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OECD: Bauern müssen produktiver werden

11.07.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Die Welt braucht in den kommenden Jahrzehnten 200 Millionen Tonnen Fleisch und eine Milliarde Tonnen Getreide zusätzlich, sagt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Wien/Hie. 900 Millionen Menschen auf der Welt haben nach wie vor keinen Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln. Die anderen können sich immer mehr Lebensmittel leisten, und auch immer hochwertigere. In den nächsten 40 Jahren werden eine Milliarde Tonnen Getreide und 200 Millionen Tonnen Fleisch zusätzlich gebraucht. Das komme einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion um 60 Prozent gleich, haben die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welternährungsorganisation FAO errechnet. „Kann die Versorgung mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten?“, fragen sie in ihrem aktuellen Agrarausblick.

Die Antwort lautet: Ja, aber dafür müssen sich die Bauern und Agrarkonzerne der Welt anstrengen. Vor allem jene in den Industrieländern. Während die Entwicklungsländer nämlich aufholen, wächst die Produktion in den reichen Staaten nämlich nur noch schwach. In den zurückliegenden Jahrzehnten produzierte die Landwirtschaft weltweit jedes Jahr über zwei Prozent mehr als im Jahr davor. In den kommenden zehn Jahren wird sich diese Rate auf 1,7 Prozent senken. Den größeren Anteil daran werden die heutigen Entwicklungsländer schultern.

 

Geflügel gefragter als Schwein

Und so wird auch der Anteil der Entwicklungsländer am Welthandel mit Agrarprodukten zunehmen. Im Jahr 2021 werden die Länder um Brasilien, China, Indonesien, Thailand, Russland und der Ukraine den überwiegenden Teil von Reis, Gemüse, Zucker, Fleisch und Fisch exportieren. Denn diese Länder hätten die entscheidenden Investitionen getätigt, um ihre Landwirtschaft zum Produzieren anzutreiben, so die Autoren.

Vor allem Asien und Lateinamerika werden wegen der stark wachsenden Einkommen den weltweiten Hunger nach Fleisch antreiben. Vor allem steigen werde der Bedarf an Geflügel, weil es günstig und leicht zu bekommen ist. In der nächsten Dekade werde die Nachfrage nach Geflügel jene nach Schweinefleisch überholen. Auch Milchprodukte werden beliebter: Die Entwicklungsländer verbrauchen bis zum Jahr 2021 um 30 Prozent mehr Käse, Joghurt und Co. China und Indien bauen die Erzeugung von Milchprodukten stark aus, sodass die Entwicklungsländer schon nächstes Jahr mehr davon produzieren werden als die Industriestaaten.

Nach den Rekordständen der Jahre 2007 und 2008 hätten sich die Preise für Agrarrohstoffe nun beruhigt, würden aber wegen der wachsenden Nachfrage und der gestiegenen Produktionskosten dauerhaft höher bleiben als in den Jahren davor. Das sei vor allem für jene Menschen problematisch, die ohnehin schon unter extremer Armut leiden, sagte FAO-Direktor José Graziano da Silva. Das müsse ein zusätzlicher Anreiz sein, produktiver zu werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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10 Kommentare
Gast: Gastlandwirt
22.07.2012 08:35
0 0

Jo spinn I ?

Jahrelanger Jammer über Überpoduktion.
Ständig neue Auflagen und Einschränkungen.
Flächenvernichtung durch Verbauung.
Vorgeschriebene Flächenstillegung.
Gleichzeitige Marktöffnung= Importe.

Und jetzt sollen wir pötzlich mehr produzieren?
Scheinbar sind die Rohproduktpreise trotz Stütze noch zu hoch.
Lobying, der ganze Artikel.

Gast: antitroll
16.07.2012 21:10
0 0

Schlimm wird es erst, wenn die vielen Moslem,...

mir meinen Schweinebraten streitig machen.

Gast: JackLucas
12.07.2012 14:11
0 0

OECD = Realitätsverdrängung ?

Bereits seit Jahren (!) ist der U.N. bekannt, dass die Menschheit sich vom Fleisch-, und Milchverzehr ein für alle Mal verabschieden werden muss ( - siehe: http://www.guardian.co.uk/environment/2010/jun/02/un-report-meat-free-diet" target="_blank">http://www.guardian.co.uk/environment/2010/jun/02/un-report-meat-free-diet ), sprichtwörtlich dutzende Studien belegen das und im Angesicht dieser Realität erscheinen die in diesem Artikel verbreiteten Ansichten (- denn mehr sind dies nicht) geradezu ignorant und dumm.

