Schweizer Banker in den USA angeklagt

Nach Behördenangaben sollen die drei Banker US-Kunden geholfen haben, mehr als 420 Millionen Dollar vor den Behörden zu verstecken.

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Schweizer Banker sind erneut ins Visier der US-Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan erhob am Mittwoch Anklage gegen drei Schweizer Kundenberater. Nach Behördenangaben sollen sie US-Kunden geholfen haben, mehr als 420 Millionen Dollar (323,97 Millionen Euro) vor den Steuerbehörden zu verstecken. Keiner der drei Kundenberater sei verhaftet worden, hieß es weiter. Für welche Bank sie arbeiteten, wurde zunächst nicht bekannt.

Anfang des Jahres waren in den USA bereits drei Banker der inzwischen zerbrochenen St. Galler Privatbank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, "zusammen mit US-Steuerzahlern und anderen Personen einen Plan ausgearbeitet zu haben, um Gelder in der Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (925,64 Millionen Euro) zu verstecken".

Konkret beschuldigten die US-Ermittler sie, zwischen 2005 und 2010 Kunden angeworben und ihnen unter anderem bei der Gründung von Scheinfirmen in Liechtenstein, Panama und Hongkong geholfen zu haben.

Der Streit um Steuergelder zwischen der Schweiz und den USA begann 2007 und gipfelte 2009 mit der Herausgabe von rund 4.500 Kundendossiers der Großbank UBS an die US-Steuerbehörden. Im Sog der Steueraffäre rund um die UBS kam auch die Privatbank Wegelin auf den Radar der US-Steuerbehörden. Auch gegen andere Schweizer Banken laufen strafrechtliche Untersuchungen.

(APA/sda/Reuters)

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