EU-Kommissarin: Euro würde Griechen-Austritt überleben

07.02.2012 | 15:08 |   (DiePresse.com)

Neelie Kroes ist zwar gegen eine Rückkehr zur Drachme. Sie relativiert allerdings auch den Euro-Austritt Athens: "Es wäre nicht das Ende der Welt, wenn jemand die Eurozone verlässt".

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EU-Kommissarin Neelie Kroes hält den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für verkraftbar. Zwar sei sie dagegen, dass das Land zur Drachme zurückkehre, doch wäre es "nicht das Ende der Welt, wenn jemand die Eurozone verlässt", sagte sie der niederländischen Zeitung "Volkskrant" am Dienstag. "Es hieß immer, wenn man ein Land gehen lässt oder es um Austritt bittet, stürzt das gesamte Gebäude ein. Das stimmt einfach nicht", so Kroes. Und weiter: "Die Griechen müssen verstehen, dass 'wir Deutsche' und 'wir Niederländer' nur Nothilfen an unsere Steuerzahler verkaufen können, wenn es einen Beweis des guten Willens gibt."

Die liberale niederländische Politikerin war jahrelang Wettbewerbskommissarin. Seit 10. Februar 2010 ist sie für die Digitale Agenda in der EU-Kommission zuständig.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte versuchte ebenfalls, auf einen Euro-Austritt Griechenlands einzustimmen. Die EU müsse Maßnahmen ergreifen, dass "wir einem solchen Abgang gewachsen wären", sagte Rutte am Dienstag im niederländischen Radio.

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Barroso: "Wollen Griechenland im Euro"

Die EU-Kommission hat unterdessen ihre Haltung bekräftigt, dass Griechenland in der Eurozone bleibt. Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sagte am Dienstag: "Ganz Europa hat seine Augen auf Griechenland gerichtet. Wir sind in einem sehr entscheidenden Moment im Hinblick auf die Zukunft Griechenlands. Wir wollen Griechenland im Euro". Die Kosten einer Staatspleite und eines möglichen Austritts des Landes aus dem Euro wären viel höher als Griechenland in der Eurozone zu halten, begründete er seine Haltung.

Für den Verbleib in der Eurozone plädierten auch der EU-Kommissar Antonio Tajani. Es sei eine "völlig irreale Vorstellung, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheren könnte".

Generalstreik legt öffentliches Leben lahm

Griechenland bemüht sich derzeit in Gesprächen mit der sogenannten Troika aus EU, IWF und EZB, Rettungshilfen im Volumen von 130 Milliarden Euro loszueisen. Im Gegenzug sollen die Regierungsparteien in Athen verbindlich einer Reformagenda zustimmen, die die internationalen Geldgeber zur langfristigen Sanierung der Staatsfinanzen vorgeben.

Hier hakt es jedoch, da sich im Land Widerstand gegen den harten Sparkurs regt, der sich am Dienstag in einem weiteren Generalstreik Luft machte. Unter dem Motto "Es reicht!" riefen die beiden großen Gewerkschaftsverbände ihre Mitglieder zu Streiks und Kundgebungen auf. Bestreikt wurden Schulen, Ministerien, Banken und Krankenhäuser. In der Hauptstadt Athen setzten sich die U-Bahn und die Busse mit Verspätung in Bewegung. Die Fährverbindungen wurden durch einen Streik der Seeleute behindert. Der Flugverkehr war nicht betroffen.

In Athen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei rund 10.000 Menschen bei strömendem Regen gegen die massiven Sparpläne, die unter anderem den Abbau von 150.000 Beamten vorsehen (mehr dazu ...).

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(Ag.)

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94 Kommentare
 
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Siehe da, es gibt doch Alternativen

und das jetzt, nachdem bereits hunderte Milliarden an effektivem Geld sowie Garantien verbraten wurden!

Gast: athene14
07.02.2012 14:22
5

die reichen steuerhinterziehenden griechen und politikerwie papandreou u.co. haben nun ihr geld sicher in der schweiz oder jersey u.die europäischen banken werden mit unseren steuergeldern subventioniert- also gibts keinen grund mehr das griechische volk länger am eu gängelband leiden zu lassen.


Gast: think
07.02.2012 14:18
6

in den deutschen und internationalen medien wird laufend über die griechensteiks und das eu desaster bereichtet- in österreich hält der linke ORF still und lässt nur schönfärbereien zu.


Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

Die GR können mit der Drachme mit Sicherheit besser überleben als mit dem EURO.

Vielmehr sollte man sich den Schuldigen für dieses Desaster zuwenden.
Wer ist verantwortlich für die Aufnahme?
Wer ist verantwortlich für die Auszahlung der Gelder die nicht bei der Bevölkerung ankamen?
Wer hat sich bereichert?

Es ist sehr bezeichnend, dass diese Fragen in Brüssel nicht gestellt werden.

Re: Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

goldman sachs hat den griechen zur aufnahme verholfen.
und dann auch noch schoen 2008 abgecasht.
die greift aber sicher niemand an.

ich fuerchte nur dass es bald richtig krachen wird. und ich meine nicht mit geld. und dann werden die karten neu gemischt.

