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Banken sorgen für „Bank Run“ vor

24.05.2012 | 17:11 |   (Die Presse)

Raiffeisen International stockt Reserven auf, um für einen „Sturm auf die Bankschalter“ bei einem Griechenland-Exit „flüssig“ zu sein. Auch die Nationalbank fürchtet eine „massive Erschütterung“.

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Wien/red. Wenn Griechenland ungeordnet aus dem Euro austritt, dann droht nicht nur im Land selbst ein Sturm auf die Bankkonten. Auch in anderen europäischen Ländern, speziell in Südosteuropa, fürchten die Geldinstitute für diesen Fall einen „Bank Run“. Und sie rechnen so sehr damit, dass sie bereits vorzusorgen beginnen.

Herbert Stepic, der Chef der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI), sagt, sein Institut habe sich für diesen Fall einen „Liquiditätspuffer“ von 25 Mrd. Euro auf die Seite gelegt. Damit wolle man sich für den Fall einer Eskalation der Griechenland-Krise vor allem „gegen Kunden- und Marktunsicherheiten bei Osttöchtern“ wappnen. Diese Summe für den „Ernstfall“, die „einige Milliarden über normal“ liege, sei in den vergangenen Monaten aufgebaut worden.

Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Risikorückstellungen erhöht. Die Aufstockung um 400 Mio. auf 7,2 Mrd. Euro wird allerdings nicht explizit mit der Griechenland-Krise begründet. Man habe die Dotierung „angesichts der hohen Unsicherheit der Märkte“ erhöht, sagt OeNB-Präsident Claus Raidl bei der Präsentation der Nationalbankbilanz.

Ob sich die Europäische Zentralbank (EZB) konkret schon auf einen Austritt Griechenlands vorbereitet, wollte Notenbank Gouverneur Ewald Nowotny, der Österreich im EZB-Rat vertritt, nicht konkretisieren: „Jede Notenbank der Welt hat die Verpflichtung, sich für alle Eventualitäten vorzubereiten“, sagte Nowotny. Aber sie habe ebenso die Verpflichtung, „nicht zu allen Fragen einen Kommentar abzugeben“.

Ein Austritt Griechenlands würde jedenfalls „große Erschütterungen“ auslösen, deren Folgewirkungen man nicht abschätzen könne, meinte der OeNB-Gouverneur.
Bei dieser Einschätzung trifft er sich mit RBI-Boss Stepic: Der sieht für diesen Fall einen „heißen Sommer“ auf Europa zukommen. Am schlimmsten werde die Situation natürlich in Griechenland selbst sein, wo auf Private wie auf Unternehmen existenzbedrohende Zahlungsschwierigkeiten zukämen. Aber auch im übrigen Europa müsse man sich Sorgen machen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es zu einer „großen Verunsicherung der Sparer“ kommen werde. Wenn die in größerem Stil ihre Einlagen abziehen, kämen extreme Belastungen auf das Bankensystem zu.

Und wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Für Stepic durchaus: Die Chancen, dass Griechenland im Euro verbleibt, stünden derzeit 50 zu 50. Die Banken selbst sehen dieses Szenario jetzt jedenfalls entspannter als noch vor zwei Jahren. Es stünden mit den beiden Rettungsschirmen und mit Maßnahmen zur Liquiditätsstützung durch die EZB effiziente Instrumente zur Verfügung. Dadurch sei die „Ansteckungsgefahr“ für andere Krisenländer wie Spanien oder Italien deutlich gesunken. Und die Banken selbst hätten auch vorgesorgt.

Staatsgold in Zürich und London

Das sieht auch Nowotny so: Griechenland sei nicht mit den anderen Eurostaaten zu vergleichen und es wäre geradezu fahrlässig, die griechischen Probleme „sofort auf andere Staaten zu übertragen“, meinte der OeNB-Gouverneur.

