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Werbe-Tricks: Warum iPhone-Besitzer verliebt sind

24.07.2012 | 08:49 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Teil 3: Marketing-Spezialist Lindstrom erklärt in seinem Buch "Brandwashed", welche Rolle der Gruppenzwang bei Facebook, Apple & Co spielt.

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In den ersten zwei Teilen der Hobbyökonom-Sommer-Serie "Werbe-Tricks" hat Martin Lindstrom in seinem Buch "Brandwashed - was du kaufst, bestimmen die anderen" gezeigt, dass Werbung bereits im Babybauch beginnt, Frische bei Lebensmitteln oft nur ein Schmäh ist und dass sich das Männlichkeitsideal wandelt, sodass die Werber zu neuen Marketingstrategien greifen müssen. Im letzten Teil geht es um die Rolle von sozialen Netzwerken und Gruppenzwang als Verkaufsmotor.

"Gefällt mir"-Button und der Gruppenzwang

"Wer nicht auf Facebook vertreten ist, dem ist die vollständige soziale Isolation gewiss. Das wäre, als würde man in eine Hütte auf den Shetlandinseln ziehen", schreibt Lindstrom über die Bedeutung des sozialen Netzwerks Facebook in der modernen Gesellschaft. Dessen seien sich die meisten Menschen auch bewusst. Viel weniger bekannt sei da schon, wie Konzerne die Überzeugungskraft der Verbindungen auf Facebook nutzen, "um ihre Produkte clever zu bewerben und zu vermarkten".

Er macht das am "Gefällt mir"-Button fest. Ursprünglich diente der dazu, um Status-Aktualisierungen von Freunden zu loben. Doch schon bald forderte Facebook seine User dazu auf den "Gefällt mir"-Button auch für Lieblingsbücher und -filme sowie -marken und -produkte zu verwenden. Lindstrom bezeichnet das als "Werbung durch Gruppenzwang in Reinkultur - und sie funktioniert". "Die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas mache [oder kaufe], was mir ein Freund empfohlen hat, ist ungleich höher", soll auch Facebook-Managerin Sheryl Sandberg gesagt haben.

Vorhersehen, was der Kunde als nächstes kauft

Wer zum Beispiel regelmäßig auf amazon.de einkauft, wundert sich schon längst nicht mehr, wenn ständig die passenden Buchtipps per E-Mail eintrudeln und Empfehlungslisten wie "Kunden, die dieses Produkt kauften, haben auch dieses Produkt gekauft" auftauchen. Das ist schon ganz praktisch - aber auch ein wenig beängstigend. Denn die Zukunft liegt in einem Wort, mit dem viele nichts anfangen können: "Datamining". Dabei handelt es sich um jenes rasch wachsende weltweite Geschäft, das sich mit Verfolgung und Analyse des Verbraucherverhaltens beschäftigt.(c) Campus Verlag

Die Bedeutung liegt klar auf der Hand. "Vorherzusehen, was ein Verbraucher vermutlich als Nächstes kauft - und als erstes Unternehmen sein Angebot passgenau auf diesen Verbraucher zuzuschneiden -, ist für Unternehmen aller Art von ungeheurer Bedeutung", schreibt Lindstrom. Big Brother lässt grüßen.

Smartphone: Konsumentenfreund- oder feind?

Datamining-Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, Daten zu sammeln - "jedes Mal wenn wir googeln, bei Facebook einem Freund an die Pinnwand schreiben, unsere Kreditkarte benutzen, einen iTunes-Song herunterladen, uns auf unserem Handy den Weg zeigen lassen oder im Laden um die Ecke einkaufen". Dann werden die Daten an Einzelhändler und Marketingagenturen weiterverkauft.

Und die Konsumenten sind lokal immer besser zuzuordnen. Der Smartphone-Trend hat das Nachvollziehen des Konsumverhaltens per GPS noch einmal erleichtert und beschleunigt. Jeder Zugriff auf eine Webseite wird zudem durch kommerzielle Spyware aufgezeichnet und gespeichert.

IPhone-Besitzer sind verliebt

Um noch einmal zum Gruppenzwang zurückzukehren: Auch viele Apple-Strategien beruhen laut Lindstrom in hohem Maße darauf. Offenbar mit Erfolg: 82 Prozent aller Highschool-Schüler, die einen MP3-Player besitzen, haben einen iPod. 2009 kamen in 46 Prozent aller Hollywood-Filme Apple oder Apple-Produkte vor. Dafür musste der Konzern nicht einmal zahlen.

