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Moody's bescheinigt Österreich höchste Bonität

23.12.2011 | 18:01 |   (Die Presse)

Die Ratingagentur belässt den Ausblick auf "stabil". In dem Abschlussbericht zu Österreich betont Moody's erneut, dass "schnelle und richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden müssen".

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Wien/Stef. Ein wenig zittern musste Österreichs Regierung letztendlich doch noch. Bereits Ende November hatte Moody's angekündigt, die Alpenrepublik erneut mit der besten Bonität „Triple A“ zu versehen und den Ausblick auf „stabil“ zu belassen. Doch war das vorläufige Scheitern der Einführung einer verfassungsrechtlichen Schuldenbremse damals noch nicht bekannt. Die Ratingagentur hatte stets betont, dass ein konstitutionelles Schuldenlimit ein wichtiger Grund für die Vergabe der Bestnote sei.

Trotz der Uneinigkeiten zwischen Regierung und Opposition rund um die Budgetkonsolidierung bescheinigte die Agentur Österreich am Freitag erneut das beste Kreditrating sowie einen stabilen Ausblick. Die Kreditwürdigkeit beeinflusst die Zinsen, die die Republik für ihre Schulden bezahlen muss. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank nach der Bekanntgabe von Moody's auf unter drei Prozent. Noch im November musste Österreich den Investoren zwischenzeitlich 3,8 Prozent Rendite bieten. Bis 2015 benötigt die Republik rund 100 Mrd. Euro von den Kapitalmärkten, um ihre Staatsschulden von derzeit 217 Mrd. Euro finanzieren zu können.

 

Regierung muss um Opposition buhlen

In dem Abschlussbericht zu Österreich betont Moody's erneut, dass „schnelle und richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden müssen“, und führt als Beispiel die verfassungsrechtliche Schuldenbremse an. Bislang sträubt sich die Opposition, einem maximalen strukturellen Budgetdefizit von 0,35 Prozent ab 2017 zuzustimmen. Für ein Verfassungsgesetz ist aber eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Nach Weihnachten wollen die Regierungsparteien weiter um die Zustimmung der Opposition buhlen. Scheitern die Verhandlungen, droht die Republik die beste Bonität schon bei der nächsten Bewertung zu verlieren.

Als größtes Einzelrisiko für die Finanzstabilität Österreichs führt Moody's das Engagement der Banken in Osteuropa an. Die heimischen Institute sind in der Region mit einem Marktanteil von 22 Prozent Marktführer. Durch die sich verschlechternde Wirtschaftslage könnten sich viele Kredite als uneinbringlich erweisen. In Zeiten des Aufschwungs vergaben die Institute viele Kredite ohne entsprechende Sicherheiten. Die Außenstände der größten Banken (inklusive der UniCredit-Tochter Bank Austria) in Osteuropa belaufen sich insgesamt auf 100 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung. Eine dramatische Verschlechterung der Konjunktur könnte die Institute in der Region – und damit die Republik, die für die Spareinlagen zum Teil bürgt – vor eine unlösbare Aufgabe stellen, warnt Moody's.

Warum also hat die Agentur trotz der genannten Risken dem Land nach wie vor die beste Bonität zugesprochen? „Die österreichische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren schneller gewachsen als im europäischen Durchschnitt“, schreibt Moody's in dem vierseitigen Bericht. Als Pluspunkte heben die Begutachter weiters die „gut ausgebildeten Arbeitskräfte“ sowie den „kompetitiven Exportsektor“ hervor. Österreichische Unternehmen werden heuer laut Wirtschaftskammer Waren im Wert von mehr als 120 Mrd. Euro ausführen – mehr als je zuvor.

 

S&P-Entscheidung steht im Jänner an

Die Regierung übte sich am Freitag nach Bekanntgabe der Bestnote von Moody's in Zurückhaltung. „Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben. Dieses Vertrauen müssen wir uns auch in Zukunft erhalten“, sagte Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP). Finanzministerin Maria Fekter nützte die Einschätzung von Moody's, um vor von der SPÖ geplanten Steuererhöhungen zu warnen: „Schwächen in der Standortpolitik“ könnten „uns schneller auf den Kopf fallen, als uns lieb ist“.