Wie hoch das Griechenland-Risiko der Nationalbank konkret ist, wollte der OeNB-Gouverneur nicht sagen. Die Notenbank hat, wie gesagt, ihren Risikopolster auf 7,2 Mrd. Euro aufgestockt. Die OeNB hat im Vorjahr ein „wirtschaftliches Ergebnis“ von 249 Mio. Euro (minus 14 Prozent) erwirtschaftet. Der Bund erhält von der Notenbank 231 Mio. Euro nach 269 Mio. Euro im Jahr davor.

Zur Diskussion um die Goldreserven versprach Nowotny „größtmögliche Transparenz“. Die 280 Tonnen Staatsgold seien in Wien, Zürich und London gelagert.

Auf einen Blick
Ein heißer Sommer droht den Banken, wenn Griechenland aus dem Euro austritt. Die Raiffeisen Bank International (RBI) fürchtet in diesem Fall einen „Bank Run“ in Osteuropa – und hat dafür 25 Mrd. Euro Liquidität auf die Seite gelegt. Die Chance für den Verbleib Griechenlands im Euro stünde nur 50 zu 50.

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102 Kommentare
 
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Gast: in Ö sind sowieso schon fast alle pleite
29.05.2012 17:30
0 0

Die Länder ohne Euro + EU-Diktatur florieren: Schweiz, Norwegen

Und D samt Ö könnten ihren geschaffenen Wohlstand selbst genießen. Autonome Wirtschaftspolitik, Souveränität ohne Ärger und ständige Probleme durch wohlstandvernichtende Migranten, Grenzkontrollen und kaum Wohnungseinbrüche: es klingt nach Paradies.

Es ist sehr nachlässig von der EZB,

daß es noch keine 10.000 Euro-Scheine gibt. Damit könnten alle Staatsanleihen und die Luftgeldschöpfungen der Banken problemlos ausbezahlt werden.
Stattdessen sollen Deutschland und Österreich für die Schulden von ganz Europa haften und so in die Pleite getrieben werden.
Und: wir haben schon soviel unmöglich rückzahlbare Schulden in den Ländern, die unser Gold aufbewahren, daß diese uns das Gold sicher nicht zurückgeben müssen. Es wurde allein durch die Zinsen verbraten.

Gast: Wirtschaftler
25.05.2012 22:50
1 0

Sorry, aber:

".....fürchten die Geldinstitute für diesen Fall einen „Bank Run“. Und sie rechnen so sehr damit, dass sie bereits vorzusorgen beginnen."----
Wenn sie erst jetzt mit dem Vorsorgen anfangen, zeigt uns das, mit welchen Vollkoffern wir es in der Vergangenheit zu tun hatten.

Gast: anderswo
25.05.2012 20:09
0 0

Rückblick


http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken

Angesichts dieser Beträge erscheint es etwas absurd, dass das griechische Zwergerl die Ursache für einen Bank Run sein soll.

Aber wenn Banken schon einen möglichen Bank - Run in die Öffentlichkeit posaunen, ist das eine Botschaft, die niemand überhören sollte.

Ruhe bewahren

Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber.

Gast: fj14
25.05.2012 13:22
2 0

wenn die Menschen merken

das sich die weltweite Menge an Waren in den letzten 15 Jahren vervierfacht, und die Geldmenge VERVIERZIGFACH hat.
alles ungedeckte Papierschnipsel, und selbst davon gibt es physisch nur ca. 10%
alles andere existiert nur im Computer.
gute Nacht wenn mehr als 10% abgehoben werden.

Gast: der Finsternis entronnen
25.05.2012 13:20
6 1

Nebennutzen

Ein bedeutender Nebennutzen des Zusammenbruchs des EU-Faschismus wäre die Wiedereinführung von Grenzen und Grenzkontrollen (ein wesentliches Merkmal jedes selbstbestimmten Staates, wie übrigends die eigene Währung auch).