Es gibt keinen größeren Umwelt- und Gesundheitsvernichter als die Tierindustrie. Das ist eine wissenschaftlich etablierte Tatsache.

Dass die Industrie gerne noch bis zur letzten Sekunde Geld aus dem Leid von Mensch und Tier schlagen will, scheint zwar logisch, ist allerdings dennoch Zeichen für die moralische und rationale Unzulänglichkeit unserer Gesellschaft.

Kein Schritt ist so wichtig, wie der Schritt weg von tierischen "Produkten" und wer das 2012 noch immer nicht versteht, der ist entweder desinteressiert an der Wahrheit, oder Nutznießer dieser beispiellosen Ausbeutung unserer Welt.

Gast: ein.
12.07.2012 09:12
0 0

ein

ein drittel bis zur hälfte der Lebensmittel hierzulande werden weggeworfen, hinzu kommen plantagen fpr nicht-ernährungszwecke. das ist ein lobbyartikel für die gentechnik und düngerindustrie.

Antworten Gast: Bärenfalle...
12.07.2012 10:08
0 0

Re: ein

Nur wird es nix nutzen.

Mit steigendem Ölpreis (und er wird steigen) wird die intensive Bearbeitung mit Maschinen (Diesel) und die intensive Düngung der Felder finanziell immer uninteressanter, dies führt in Folge zu sinkenden Erträgen der "modernen Landwirtschaft"

Schon 2008 als der Ölpreis hochschoss haben Düngemittelhersteller die Absatzrückgänge bejammert.

Richtig interessant wird es ab 2020 wenn es mit dem Phosphor richtig zu Ende geht.

Die Ernährung der Welt beruht auf:

Wasser - Öl - Phosphor


Gast: biersauer
12.07.2012 07:11
1 0

Hirnverbrannte RotGtrünInnen und die Religiösen,..

werden nach immer MEHR schreien, anstatt ihre Idiotie zu überdenken.

Blast doch die Weltkugel auf....

damit 100 Milliarden drauf hausen können....

Gast: speibender regenbogen
12.07.2012 01:05
4 0

ja genau, noch produktiver müssen wir werden...

china importiert ja schon seit jahrten reis, wie soll dieses land in wenigen jahren, beim derzeitigen bevölkerungswachstum, reis exportieren?

das sind alles hirngespinste, die 9 mrd. werden wir vielleicht noch erreichen, aber dann gehts rasant bergab, weil das meer nichts mehr hergibt und somit kein fischmehl mehr für die viehproduktion zur verfügung steht, auch der mangel an fisch für direktes menschenfuttewr wird die leut zu reis und weizen treiben, und davon können wir einfach nicht mehr produzieren, es sei denn, wir roden endgültig alle noch vorhandenen wälder.

nein, so wirds nicht weitergehen, es wird sich von allein umkehren, auch afrika wird niemals 3,5 mrd. menschen beherbergen, die werden vorher verhungern, bevor sie soweit kommen können.

das ewige wachstum geht einfach nicht, das müssen auch die ostküstler einsehen, damit wird sich kein gewinn mehr machen lassen. auch wien soll ja rasant wachsen, aber dafür wird wien dann sehr schön verslummen. ich hau dann ab, ich zieh ins waldviertel, dort hab ich meine ruh. und so alles gut geht, werd ich dann genügend fläche zur verfügung haben, um mir meine energie selber anzubauen, dann brauch ich auch keine möst mehr zahlen und im sommer hab ich auch genug paradeiser und gurken und salat, und ein paar hendln und ein schweinderl werden sich auch noch mästen lassen. hauptsache, ich zahl keine steuern für diesen wachstumswahnsinn...

Gast: gast111
12.07.2012 00:35
4 0

falsch

die erde braucht viel weniger menschen

dieses immer mehr kann auf dauer nicht funktionieren - den typen von der OECD scheint noch immer nicht klar zu sein, dass wir auf einer abgeflachten kugel leben, was nichts anderes heißt, als dass die ressourcen, die oberfläche und somit die anbauflächen und in weiterer folge die nahrungsmittel beschränkt sind

Gast: Helferlein
11.07.2012 23:15
2 0

ein erster Schritt könnte schon darin bestehen,

Getreide nicht als Heizmaterial oder Treibstoff zu verwenden, - wenn es doch um "den Hunger in der Welt" geht.

Hobbyökonom