Vor hundert Jahren starb der mächtigste Bankier der Welt

10.04.2013 | 07:12 |  von Stefanie Kompatscher (DiePresse.com)

JP Morgan rettete die USA zwei Mal vor dem Zusammenbruch. Für manche war er ein "Übermensch", für andere ein Betrüger und Intrigant.

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Vor rund hundert Jahren, im Dezember 1913, wurde die US-Notenbank Federal Reserve aus der Taufe gehoben. Ein Mann, der wesentlich zu ihrer Gründung beigetragen hatte, erlebte den Akt nicht mehr: John Pierpont Morgan - besser bekannt als JP Morgan - verstarb am 31. März 1913 im Alter von 75 Jahren. Der wohl mächtigste Bankier aller Zeiten rettete die Vereinigten Staaten zwei Mal vor dem Zusammenbruch. Zum ersten Mal im Jahr 1895: Die USA verloren während einer Depression einen Großteil ihrer Goldreserven, der Goldstandard war in Gefahr. JP Morgan organisierte gemeinsam mit den Rothschilds eine 65 Millionen Dollar schwere Anleihe in New York und London. Zwölf Jahre später bewahrte er während einer Panik an den Börsen nicht nur die Stadt New York vor der Zahlungsunfähigkeit, sondern rettete auch Finanzgesellschaften und Banken.

Er versammelte dutzende Bankiers auf seinem Anwesen und brachte sie dazu, zu investieren. Die dramatischen Rettungsaktionen erinnern an die nächtlichen Sitzungen der Euro-Finanzminister. Bis 4:45 Uhr tüftelten die Banker am 3. November an ihrem Rettungspaket, das die Märkte schließlich beruhigte, schreibt die "Zeit". Danach waren sich Regierung und Finanzwelt einig, heißt es in dem Artikel weiter: Nie wieder dürfe "die Wirtschaft ohne Geld dastehen und so sehr vom Wohl und Wehe eines einziges Mannes abhängen". Der Grundstein für die Gründung der Fed war gelegt.

"Kaiser und Könige schmeicheln ihn"

Anlässlich des Todes von JP Morgan veröffentlichte die "Neue Freie Presse" einen ausführlichen Nachruf (>>> siehe "Presse"-Archiv). Darin wird unter anderem der Wirtschaftsjournalist B. C. Forbes, der wenige Jahre später das "Forbes"-Magazin gründete, zitiert: "Seit Jahrzehnten ist er (Morgan) der von der ganzen Welt anerkannte Autokrat. Könige und Kaiser schmeicheln ihm, die Finanzgrößen des alten und neuen Kontinents suchen seine Gunst zu erhalten, und kein Mensch steht ihm nahe genug, um ihm über irgendeinen Gegenstand die Wahrheit zu sagen". Forbes nannte Morgan einen "Übermenschen", eine "mythologische Gottheit". Ob ihm "Flügel oder Hörner gebührten", ließ er offen.

Kritiker beschuldigten den Bankier unter anderem, sein Vermögen aufgebaut zu haben, indem er im amerikanischen Bürgerkrieg defekte Gewehre zu horrenden Preisen an die Armee verkaufte. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, er selbst habe jene Gerüchte gestreut, die die Panik von 1907 auslösten - um danach finanziell profitieren zu können.

"Mischung zwischen Zentral- und Privatbank"

Fest steht jedenfalls: Nach Morgan hatte nie mehr ein einzelner Bankier so viel Einfluss. "Das frühe Haus Morgan war eine Art Mischung zwischen einer Zentralbank und einer Privatbank", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Morgans Biographen Ron Chernow. Die "Zeit" bezeichnet Morgan als "den ersten Investmentbanker der Finanzgeschichte". Sein Erfolgsrezept sei damals mit "Morganization" beschrieben worden. Er habe sich nie aus einem von ihm mitfinanzierten Unternehmen zurückgezogen, wenn es bergab ging. Stattdessen habe er saniert, fusioniert, und seine Vertrauten im Management installiert. Damit sei er im ausklingenden 19. Jahrhundert für ausländische Investoren der "einziger Garant für Stabilität" in der US-Wirtschaft gewesen.

