IWF: Schuldenkrise erreicht den Kern der Eurozone

Frankreich schlittert laut IWF-Prognose heuer in die Rezession. Anders als in der Eurozone soll die Wirtschaft in Österreich und Deutschland wachsen.

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REUTERS

Anders als in der Eurozone wächst die Österreichische Wirtschaft heuer: Das geht aus der aktuellen Prognose des Internationale Währungsfonds (IWF) hervor. Demnach wird das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 0,8 Prozent wachsen. Wesentlich schwächer hingegen entwickelt sich der Euro-Währungsraum: Die Wirtschaft soll laut IWF heuer um 0,3 Prozent schrumpfen. Die gute Nachricht: Die Weltwirtschaft hat sich trotz beharrlicher Krisen und neuer Turbulenzen stabilisiert. Vor allem die USA und die aufstrebenden Nationen profitierten von größerer Zuversicht, urteilt die Finanzorganisation. In China bleibe es trotz minimaler Einbußen bei hohen Zuwachsraten. Japan werde wegen seiner super-expansiven Geld- und Fiskalpolitik deutlich an Wachstumskraft gewinnen. Europa hingegen laufe Gefahr, vom Rest der Weltwirtschaft abgehängt zu werden.

Frankreichs gleitet in die Rezession ab

Die Schuldenkrise im Euroraum hat trotz leicht verbesserter Wachstumsaussichten für Deutschland das Zentrum der Eurozone erreicht und schürt neue Unsicherheiten. Grund ist das Abgleiten Frankreichs in die Rezession. In den anderen großen Sorgenländern des Währungsraumes Italien und Spanien führe der Weg dieses Jahr noch tiefer in die Rezession. Kurzfristig bleibe Europa mit den zusätzlichen Unsicherheiten der Zypern-Entwicklung für die Finanzstabilität der Haupt-Risikofaktor.

IWF-Wachstumsprognose
20132014
Weltwirtschaft3,3 %4,0 %
Eurozone- 0,3 %1,1 %
Österreich0,8 %1,6 %
Deutschland0,6 %1,0 %
Frankreich- 0,1 %0,9 %
Italien- 1,5 %0,5 %

Die vom IWF erwartete Schrumpfung der Wirtschaftsleistung im Euroraum von 0,3 Prozent in diesem Jahr - eine Verschlechterung gegenüber der bisherigen Erwartung um 0,2 Prozentpunkte - spiegelt dem Fonds zufolge nicht nur Schwächen am Rande des Währungsraumes wider. Mit Blick auf Frankreich hieß es, inzwischen habe "eine gewisse Schwäche" auch den Kern der Eurozone erreicht. Für das Land sieht der Fonds mit einem Minus von 0,1 Prozent in diesem Jahr deutlich schwächere Aussichten. "Dies könnte Fragen aufwerfen hinsichtlich der Fähigkeit der Kernländer, den Staaten der Peripherie zu helfen, wenn es notwendig wird", so der IWF. Mittelfristig bestehe für die Eurozone das Risiko einer andauernden Stagnationsphase.

(APA/AFP)

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