Antworten Gast: Erwachet, das Ende ist nah
07.02.2012 14:39
3

Re: Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

Die Politik wird die Schuld an der kommenden Katastrophe Banken und Spekulanten in die Schuhe schieben. Oder als Versagen des Kapitalismus.
Und der dumme Pöbel wird es glauben.
Wetten dass..

Re: Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

Die werden doch nicht sich oder ihren Sponsoren ins Knie schießen!

Re: Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

Der Euro und die EU soll zum **** gehen! Ich möchte den Schilling wieder haben!

Bitte! dann laßt wenigstens die Euro Zone überleben!

Die GR können mit der Drachme mit Sicherheit besser überleben als mit dem EURO.

Vielmehr sollte man sich den Schuldigen für dieses Desaster zuwenden.
Wer ist verantwortlich für die Aufnahme?
Wer ist verantwortlich für die Auszahlung der Gelder die nicht bei der Bevölkerung ankamen?
Wer hat sich bereichert?

Es ist sehr bezeichnend, dass diese Fragen in Brüssel nicht gestellt werden.

Gast: Na und?
07.02.2012 14:05
0

So würde ich es machen:

Den EUR für die wirtschaftlich starken Staaten, einschließlich stark harmonisiertem Steuerwesen.

Kandidaten müssten gewissen wirtschaftliche Eckdaten wie Verschuldung, Lohn usw. vorweisen. Dann könnten diese mitmachen.

Die ganze EU, also auch Staaten ohne den EUR, ist wirtschaftlich verbunden durch Zollfreiheit, Niederlassungsfreiht, evtl. auch durch einheitliche Steuersätze. Infrastrukturprojekte könnten auch länderübergreifend durchgezogen werden.

Flankiert wird diese Integration durch Volksabstimmungen, wo für oder gegen Projekte und Gesetze gestimmt wird. Auch bei Neuaufnahme neuer Staaten gibt´s eine Abstimmung.

Aber NIE würde ich die Formel EU-Staaten = EUR-Staaten einfach so durchziehen!!!

Gast: nnn
07.02.2012 13:58
0

der euro wirds auch überleben wenn mal ein land pleite geht


Gast: Test Test Test
07.02.2012 13:50
13

Muaaahh, was für ein Trottelhaufen

was die viel geschmähten Euroskeptiker sowie Prof. Hans Werner Sinn schon seit Jahr und Tag erklären, kommt (scheinbar) erst jetzt bei den EU-Doofies an. Aber wir wollen nun auch den nächsten Schritt konsequent setzen: Schröder, Fischer und alle, die an diesem Volksverbrechen beteiligt waren, vor den Kadi. PS: Wo ist eigentlich die Schottermitzi, mit ihrem guten Geschäft?

Der Euro wird es vielleicht überleben aber

wird es auch Griechenland überleben?

Antworten Gast: krachmandel80
07.02.2012 14:01
4

Re: Der Euro wird es vielleicht überleben aber

So wie es die Griechen dann nicht mehr interessiert was mit der ach so bösen EU passiert braucht es uns dann nicht mehr interessieren was mit ihnen passiert.

Dann können sie ihre super Wirtschaft anstarten und zeigen was sie drauf haben aber wahrscheinlich ist der erste Akt,wenn sie nicht mehr unter Beobachtung stehen,dass sie alle Arbeitsfähigen in den Staatsdienst stellen.

Gast: hermann..
07.02.2012 13:40
1

spinnt der finanzminister oder ist das normal??

unglaublich wie hart das leben dieser politiker in griechenland jetzt sein muss..

da wird doch tatsächlich ein neues kapitel geöffnet, wenn ein anderes abgearbeitet ist, anstatt mal eine woche urlaub zu machen, bevor es ans nächste kapitel geht..

die arbeiten doch schon fast so wie wenn sie normale arbeitnehmer wären - die müssen nämlich auch immer wieder u. wieder weiterarbeiten.

Die Austrittsszenarien sind längst schon durchgespielt,

ansonsten würde sich die EU-Kommissarin nicht zu dieser Aussage hinreißen lassen.

Die einzigen zwei Fragen sind wohl nur noch der Zeitpunkt des Austritts und welches Land als nächstes drankommt...

Lieber ein Ende mit Schrecken...


....als ein Schrecken ohne Ende.

Endlich spricht es ein Kommissar aus!

Natürlich würde der Euro den Austritt der Griechen überleben. Endlich eine Stimme der Vernunft inmitten aller gleichgeschalteten Aussagen von Politikern, Professoren und sonstigen sich wichtig nehmenden Personen.

Antworten Gast: Skepticism
07.02.2012 13:45
3

Re: Endlich spricht es ein Kommissar aus!

Stimme der Vernunft? Wenn nicht die ganze Kommision mit einem sehr baldigen Austritt GRs rechnen würde, so wäre es niemals zu dieser Aussage gekommen.

 
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