Den Grundstein für sein Imperium legte JP Morgan im Alter von 27 Jahren, als er mit seinem Vater das Bankhaus J. S. Morgan & Co. gründete, das später in JP Morgan & Co. umbenannt wurde. Er sanierte und fusionierte marode Eisenbahnlinien. 1901 schmiedete er die damals größte Aktiengesellschaft, die US Steel Corp. Und er rettete den Stromkonzern General Electric vor dem Bankrott.

"Dunkel und unpersönlich"

Über sein Privatleben ist relativ wenig bekannt. JP Morgan lebte zurückgezogen oder wie es die "Neue Freie Presse" 1913 formulierte: "Er blieb die längste Zeit hindurch gewissermaßen dunkel und unpersönlich". Dies lag wohl auch an einer Hautkrankheit, die ihn seit seiner Jugend plagte. Fotos ließ er stets retuschieren.

Morgans Leidenschaft galt der Kunst und Kultur, die er als Mäzen förderte. Am aktuellen politischen Geschehen war er dagegen weniger interessiert. "Pierpont Morgan war gelegentlich auch Gast des deutschen Kaisers", schrieb die "Neue Freie Presse" in ihrem Nachruf. "Es wurde erzählt, dass Kaiser Wilhelm im Gespräch mit seinem amerikanischem Gaste die Unterhaltung auf den Sozialismus brachte. Jedoch nur, um zu seiner Überraschung wahrzunehmen, dass Morgan diesem Thema nur geringes Interesse abgewinnen konnte".

Einen seiner größten Auftritte hatte Morgan ein Jahr vor seinem Tod im US-Senat, als er gefragt wurde, welche Kriterien entscheidend für die Vergabe eines Kredits seien. Er antwortete: "Ich selbst begründe mein Vertrauen nie auf den Besitz, sondern auf den Charakter eines Mannes".

JP Morgan, Besitzer der Titanic
1902 hat JP Morgan die Schifffahrtsgesellschaft White Star Line in seine Reederei IMMC integriert - und wurde damit zum Chef der Titanic, die bei ihrer Jungfernfahrt im April 1912 mit einem Eisberg kollidierte. 1500 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben.

Seefahrt war eine private Leidenschaft von JP Morgan. Trotzdem ging er am 2. April 1912 nicht an Bord seines Luxus-Schiffes - mehrere Quellen deuten auf eine kurzfristige Erkrankung hin, wie das "Handelsblatt" schreibt. Ein Jahr später starb Morgan in einem Hotel in Rom. Zwei Jahre danach musste die IMMC aufgrund der Titanic-Katastrophe Konkurs anmelden.

 
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39 Kommentare
 
12
Stolz und Frei
20.04.2013 17:22
2

Hochfinanz & Weltverbrecher

der hier nun hofiert werden soll...?

Mehr unter http://tinyurl.com/d3ktj4n ... (Beilage der Wiener Zeitung)

Eine internationale Klasse von Gangster-Bankiers verfolgt eine konsistente Strategie, um die Menschheit zu versklaven. Sie tun dies, indem sie sich der Hoheit des Staates über die Erschaffung und Ausgabe von Geld bemächtigt haben - wer glaubt Staatsschulden sind Schulden, die der Staat bei sich selbst oder seinen Bürgern hat, der irrt...

TürkenhassNeid
11.04.2013 14:17
6

Verbrecher

Die Hochfinanz und ihre Verbrecher,mehr sag ich nicht !

pk
11.04.2013 10:51
8

Haben die Banken die USA gerettet,

so haben die USA schließlich die Banken gerettet, indem sie in den ersten Weltkrieg eingetreten sind, damit die Kredite, die England erhalten hatte, nicht faul würden.