Die nächste wichtige Bewertung steht bereits im Jänner an. Dann dürfte Standard & Poor's die Bonitätseinstufungen für jene 15 Euroländer, denen die Agentur kürzlich mit einer Herabstufung drohte, bekannt geben. Betroffen sind auch Deutschland, Frankreich – und Österreich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2011)

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18 Kommentare
cosinus
25.12.2011 19:06
0 0

Dank an Moody's!

Sollte sich Österreich nicht bei Moody's revanchieren und diese Agentur irgendwie auszeichnen? Vielleicht mit dem "Goldenen Ehrenzeichen am Band für Verdienste um die Republik Österreich" oder einem Gütesiegel a la AMA oder wenigstens mit 3 Hauben und einer Banderole. Aber unsere "Eliten", die wie das Kaninchen auf die Schlange starren, sind nicht einmal dazu fähig.


kumpfus
24.12.2011 15:51
0 1

Dankeschön

Das ist doch nur anständig von Moody's, dass er Hrn. Felderer und der ÖVP ein kleines Dankeschön für die hervorragende Zusammenarbeit zukommen lässt.

fireone
24.12.2011 12:00
2 0

So

lange von Österreich Geld für alles Mögliche zu holen ist, wird es sein Triple A - Rating behalten. Erst wenn es nichts mehr gibt, werden wir herabgestuft.

Antworten Boris
24.12.2011 12:34
0 0

Re: So

Sie haben es erkannt!

bravo.

Gast: Wunderlich
24.12.2011 07:39
2 0

AAA --> neue Schulden kommen

So sehr ich mich freue, dass Österreich das AAA behalten konnte, so sehr ängstigt mich meine Vermutung, dass Sparen nun erst wieder nicht ernsthaft angegangen wird.

Sie Schulden-Partei-Österreichs wird dieses AAA medial als ihren Erfolg inserieren, damit das erste Geld verbraten und sich sofort wieder um Steuererhöhungen und neue Ausgaben kümmern, damit es kein Morgen gibt. Die Grünen werden ihnen dabei willig helfen, Hauptsache sie dürfen dafür ein paar Radwege haben.

Österreich wird auf diesem Weg nicht nur das AAA mittelfristig verlieren, sondern auch die Zukunft der Kinder verspielt haben.

Ein mündiger Bürger mit sozialem Gewissen muss eine Sparpolitik wählen und darf sich nicht blenden lassen, dass die nächsten 9Mrd(!) Defizit über "Vermögensabgaben" gedeckt werden können. Die erzielbaren Mehreinnahmen sind nur ein Bruchteil davon während wenige Prozent Einsparungen bei der Verwaltung bereits die Lücke decken könnte.

Gerne würde ich jedem Beamten 5% mehr in den nächsten 5 Jahren zahlen, wenn garantiert wird, dass dafür jeweils 7% jährlich weniger im Dienst verbleiben. Würde ca 11% in 5J gegenüber heute einsparen, sofern die nicht in die Pension geschickt werden.


Gast: Oktomgard
24.12.2011 03:52
2 0

Zur Diktatur eines Wirtschaftszweigs

Soll das ein Scherz sein? Diese Rating Argenturen gehören abgeschafft! Sie verdienen ihr Geld damit Blasen zu bilden indem sie schrottige Finanzprodukte für zahlende Kunden mit triple A bewerten.

Außerdem sind sie ein Erpressungswerkzeug von Finanzfirmen, denen sie gehören und dem Vernehmen nach kriecht die gesamte österreichische Regierung nach der Bewertung diesen Putschisten von Griechenland und Italien in den A****.

Siehe das Italienische Programm: Die vollständige Wirtschaftsagenda der US Republikaner und der Tea Party Sparmaßnahmen, die zum Abbau des Sozialstaats führen (Verkleinern der Regierung)
Massensteuer statt Belastung von Millionären und Milliardären
Privatisierung durch Verkauf von staatlichen Betrieben und Einkommensquellen

Kurz:
Akzeptanz der Bankenregierung
Das Volk bezahlt für die Krise, nachdem das Steuergeld in den Finanzsektor verschoben wurde
Akzeptanz der Aufgabe des Sozialstaats
Schwächung der Politik und weitere satte Gewinne für Investoren und Banken

Zu erlauben, dass Leute, die ein Geschäft mit ihnen machen wollen sie regieren wird wohl der größte Fehler der Italiener und Griechen gewesen sein.

