensionsvermögen der Niederländer beträgt 140% ihres BIPs.

Da sind sie Europameister (vor den Finnen mit 75%), die dürften so schnell keine Probleme bekommen.

Warnschuss

Durch Stellen des Ausblickes auf negativ wird eine Rückstufung immer wahrscheinlicher.

Dies bedeutet aber auch, dass der Verteilungskampf in der EU zunehmen wird, da natürlich auch steigende Leistungen an Brüssel die Bonität eines Landes belasten.

Welches Land wird wohl als erstes sich weigern weitere Belastungen für die maroden Staaten zu übernehmen?

Deutschland wird dies wohl nicht sein, da es sich nach wie vor in der Schuld aufgrund des 2. Weltkrieges sieht und sich die Schuld eines Zusammenbrechens Europas nicht aufbürden will, obwohl aus wirtschaftlicher Vernunft längst die Einstellung weiterer Hilfen notwendig wäre.

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