Doch Apple hat etwas geschafft, das darüber hinausgeht. Lindstrom und sein Team wollten wissen, ob iPhones süchtig machen können. Probanden wurden daher Audio- und Videoaufnahmen eines klingelnden und vibrierenden iPhones vorgespielt. Sie untersuchten, wie das Gehirn darauf reagiert und das Ergebnis war überraschend: "Die Gehirne der Studienteilnehmer zeigten nicht die klassischen Anzeichen für iPhone-Sucht. Was Anblick und Klang eines klingelnden oder vibrierenden Handys aber sehr wohl belegten, war, dass unsere Probanden ihre iPhones liebten. Ihre Gehirne reagierten auf den Sound der Telefone wie auf Freund, Freundin, Nichte, Neffe oder das eigene Haustier."

Literaturtipp: Martin Lindstrom: "Brandwashed. Was du kaufst, bestimmen die anderen"

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22 Kommentare

Genau solche Artikeln sind es, die zur Massenverblödung beitragen!

Von einer Presse erwarte ich mir mehr Kritik!

Blödsinn wie, ohne Facebook ist man isoliert, Menschen lieben ihr Iphone, ... prägen v.a. die Jungen und da sollte ein Qualitätszeitung gegenhalten und nicht derartige Stuss unkommentiert wiedergeben!!!

Antworten Gast: Sand1
25.07.2012 10:43
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Re: Genau solche Artikeln sind es, die zur Massenverblödung beitragen!

Sie verstehen offenbar nicht den Artikel. Versuchen sie einfach den Sinn des Artikels herauszufinden! Die Botschaft liegt nicht in jedem einzelnen Buchstaben für sich, auch nicht in jedem Wort oder Satz.

Gast: mad-chris
25.07.2012 00:34
0 0

Gruppenzwang, dennoch Freiwillig!

Natürlich erzeugen boomende Plattformen wie eBay, google oder eben facebook einen Druck, mitzumachen. Klar, denn es sind ja viele Freunde dabei... dennoch sind die Plattformen nur so groß geworden, weil sie spezielle Vorteile bieten. Das kann niemand leugnen, der sich damit beschäftigt. (oft schwatzen aber Unwissende ...)
Das Entscheidende ist, dass niemand dazu wirklich gezwungen wird. Weder dabei zu sein, noch wie viel und welchen Content man uploaded.

Mit dumm, dem IQ etc. haben soziale Plattformen wohl gar nichts zu tun. Und wir leben mit und ohne gut. Meine Frau hat keinen Account, ich schon, stelle aber sehr wenig rein und gute Freunde bilden ihr ganzen Leben darin ab. Ich glaube alle leben gut.

Nebenbei kann niemand den Fortschritt aufhalten. Sogar die größten Verweigerer haben heute ein Handy. Und es kommen immer bessere Dinge. Google+ z.B. ist schon besser als facebook, aber noch nicht so im Trend, ändert sich aber schon... schnelllebige Zeiten eben.
Und wer nicht mitmacht, bleibt halt draußen, na und ...

Gast: 8nx
24.07.2012 16:04
3 4

Ein kluger Mensch

hat keinen account in einem social network.
Er hat ein Kommunikationsgerät, das seinem Bedarf entspricht, das kann ein Handy sein oder ein smartphone, je nach Bedürfnis eben.

Der Rest hat facebook, i-phone und accounts überall. Was der Rest (der bei weitem die Majorität darstellt) jedoch nicht hat, ist Profil und eigene Meinung.

Davon kann die Minorität (der ich übrigens angehöre) blendend leben. Die beste Lebensgrundlage ist die Blödheit der anderen.

Re: Ein kluger Mensch

ähhh, iPhone ist ein Smartphone, Sie Intelligenzbestie. Und btw. was hat der IQ mit der Nutzung von modernen Kommunikationsformen gemeinsam?!?
Haben Sie da eine Studie gemacht?

Re: Ein kluger Mensch

Ich kann dir da nur zustimmen abgesehen von einer klitzekleinen Kleinlichkeit: was haben soziale Netzwerke und iphones gemeinsam, dass man sie vergleichen kann, so wie du das getan hast? smartphones sind in Ordnung, aber iphones sind natürlich nur für degenerierte Idioten?

Ich, als iPhone-Besitzerin kann da nur sagen, dass das kompletter Unfug ist! Ja ich hab ein iPhone, aber blöd bin ih deshalb noch lange nicht.

mfG

Antworten Antworten Gast: liiiiiiiiiiiiiiiiab
24.07.2012 22:18
0 0

Re: Re: Ein kluger Mensch

Apple-Fanboys (und Girls) sind emotioneller, qed.

