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Insider: Libor-Lüge läuft seit Jahrzehnten

02.08.2012 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Ein ehemaliger Morgan-Stanley-Händler berichtet von Manipulationen des Zinssatzes im Jahr 1991. Diese dürften aber noch weiter zurückreichen.

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Die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor findet möglicherweise schon seit Jahrzehnten statt. Darauf lässt der Kommentar eines ehemaligen Morgan-Stanley-Händlers schließen. Unter dem Titel "Wie ich versuchte, den Libor-Skandal aufzudecken" schildert Douglas Keenan in der "Financial Times Deutschland" seine Erfahrungen im Jahr 1991.

"Erfahrenere Kollegen sagten mir, dass Banken den Libor falsch angeben, um davon zu profitieren. Das heißt, Libor-Manipulationen könnten bereits seit mindestens 1991 an der Tagesordnung gewesen sein", so Keenan. Und: "Der Unterschied zwischen dem ausgewiesenen und dem tatsächlichen Satz mag klein erscheinen, aber insgesamt ging es um beträchtliche Summen, denn am Libor hängen Kontrakte im Wert von mehreren Hundert Billionen."

"Versäumnisse früherer Arbeit vertuschen"

Keenan zufolge war 1991 Bob Diamond bei Morgan Stanley in London für den Zinshandel zuständig. Diamond ist Anfang Juli wegen der Libor-Zinsmanipulationen als Chef der britischen Bank Barclays zurückgetreten. Keenan vermutet daher, dass Diamond bereits damals vom Falschausweisen des Libors wusste.

Der ehemalige Händler Keenan geht davon aus, dass auch die Ermittlungsbehörden seit Jahrzehnten von der Praxis wissen. "Ich vermute, dass sie nach der Finanzkrise von 2008 zu dem Schluss kamen, dass sie ihre Pflichten besser erfüllen sollten. Das würde erklären, warum die Ermittlungen offenbar Falschausweisungen aus der Zeit vor 2005 außen vor lassen: Sie wollten die Versäumnisse ihrer früheren Arbeit vertuschen", schreibt Keenan.

"Das widerspricht der offiziellen Version"

Und daran dürfte sich bis heute nichts geändert haben, glaubt man Keenans Aussage. Er habe Anfang Juli mit einem Experten gesprochen, der an den Ermittlungen des Finanzausschusses des britischen Unterhauses beteiligt ist, und ihm angeboten unter Eid auszusagen. Als sich nach bekundetem Interessen aber niemand mehr bei ihm meldete, rief er an und fragte nach, was los sei. "Der Experte sagte mir, meine Aussage sei nicht erwünscht, denn sie widerspreche der offiziellen Version", behauptet Keenan.

(Red.)

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23 Kommentare

Warum hat das so lange gedauert?

Für Univ-Prof. DDDr. Waldemar Hummer ist dieser lange Zeitraum, in dem die Zinsmanipulationen stattfinden konnten, eher ein Zeichen dafür, dass auch die neuen Maßnahmen der EU nicht greifen werden..... Hummer erklärt auf http://www.eu-infothek.com/article/strafrechtliche-sanktionen-fuer-insider-geschaefte-und-marktmanipulation in kompakter Form die Rechtsgrundlagen der aktuellen Rechtsetzungsaktivitäten der EU zum LIBOR/EURIBOR - Skandal!
Und jetzt ist ja auch die Royal Bank of Scotland (RBS) dran .... Siehe bei: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/477494_Libor-Skandal-Entlassungen-bei-Royal-Bank-of-Scotland.html und http://derstandard.at/1343743776968/Entlassungen-bei-Royal-Bank-of-Scotland

Darum gibt es auch den fatalen ESM - die blöden Wähler

schlucken jede EU-Kröte.

Gast: diecity
02.08.2012 20:28
5 0

Rule Britannia... among others

Na super. Die City betrügt ganz Europa (zumindest) seit Jahrzehnten.

11 0

Zitat

"Banken sind gefährlicher als stehende Armeen"
Thomas Jefferson

Gast: E.T.
02.08.2012 17:35
11 0

Banken, Versicherungen, Mobilunternehmen, etc...

Alle Unternehmen mit der sogenannten weißen Weste betrügen uns. Teils nutzen sie einfach den vorhandenen Rahmen der erlaubten Mittel voll aus, teils beugen sie das Recht einfach zu Ihrem Gunsten und der größte Vorteil ist natürlich, dass wir alle in irgendeinem dieser Unternehmen Kunden sein müssen und gar keine Wahl haben, wollen wir ein normales Leben führen.