NUR_SO
11.04.2013 09:43
10

Dieser

angeblich Maechtigste Bankier der Welt
war ein Agent der Rothschilds
und denen haben wir unser Schuldgeld system
zu verdanken.
Diese typen haben aus uns schuldsklaven gemacht.

Antworten Mich4el
12.04.2013 13:17
1

Schuldsklaven haben wir uns selbst gemacht

Es waren nicht die Rothschilds, die die Anleihen erfunden haben. Der Beginn war im 13.Jh. in Italien, wo Städte selbst sich von Ihren Bürgern Geld geborgt haben im Gegenzug zu Anrechten auf Steuereinnahmen (Zinsverbot damals). Die Städte haben dann fleißig Krieg geführt und sich hoch verschuldet bis einige wieder in Konkurs gingen. Die Rothschilds haben den Anleigenmarkt internationisiert, aber nicht erfunden. Weil der Mensch den Genuss im Jetzt mehr wertet als in der Zukunft, wird er wohl immer Schulden machen, allen voran Staaten. Staaten haben sich auch ohne Banken verschuldet, das ist die geschichtliche Realität. Die Banken sind zwar ethisch auch nicht immer sauber, aber Schuldsklaven machen wir uns im Grunde selbst durch unsere Politik. Darum wäre ich auch für Direktwahl unserer Politiker.
Werfen Sie mal einen Blick auf die Zwangsanleihe (da sind Banken noch harmlos):
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsanleihe

Resistent
11.04.2013 06:05
4

Damals

Richtig wäre: Vor hundert Jahren starb der DAMALS mächtigste Bankier der Welt.
In 100 Jahren, wieviel müssen die Banken an Zinsen den eingenommen haben? Man bedenke, dahinter ist ja die Exponentialkurve, also müssen sie "exponentiell" wachsende Gewinne haben. Oke, das wird kurzfristig von einem Staatsbankrott unterbrochen weil der Staat die Zinsen nicht zahlen kann. Aber dann geht es weiter wie immer. Bis zum nächsten Staatsbankrott weil die Zinsen niemals gezahlt werden können.

DER AHNUNGSLOSE
10.04.2013 18:43
4

mächtigste Bankier der Welt...

...was, der nowotny - verstehe, deswegen ist der hirntot...


Faymarx-Spindelenin
10.04.2013 18:21
2

"Kaiser und Könige schmeicheln ihn"

Ist das allerneueste deutsche Grammatik?

Antworten salvatore1
11.04.2013 07:07
1

Re: "Kaiser und Könige schmeicheln ihn"

so spät war die Stunde nicht, auf dass er nicht sinnerfassend lesen könnte.

Zornbürger
10.04.2013 17:46
12

Banker?????

einer der größten verbrecher de welt stimmt wohl eher

Antworten Streupfeffer
10.04.2013 18:30
6

Re: Banker?????

Ja, genau, "Banker" ist zu hart.

kritischer leser
10.04.2013 15:55
4

JP Morgan?

Und ich hab`immer geglaubt die Fuggers waren die mächtigsten Banker aller Zeiten, denn sie haben die Kaiserwahl von Karl V. 1519 finanziert.

wirkleistung
10.04.2013 15:52
26

Staatsstreich

JP Morgan, Rothschild und andere waren 1913 an der Finanzierung des Wahlkampfes von Woodrow Wilson beteiligt.

Die Bedingung dafür war die Zustimmung zur Gründung der privaten FED.

Dadurch gab der wirtschaftlich mächstigste Staat das Privileg ab, selbst Geld zu drucken.

Durch das Bretton-Woods - Abkommen 1944, welches den Dollar als Weltleitwährung mit Goldbindung implementierte, wurde dieses Privileg weltweit von den Staaten an private Banken übertragen.