Boris
23.12.2011 19:44
2 0

Nichts ist so wie es scheint

Das ist ein gar nicht so cleverer Trick den nicht alle durchschauen.
Indem man Österreich momentan das AAA lässt kann man mehr (über den Umweg des sogenannten Rettungsschirms in den wir die erste Tranche Jänner 2012 physisch einzahlen - nicht nur garantieren) Geld absaugen als bei der Zinserhöhung die durch den Verlust der Höchstzahl lukrieren könnte.
Sobald S&P im Jänner das tripple A kippen wird zahlen wir dann doppelt.

Antworten Gast: Megamax
24.12.2011 08:09
0 0

Re: Nichts ist so wie es scheint

... solange es nur "Giralgeld" ist kann es uns eh egal sein... ^^

Antworten Antworten Boris
24.12.2011 12:36
1 0

Re: Re: Nichts ist so wie es scheint

Klar.

denn das Giralgeld sind vor allem die täglich fälligen Guthaben bei Kreditinstituten - also das Geld das der Bürger der Bank anvertraut hat und nicht mehr sehen wird...

Gast: Mir doch wurscht
23.12.2011 18:35
2 0

Was für ein Geschenk für den Kanzlisten

jetzt kann er wieder ungehemmt und auf Teufel komm raus inserieren.

Gast: apfelmännchen
23.12.2011 18:34
3 0

danke für die Wahrheit...

"und damit die Republik, die für die Spareinlagen zum Teil bürgt"

Wir bürgen also mit unserem Steuergeld für unsere eigenen Einlagen die bei den Banken liegen, welche nicht die notwendigen Rücklagen haben unser dort deponiertes Geld decken zu können - allerdings nur zum Teil.

Dies bedeutet etwas bildlicher dargestellt:

Würden wir Nüsse sammeln und diese in einem Silo einer Firma einspeichern, um uns eine Reserve zu schaffen - wir im schlimmsten Fall nicht mehr all unsere Nüsse bekämen und am Ende noch dafür weitere Nüsse abliefern müssten um wenigsten einen Teil der von uns gesammelten Nüsse überhaupt zurück zu erhalten.

Ja wo sind denn all die Nüsse hin? Hm?

Antworten Boris
23.12.2011 22:00
1 0

Ja wo sind denn all die Nüsse hin? Hm?


Die Nüsse sind nicht verschwunden und sie haben sich auch nicht dematerialisiert - es hat sie nur jemand anders.

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
24.12.2011 07:48
1 0

Re: Ja wo sind denn all die Nüsse hin? Hm?

@Boris - genau. Meine von mir gesammelten Nüsse hat jetzt jemand anderer. Das nennt man Diebstahl, nicht?

Antworten Antworten Antworten Boris
24.12.2011 12:37
1 0

Re: Re: Ja wo sind denn all die Nüsse hin? Hm?

Diebstahl nennt man in neusprech "Wertberichtigung"

Antworten Gast: nestbeschmutzer
23.12.2011 20:35
3 0

Re: danke für die Wahrheit...

apfelmännchen, sie haben es perfekt durchschaut. So zieht man uns seit Jahren an der Nase rum: und wenn wir uns wehren, werden wir über den Ladentisch gezogen werden, dann verkauft man uns die Reibungswäreme als Empathie....

Gast: apfelmännchen
23.12.2011 18:23
2 1

Ein Triple A unterm Weihnachtsbaum

wie herrlich.

Dass es den neo-cons gefällt, wenn Moodys bescheinigt dass es in Österreich noch immer genügend Potenzial gibt das Geld von unten-nach-oben zu verteilen verwundert mich in keinster Weise.

Gast: africano
23.12.2011 18:20
1 0

Die uneinbringlichen Krdite,werden uns GUT geschrieben .


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