Einzig uns alleine hilft immer Augen auf, alles dreimal durchlesen vor einer Unterschrift und gleich reklamieren, wenn was nicht korrekt erscheint. Und nur nicht drängen lassen und schon gar niemand blind vertrauen.

Bei den Manipulationen der Zinssätze, etc. da ist der normale Kunde leider hilflos, wäre aber durchaus eine Sache für AK und Konsumentenschutz, anstelle dass man sich mit wirklich unnötigen Dingen wie Gewinnspielzusagen beschäftigt. Das wäre in meinen Augen wesentlich wichtiger.


Gast: Wiener Melange zum Kotzen
02.08.2012 16:24
12 0

Gott erhalte, Gott beschütze unsere liebgewonnene Tradition der Goldfasane!?

Schon 1979/80 konnte man im Trading-Room als Praktikant Indizien für Libor- & Vibor-Manipulationen in London & Wien erkennen. Die damaligen Wiener Granden der Großbanken wußten davon und freuten sich schlawienerisch über die so einfach erzielten Profite. Eine Anzeige bei der damaligen Wiener Bankenaufsicht wurde abgewürgt. Argument: diese Profite verringern den allfälligen Subventionsbedarf und seien daher ein Vorteil für das Staatsbudget. Verhaberung der Involvierten und die inoffizielle Verquickung privater und politischer Interessen dienten der Status-quo erhaltenden Vogel-Strauß-Politik. Schon seit den Habsburgern ist Wien eine Brutstätte für inoffiziell wildwuchernde Biotope, die es offiziell gar nicht geben darf. Dafür sorgt eine Melange gegenseitiger Abhängigkeiten, Privilegien, spezifische Karrieremechanismen & Torpedos, Erpressung und Tabus, von denen alle der "guten" Gesellschaft gemeinsam profitieren und prosperieren. Dieses langtradierte, feingesponnene Gewebe darf um keinen Preis der Welt gestört oder gar zerrissen werden. Whistle-Blower werden zur systemerhaltenden Abschreckung beruflich und damit gehaltlich und vermögensmäßig eiskalt gekillt.

Es hängt alles letztlich an der charakterlichen Qualität bzw. Integrität der Involvierten, an der es markant mangelt. Im Gegenteil: Mafiotische Heuchler werden als Spiegelbilder ihrer dubiosen Mentoren handverlesen in Position gebracht und hochgejubelt.

Und in den Aufsichtsbehörden sitzen Mitspieler, Wegschauer+Deppen.

Antworten Gast: Kotze mit
02.08.2012 18:47
2 0

Re: Gott erhalte, Gott beschütze unsere liebgewonnene Tradition der Goldfasane!?

Vielen Dank für ihre anschauliche Schilderung. In Österreich machen sich in vielen Teilen des (halb)öffentlichen Dienstes die Organsiationen gleich ihre Kontrolle via Politik und Gesetze sowie Besetzungscouch ( Kann auch eine Binderteneinstellungsförderung sein)selbst. Die werden dann immer attestieren, dass alles auf den letzten Cent stimmt. Damit hat man die Bürger wieder ruhig gestellt und man kann sich am Abend am Biertisch wieder auf die Schenkel klopfen.

Libor-Lüge - Krone Lüge

Wie die Krone Zeitung Bilder über Syrien fälscht!

Im folgendem Fotovergleich sehen wir, wie die Zeitung eine Aufnahme einer Familie nimmt und den Hintergrund völlig verändert. Das Original unten kam von der European Pressphoto Agency (EPA), war ihnen aber wohl nicht "dramatisch" genug. Oben so wie es in der Zeitung erschienen ist, mit zerstörten Gebäuden als Kulisse, eine ganz andere Darstellung. Dazu die reisserische Überschrift: "Assads Armee rollt mit Panzern zur 'Mutter aller Schlachten'".

Ein aufmerksamer Reddit-User hat die Fälschung entdeckt.

Was soll man von der meistgelesenen Zeitung Österreichs halten, wenn sie so krass die Realität verdreht? Wenn dieses Schmierblatt vorher nicht schon unglaubwürdig war, dann ganz sicher jetzt. Ekelhaft so eine eklatante Täuschung der Leser mit Photoshop.

Quelle:
http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2012/07/wie-die-krone-zeitung-bilder-uber.html

19 0

die

gesamte Bankenbranche ist ein krimineller Haufen, der sich wie ein Krebsgeschwür über die arbeitende Bevölkerung ausbreitete und einen Zustand erreicht hat, wo der Wirt ohne das Geschwür nicht mehr lebensfähig ist und alle die an der Gesellschaft herumdoktern, im speziellen die Politik, geben sich als Vollzeitgehilfen des Krebses zu erkennen.

Ohne Kommentar.