1971 beendte Nixon offiziell das Abkommen, nachdem Frankreich 1969 begehrte, deren Dollars aus Handelsüberschüssen mit den USA in Gold umzutauschen.
Das Begehren von Charles de Gaulle wurde von den USA nie erfüllt. Frankreich musste seine ungedeckten Dollars behalten.
Der Vertrag wurde einfach gebrochen.

Rothschild sagte: "Gebt mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und mir ist es völlig egal, wer die Gesetze macht."

Morgan hatte wie alle anderen Drahtzieher der Krisen nur davon profitiert.

Wenn man sich die Rede von Benjamin Freedman v. 1961 anhört weiss man, warum:

+ im Schulunterricht nur Nebel bzgl. des Kriegseintrittes im der USA im 1. WK verbreitet wird.

+ Was die Gründung Israels mit England zu tun hatte.

+ Wer an den Krisen tatsächlich verdient hat.

+ Warum bewußt Krisen erzeugt werden.

+ Warum Propaganda-Artikel wie dieser erscheinen.

http://www.youtube.com/watch?v=beUCxUMMZT4

Morgan hat niemanden gerettet, sondern Leid verursacht und persönlich davon profitiert.

Antworten Adam Brogans
18.04.2013 00:10
0

Na ja, immerhin gibt's ja Blitzgneißer wie Sie - und wenn Sie Ihre Medikamente nicht genommen haben, dann schreiben Sie Postings. Gell?


Horst
10.04.2013 15:17
4

...

er war jedenfalls kein altruist ;-)

Antworten rosebud666
10.04.2013 18:04
3

Re: ...er war "Philanthrop"

...wie George Soros ;-)))

Seismograph
10.04.2013 13:43
18

die JP Morgan-Bank spielte ein maßgebliche Rolle im Ersten Weltkrieg

die Bank gewährte und organisierte die Darlehen der Wallstreet an Frankreich.

Um ihre Investments zu schützen wurden sämtliche propagandistischen und lobbyistischen Knöpfe gedrückt um die USA in den Krieg zu bringen.

cc912
10.04.2013 12:42
2

zweiteres trifft zu

so wie alle bankster

TomBerg
10.04.2013 11:47
35

Die FED...

...der größte Raubzug der Menschheitsgeschichte!

Wie immer das gleiche Spiel: Man verursacht ein Problem (Finanzkrise) und bietet dann die Lösung an (private Notenbank) und verkauft das dann als "Rettung".

"Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh"

Zitat Henry Ford

Die abhängigen Massenmedien tragen nur zum Unverständnis bei, wie dieser Propagandaartikel beweist.

rosebud666
10.04.2013 11:42
17

JP Morgan war ein Strohmann



Antworten TomBerg
10.04.2013 11:48
19

Re: JP Morgan war ein Strohmann

...der Rothschilds!

Antworten Antworten amerga
10.04.2013 16:19
0

Re: Re: JP Morgan war ein Strohmann

wenn man darüber im netz recherchiert, kommt man auf die üblichen, verdächtigen verschwörungsseiten, und das dutzende und ausschliesslich.

Antworten Antworten Antworten Zornbürger
10.04.2013 17:50
4

Re: Re: Re: JP Morgan war ein Strohmann

in jede verschwörung steckt auch ein wenig wahrheit

Antworten Antworten Antworten Antworten amerga
10.04.2013 20:21
1

Re: Re: Re: Re: JP Morgan war ein Strohmann

ja eh, wenig. der rest wird zurechtgebogen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Crex crex
11.04.2013 08:58
2

Re: Re: Re: Re: Re: JP Morgan war ein Strohmann

der Rest wird vertuscht, schöngeredet, dementiert, verharmlost etc.

Antworten Antworten Irgendwer von Sonstwo
10.04.2013 12:59
0

Re: Re: JP Morgan war ein Strohmann

paranoid?

 
12

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