Re: Re: Re: Ein kluger Mensch

Dafür ham nicht Apple-Fanboys (und Girls) es nicht so mit der Logik...

what's worse? :-P

Re: Ein kluger Mensch

traurig aber wahr.
wobei jedoch anzumerken ist, facebook ist eine nützliche sache. dabei will ich nicht einmal auf darüber organisierte aufstände oder dergleichen anspielen.
ganz einfach das gemeiname kommunizieren vor uni prüfungen wird dadurch sehr erleichtert.

und für mehr muss man es ja nicht verwenden.^^

1 1

Wer nicht auf Facebook vertreten ist, dem ist die vollständige soziale Isolation gewiss

oder doch die Gewissheit, nichts versäumen zu können, wenn man diesen Unsinn nicht mitmacht ?!

"IPhone-Besitzer sind verliebt" nichts anderes als ein billiger Slogan; weil und obwohl wohl die eher verdummter sein werden, welche auf solche Schmäh reinfallen und nichts daraus lernen !

Aber leider haben derartige Werbebotschaften heute wegen (verbildung) mehr Erfolg als je zuvor !?

Viele Besitzer eines solchen glauben ja auch, dass sie sogar beim Einkaufen bestens beraten werden, indem sie natürtlich die teuersten Produkte (Gewicht/Preis-Leistung) betrogen werden.

Facebook = Cloud = geklaut

Facebook = Cloud = geklaut
leider begreifen das nur wenige,

übrigens wer verdient Geld mit Facebook?

bin ein Nachzügler, trotzdem:

bin nicht auf Facebook und NICHT sozial isoliert. die männlichen Jugendlichen, die ich kenne, nutzen Facebook ganz funktionell und haben mit "gefällt mir", überflüssigen Statusmeldungen und öffentlichen Offenbarungen und Fotosammlungen nichts zu tun, das ist eher Mädchensache.
außerdem habe ich den Eindruck, dass die Jugendlichen so langsam erkennen, dass sie facebook ihre Privatsphäre opfern könnten.

Antworten Gast: Oesterreicher1
24.07.2012 12:11
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Re: bin ein Nachzügler, trotzdem:

Ich lebe ebenfalls gut ohne Facebook, mit ausreichend vielen sozialen Kontakten - die ich persönlich kenne und auch persönlich sehe.

pfeif auf facebook

ich besitze zwar ein facebookkonto, allerdings kann man mich anhand der daten nicht identifizieren. ein echtes konto habe ich vor 1,5 jahren gelöscht. und siehe da, ich bin nicht isoliert. was wohl daran liegt dass auch meine freunde keine facebooksüchtige sind. und keiner von denen besitzt ein iphone, worauf ich ein bisschen stolz bin :)

3 1

Re: pfeif auf facebook

Ich würde nicht so weit gehen und jeden für einen Deppen zu halten, der bei Facebook ist oder ein iPhone hat. Das ist doch der umgekehrte Unfug.

Ich habe beides nicht, weil ich es nicht brauche und Smartphones schon etwas länger verwende und mit meinem das machen kann was ich will, was mit iPhone eben nicht geht. Facebook kann durchaus hilfreich sein, wenn man seine Leistungen oder Waren anbieten will.

Es kommt darauf an, was man machen will und wie. Facebook oder iPhone können also eine sinnvolle Lösung dafür sein.

Wenn man etwas nur macht, weil es andere tun, ist man schon arm genug dran. Wenn man etwas nicht macht nur deswegen weil es die breite Masse macht, ist das aber auch nicht besser.

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Re: Re: pfeif auf facebook

erster intelligenter kommentar den ich hier zu dem artikel gelesen habe.

stimme vollkommen zu!

Re: pfeif auf facebook

Facebook ist ja was für doofe

Re: Re: pfeif auf facebook

so hat jeder seinen sündenbock :-)


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hirn einschalten !

die leute lassen sich einfach zu leicht manipulieren, einfach hirn einschalten und überlegen: brauche ich das wirklich ?

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Re: hirn einschalten !

Soll ich mich lediglich mit der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen beschäftigen bis der natürliche Tod eintritt?

Jeder macht irgendeinen Unsinn, der ihm Spaß macht und den andere nicht verstehen. Das ist aber auch nciht nötig.

Gast: Gastastast
24.07.2012 09:22
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Nicht auf Facebook

Hm, ich hab meinen Facebook-Account vor vielen Monaten gelöscht. Ich bin weder sozial isoliert, noch fehlts mir sonst an was. Dafür bin ich nicht mehr ständig im Visier automatisierter Werbung, mei Privatleben ist wieder privat und mehr Ruhe hab ich auch.

Aber so ne Hütte auf den Shetland-Inseln wär tatsächlich was :)

Antworten Gast: pan-tora
24.07.2012 10:39
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Re: Nicht auf Facebook

geht mir genauso! ich bin in der it-branche taetig und koennte nicht behaupten ohne facebook jemals was verpasst zu haben - vermutlich trifft sogar eher das gegenteil zu...

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