Gewichtsangaben: Ryanair soll geschummelt haben

Der Billigflieger soll beim Startgewicht falsche Angaben gemacht und dadurch Gebühren gespart haben. Der Schaden könnte bis zu 50 Mio. Euro betragen.

Vorwuerfe fehlerhafter Gewichtsangaben gegen
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Vorwuerfe fehlerhafter Gewichtsangaben gegen
(c) EPA (DANILO SCHIAVELLA)

Gegen die irische Fluglinie Ryanair werden einem Bericht zufolge Vorwürfe fehlerhafter Gewichtsangaben erhoben, wodurch die Airline massenhaft Gebühren gespart haben könnte. Wie die Zeitung "Die Welt" in ihrer Mittwochsausgabe berichtete, werfen der Luftraumüberwacher Eurocontrol sowie die nationalen Luftfahrtämter der EU-Staaten Ryanair vor, je Flugzeug ein maximales Start- und Landegewicht von 67 Tonnen angegeben zu haben. Wie aus Dokumenten der irischen Behörden hervorgehe, hätten die Maschinen aber ein maximales Abfluggewicht von 75 Tonnen.

Kontrollen an mehreren deutschen Flughäfen hätten nun ergeben, dass die von Ryanair genannten 67 Tonnen Abfluggewicht ständig überschritten worden seien, berichtete die "Welt". Da die Airline aber ein niedrigeres Maximalgewicht angegeben habe, habe sie auch zu geringe Gebühren bezahlt.

Schadenssumme von bis zu 50 Millionen Euro

Der Zeitung zufolge entgingen allein der Deutschen Flugsicherung (DFS) auf diese Weise in diesem Jahr 370.000 Euro. Zusammen mit den Forderungen von Eurocontrol und den der übrigen EU-Luftfahrtbehörden handle es sich um eine jährliche Gesamtsumme von rund 50 Millionen Euro.

Ein Sprecher der DFS sagte der Zeitung, derzeit prüften Hausjuristen die Vorgänge. Sollte sich dabei der Tatbestand der fortgesetzten Gebührenhinterziehung durch Ryanair erhärten, werde die DFS rechtliche Schritte gegen die Airline einleiten, sagte er der "Welt". Ryanair selbst wollte sich demnach nicht zu den Vorwürfen äußern.

(APA/AFP)

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