Dann könnten wir wieder die Fahrräder unversperrt im Hof abstellen, das Haustor offen lassen, wenn man kurz weggeht, die Nacht durchschlafen ohne Einbruch oder Raub zu befürchten und S-Bahn-fahren ohne sich eine blutige Nase zu holen.

Antworten Gast: GastUser
25.05.2012 20:20
0 2

Re: Nebennutzen

Ich glaube Sie sind der Finsternis noch nicht entronnen...

Antworten Gast: Andersdenker
25.05.2012 13:46
2 5

Re: Nebennutzen

und außerdem hätten wir:
-) endlich wieder Grenzkontrollen und Staus wenn wir in die Ferien fahren

-) weniger Touristen, die die Kontrollen nerven

-) weninger Einkäufer, Tagestouristen, ergo weniger Handelsumsatz und weniger Einkünfte und Beschäftigung

-) Wechselkursrisiken und Wechselkursschwankungen, die den Unternehmen Kosten verursachen, ergo geringere Löhne, weniger Steuereinnahmen, mehr Arbeitslosigkeit

toll oder?
am Besten wir führen wieder Grenzkontrollen an den landes- und Stadtgrenzen ein (zwischen NÖ und Wien, mit Stadtmauern vielleicht),
oder wieder Grenzkontrollen an der Gemeindegrenze!
dann wird sicher alles besser
P

Antworten Antworten Gast: der Finsternis entronnen
25.05.2012 16:34
4 0

Re: Re: Nebennutzen

@Andersdenker,

wenn "sie" vor deiner Schlafzimmertüre stehen, dann verlieren "Ferien" und "Staus" für dich plötzlich ganz arg an Bedeutung!

Gast: unbeteiligter
25.05.2012 12:16
3 1

man kann jetzt überall lesen....

wie eine Währungsumstellung geht; am Besten an einem langen Wochenende ,wenn die Banken zu haben, damit die Leute keinen Bankrun machen können

da fällt mir ein: ist nicht Montag Feiertag ??

gute nacht Griechenland


Re: man kann jetzt überall lesen....

Ist das auch ein Feiertag bei den Orthodoxen ?

Re: man kann jetzt überall lesen....

Da der Euro in den anderen Ländern weiterbesteht, zumind. noch eine Weile, ist auch verständlich, dass die Griechen auf die Banken rennen. Bei einer Umwechslung auf Drachmen oder was auch immer, wird natürlich sehr abgewertet.

Für Österreich schaut die Situation einstweilen anders aus. Bei einer Umwechslung in ATS müsste man nicht mit sehr hohen Verlusten rechnen (wahrscheinlich wäre es sogar ein Gewinn, da der Euro ja nivelliert ist und wir offiziell zu den besseren Volkswirtschaften gerechnet werden).

Ach, wär das schön, wenn wir den Schilling wieder hätten...

Gast: Systemrambo
25.05.2012 11:32
5 1

einige Systemerhalter hier im Forum?

lasst mich raten:

- beamtete GenderbeauftragtIn?
- Fondsverkäufer?
- linksautonome Projektarbeiter?
- BüropraktikantIn vom Faymann?
- Steuereintreiber und -berater?
- Konsumkreditfinanzierer?
-

Re: einige Systemerhalter hier im Forum?

No panic on the Titanic!
Ein Bank-Run führt erst recht zur Katastrophe. Immer mit der Ruhe (putzt man die Schuhe)..

nachdenken

was hat es zu bedeuten, wenn große anleger geld zum nulltarif verleihen bzw. sogar eine prämie zahlen um es 'sicher' anlegen zu können? (siehe teilweise deutsche, dänische, niederländische anleihen). hier sieht man ganz klar was aktuell gespielt wird und wie die kleinen leute wieder mal für dumm verkauft werden sollen à la aussagen: alles bestens, kein grund zur sorge. (warum geben zb die großen investoren dann ihr geld nicht auf ein festgeldkonto oder sparbuch, wo sie x % erhalten würden, sondern verzichten auf diese rendite, wenn angeblich alles eh so super sicher ist?) schön langsam sollten die menschen dahinter kommen was sich wirklich hinter solchen beschwichtigungen verbirgt: nämlich sicher nicht, dass wirklich alles bestens ist. (zum vergleich eignen sich die aussagen führender politiker/banker der letzten 2,3 jahre). die schlüsse daraus muss dann jeder für sich selber ziehen.