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Henry Ford

Von Grund auf korrupt

Viele wundern sich ob des sich jetzt hebenden Schleiers der über der Bankbranche gelegen ist. Hochkorrekt, ganz ganz fein und im Nadelstreif. So sollte man und hat man die Banker gesehen. Jetzt sieht man das es in der ganzen Branche nur so von Verbrechern, Gaunereiern und Hasardeuren nur so wimmelt. HSBC, Barclays, Corzine, etc etc. Kein einziger top Manager ist bis jetzt im Häfen gelandet.

Gast: b754
02.08.2012 15:34
13 0

wer immer noch nicht verstanden hat dass diese sogenannte krise der größte raub der geschichte ist der glaubt auch ans christkind


Gast: Wirtschaftler
02.08.2012 14:00
19 0

Vertuschung in Österreich

Anzeige an die Staatsanwaltschaft St.Pölten vom 19.März 2004 wegen jahrelanger LIBOR-Manipulationen einer Großbank mit handfesten Beweisen.
Reaktion bei der Zeugenvernehmung: Keine Aufnahme der Beweise, Anzeige muss zurückgezogen werden. Protokoll existiert noch.
Reaktion der FMA: 0 = Null !

Antworten Gast: Redens keinen Blödsinn
02.08.2012 16:51
0 1

Re: Vertuschung in Österreich

Keine einzige österreichische Bank ist bei den Libor-Panels vertreten, daher kann es auch kaum möglich sein, dass österreichische Banken daran beteiligt waren.
Anzeige in St. Pölten? War das vielleicht eher ein kleiner Häuslbauer, der sich über seinen hohen Zinssatz empört hat?

Antworten Gast: Hammurabi
02.08.2012 15:40
2 0

Re: Vertuschung in Österreich

Gibt es denn keine übergeordnete Staatsanwaltschaft ? Generalstaatsanwaltschaft? Die Medien stürzen sich doch gerne auf solche Machenschaften. Wenn schon nicht im Inland, so doch sicher im Ausland. Dann wird auch der in St. Pölten tätig werden. Gute Anwälte braucht es eben, die sich nicht einschüchtern lassen.

Kann jeder behaupten

aber wenn beweisbar, könnte eine Zeitung oder ein Magazin da vielleicht eine nette Story draus machen?

Antworten Antworten Gast: Wirtschaftler
02.08.2012 19:39
3 0

Re: Kann jeder behaupten

Eine nette Story ??
Da geht es um Hunderte Millionen Euro, die den braven Häuslbauern entrissen wurden. Und glauben Sie mir, die Seilschaften im Gericht und Staatsanwaltschaft, die mit den Banken kooperieren, sind auch nicht ohne... !
Diese vernichten schnell Ihre Existenz, bis Sie nicht mehr kriechen können.....
Österreichisches Stichwort: Verhaberung und Freundeskreise....

Re: Vertuschung in Österreich

Können Sie das Protokoll, vielleicht anonymisiert, irgendwo veröffentlichen und einen Link darauf bereitstellen? Wäre interessant.

Re: Vertuschung in Österreich

Können Sie das Protokoll, vielleicht anonymisiert, irgendwo veröffentlichen und einen Link darauf bereitstellen? Wäre interessant.

Antworten Antworten Gast: Wirtschaftler
02.08.2012 19:33
0 0

Re: Re: Vertuschung in Österreich

Gerne, aber nur gegen volle Anonymität. Mit Drohungen gegen mein Leben bin ich seiten der Bankwelt schon eingedeckt genug.

Antworten Antworten Antworten Gast: svu
02.08.2012 20:31
0 0

Re: Re: Re: Vertuschung in Österreich

Sie vera... uns.

0 0

so

jedes terrorregime legitimiert sich durch vorhergehende uebergriffe, tatsaechlich ist die schuld zu begleichen...

Gast: wolfi-baerli
02.08.2012 13:31
11 1

Trockenlegen mit Wasser? Nie!

Boni, Aufblähung von virtuellen Finanzpositionen bis ins Aberwitzige, und nun noch die Manipulation der "Basisparameter". Auf der anderen Seite lehren die Universitäten den Finanz-Nachwuchs den Blödsinn von der Arbitragefreiheit.

Und dieses "System" soll aus Steuergeldern "stabilisiert werden? Das ist genauso aussichtsreich, wie einen Sumpf durch Zuführung von Wasser trocken legen zu wollen - es geht nicht!

Ausweg: Banken über Nacht weltweit schließen, Weltwirtschaft für einige Zeit an die staatliche eiserne Lunge, globale Währungsreform durch ein Zahlungsmittel, das die reale Wirtschaft wieder einigermaßen vernünftig abbildet.

Hobbyökonom