UBS vor Strafe wegen Libor

Die Schweizer Großbank UBS einigt sich im Verfahren um manipulierte Libor-Libor-Zinsen mit den Behörden auf eine Strafzahlung von 450 Millionen Dollar n amerikanische und britische Aufseher.

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Symbolbild – (c) REUTERS (ARND WIEGMANN)

Wien/Red./Ag. Die Schweizer Großbank UBS steht kurz davor, sich im Verfahren um manipulierte Libor-Zinsen mit den Behörden auf eine Strafe zu einigen. Laut einem Bericht der „New York Times“ soll das Institut 450 Mio. Dollar an amerikanische und britische Aufseher zahlen.
Kommt es zu einer Einigung, wäre dies die zweite Strafe in einem Verfahren, in dem mehr als ein Dutzend Banken verdächtigt werden, wichtige Referenzzinsen manipuliert zu haben. Im Juni ist bereits die britische Großbank Barclays zu einer Strafe von 450 Mio. Dollar verurteilt worden. Unter Beschuss ist auch die Deutsche Bank. Bei einer Anhörung im deutschen Bundestag hat Vorstandsmitglied Stephan Leithner vergangene Woche gesagt, das Institut habe Geld für eine mögliche Strafe zur Seite gelegt. Eine genaue Summe hat er jedoch nicht genannt.

Libor als globale Affäre

Auch die Royal Bank of Scotland steht offenbar kurz davor, sich auf eine Strafe mit den Aufsichtsbehörden zu einigen. Das Institut hat angegeben, genaue Summen vor dem nächsten Quartalsergebnis im Februar nennen zu können.

Amerikanische, kanadische, asiatische und Schweizer Behörden untersuchen den Verdacht, dass Großbanken jahrelang Referenzzinsen manipuliert haben, von denen immense Summen anderer Finanzgeschäfte abhängen. Ziel soll gewesen sein, die eigenen Profite zu erhöhen, aber auch, die Außenwirkung zu verbessern. Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich die Banken Geld leihen können. Erscheint dieser niedrig, wirkt es so, als sei auch die Nervosität im Finanzsystem niedrig.

Im Zuge der Affäre wurden Rufe nach einer Reform des Libor laut. Ziel der Behörden ist es, ein transparenteres System zu schaffen. Eine Möglichkeit ist, in einem künftigen Verfahren tatsächlich anfallende Zinsen zur Basis der Berechnungen zu machen. Bislang wurden von den Banken nur fiktive Werte angegeben.

In Österreich ist der Libor nicht der wichtigste Referenzzins. In allen Euroländern gilt der Euribor als der bedeutendste Zinssatz, von dem vor allem Kredite, aber auch diverse Sparprodukte abhängen. Da dieser von mehreren Banken errechnet wird, ist die Gefahr geringer, dass es Absprachen gegeben hat. Ermittelt wird aber auch hier.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2012)

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