Gast: Hans im Glück
25.05.2012 10:22
12 0

Das ist ein Witz... Banken sorgen vor...

Sollte es wirklich zu einem Bank Run kommen kann keine Bank vorsorgen.

Es reicht schon, dass man einen sehr geringer Prozentsatz der Kundengelder abhebt und die Nationalbank ist gezwungen ALLE Banken europaweit zu schließen.

Wer die als Lapalie abtut dem ist nicht zu helfen.

SAYONARA!!!

Gast: smilefile
25.05.2012 09:35
15 1

Bank Run??

Lieber Herr Nowotny...

...bitte sehen sie mal dazu, daß die österreichischen Goldreserven (österr. Volksvermögen!) wieder nach Österreich kommen.

Und nicht länger den unterschiedlichsten Banken div. Staaten zur Verfügung stehen!


Gast: LKSZ99
25.05.2012 09:29
15 0

Bin schon weg

If panic, panic first!

und "lernen`s Geschichte"!

und keine Sorge "diesmal ist alles anders"!

;-)

PS: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null“ (Voltaire)

Re: Bin schon weg

Ich habe alle Umschichtungen schon 2008 erledigt..

Antworten Gast: Hans im Glück
25.05.2012 09:37
7 0

Re: Bin schon weg

Dieses lange Pfingstwochenende kommt mir spanisch bzw. griechisch vor... :-)

Ist ein guter Termin für einen Bankfeiertag.

Antworten Antworten Gast: Silberfisch
25.05.2012 11:28
0 0

Re: Re: Bin schon weg

Denke ich werde heute noch ein wenig Euro-Klopapier versilbern :-)

Re: Re: Re: Bin schon weg

Nehmen Sie sich kleine Münzerln - grad für ein paar Wocheneinkäufe - Philharmoniker 1/10 oder kleine Dukaterln, sodass es für ein paar Monate reicht. Aber wechseln Sie nicht all Ihr Erspartes um, dabei werden Sie nämlich garantiert verlieren.

Ansonsten empfehle ich die Umwandlung in Naturalien: Krisendepot - Lebensmittel, die möglichst lange haltbar sind. Vergessen Sie die Zahnpasta nicht! Ich habe z.B. sehr viel Mehl vorrätig, da ich Brot backen kann. Ich habe das sogar schon am Kugelgrill ausprobiert, falls auch die Stromversorgung zusammenbricht - Kerzen, Zündhölzer - denken Sie an alles; das ist viel besser als Gold & Silber.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: LKSZ99
25.05.2012 16:45
1 0

Re: Re: Re: Re: Bin schon weg

@flottelotte

ich soll also meine Millionen in Zahnpasta investieren und nicht in Edelmetall?

ansonsten durchaus vernünftige Vorschläge, die ich bereits alle durch habe.

Das Wichtigste am Schluss:
Waffen und sich damit vertraut machen (vor allem mental)! Denn am Ende hilft dir niemand, schon gar nicht die uniformierte Spasstruppe.

Re: Re: Re: Re: Bin schon weg

Und bitte auch jetzt schon anfangen, die Ernährung umzustellen, damit sich der Verdauugsapparat angepasst hat, wenn wir uns nur noch von Baumrinde und Kieselsteinen ernähren werden.

Re: Re: Re: Re: Re: Bin schon weg

Wie gesagt, ich zuerst gepanict :)
Mit Kraut und Erdäpfeln hat man lange keine Mangelerscheinungen...

 
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