Eröffnung des Berliner Flughafens wieder verschoben

06.01.2013 | 20:23 |   (DiePresse.com)

Erneut sind Probleme mit dem Brandschutzplan die Ursache für eine Verschiebung der Eröffnung.

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Die Eröffnung des neuen deutschen Hauptstadt-Großflughafens muss nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg erneut verschoben werden und wird sich mindestens bis in das Jahr 2014 verzögern. "Es wird in diesem Jahr keinen Eröffnungstermin geben", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntagabend von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person. Ein neuer Termin sei noch offen. Zuletzt war die mehrmals verschobene Eröffnung für den 27. Oktober 2013 geplant gewesen. Die "Bild"-Zeitung berichtete, die Flughafenbetreiber hätten die Gesellschafter bereits am 18. Dezember informiert, dass eine Eröffnung aufgrund massiver Baufehler nicht vor dem Jahr 2014 möglich sei.

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Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg und zu einem kleineren Anteil der Bund. Weder Sprecher des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit noch des Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (beide SPD) waren am Abend für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch der Sprecher der Flughafengesellschaft reagierte nicht.

Interner Vermerk über "Terminabsage"

Die "Bild"-Zeitung berief sich auf einen internen Vermerk einer am Bau des Flughafens beteiligten Firma. Die Flughafengesellschaft "informierte am 18. Dezember 2012 die Gesellschafter und die anwesenden Firmenvertreter (...) über die Terminabsage", zitierte das Blatt aus dem Vermerk. Bei der vertraulichen Besprechung im Besucherzentrum in Schönefeld habe Technik-Chef Horst Amann eine Eröffnung 2013 ausgeschlossen. Hauptproblem sei, dass beim Brandschutz abweichend von der Baugenehmigung gebaut wurde.

Fachleute hatten seit längerem Zweifel, dass der 27. Oktober als Eröffnungsdatum für den Berliner Flughafen gehalten werden kann. Vor kurzem zog auch der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Zweifel, dass der Flughafen im Oktober seinen Betrieb aufnehmen kann.

Medienberichten zufolge soll der Airport statt ursprünglich 2,8 mindestens 4,3 Milliarden Euro kosten. Der Bund ist mit 26 Prozent an der Betreibergesellschaft des Flughafens beteiligt, die Länder Berlin und Brandenburg mit je 37 Prozent.

"Wird nicht mit 100 Prozent gearbeitet"

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses zum Flughafenbau, Martin Delius (Piratenpartei), kritisierte die Informationspolitik der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg scharf: "Dass wir aus der Boulevardpresse erfahren müssen, dass der Eröffnungstermin 2013 eventuell nicht zu halten sein wird, ist eine Frechheit", sagte Delius "heute.de". "Wir alle hätten erwarten dürfen, noch im vergangenen Jahr darüber informiert zu werden." Dass eine Eröffnung 2013 unrealistisch sei, habe sich bereits seit Wochen abgezeichnet, ergänzte Delius. "Im Moment wird noch immer nicht mit 100 Prozent an der Baustelle gearbeitet."

Die Grünen im Abgeordnetenhaus wollen noch in dieser Woche eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses beantragen und einen Misstrauensantrag gegen Wowereit stellen. Das kündigte Fraktionschefin Ramona Pop am Sonntagabend an. Wowereit soll nach Informationen der "Bild"-Zeitung Ende November der Berliner SPD seinen Rücktritt angeboten haben, falls der Flughafen-Start 2013 platzt.

In Brandenburg forderte CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski indirekt den Rücktritt von Ministerpräsident Platzeck. "Der Ministerpräsident hat nicht nur als Aufsichtsrat, sondern auch als Regierungschef unverantwortlich und fahrlässig gehandelt. Er wird beiden Aufgaben nicht gerecht", sagte Dombrowski in der Fernsehsendung "rbb aktuell".

Brandschutzanlage als Ursache

Der Eröffnungstermin wurde wegen der komplexe Brandschutzanlage, die nicht rechtzeitig fertig wurde und bis heute nicht funktioniert, dreimal um insgesamt zwei Jahre verschoben. Der neue Flughafen soll die alten Airports in Tegel und Schönefeld ersetzen.

(APA/AFP)

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8 Kommentare

die bayer und wüttenberger zahlen den berliner/brandenburger saustall!

ganz im ernst, wäre ich in einem der beiden länder steuerpflichtig, würde ich mir schon langsam eine sezession überlegen!

berlin ist zwar eine nette stadt, aber dennoch komplett unfähig, in diesem chaosverein versinken alljährlich unzählige milliarden, und alles was man dafür erhält ist misswirtschaft, arbeitslosigkeit, ghettobildung und sozialhilfebezieher!

Selbiges gilt für brandenburg, da herrscht noch immer die ärgste ostblock kommunisten mentalität, die nur darauf abzielt möglichst viel geld aus dem fleißigen süddeutschland einzusackln!

es sagt ja schon alles über die mentalität aus, dass die eigentumsfeindliche stasi mauerschützenpartei dort mehr als 27% der stimmen erhält!
dort wird ja nur noch nach dem motto "die Bayer zahlns eh" gelebt!

verglichen mit berlin und brandenburg sind kärnten und wien ja fast schon musterschüler!

Re: die bayer und wüttenberger zahlen den berliner/brandenburger saustall!

danke

Eines ist aber interessant..

Kostet dieser eine letzte Zubau zum Wiener Flughafen nicht gerade eine Milliarde Euro?

Nur ein Zubau? Bei bestehenden Grundstücken?

Und der Berliner Großflughafen, der gerade in der Größenordnung des zehnfachen dieses Zubaues gebaut wird (inkl. Grundstückskäufen, wohlgemerkt!) kostet jetzt angeblich gerade mal das Fünffache?

Planungs und Konzeptfehler ja, aber man hat halt die Kosten niedriggerechnet, in der Hoffnung, die Politik wird schon endlos nachreichen.

Was sie auch machen wird. Aber zu einem großen Teil ist die CDU-domnierte Bundesregierung für dieses Desaster genau so verantwortlich. Der Ramsauer stielt sich nur aus der Verantwortung indem er es dem Berliner Bürgermeister und dem Brandenburgischen MP zuschanzt.

Ist ja in Stuttgart nicht anders. Und erst recht dort, wo die CSU das Sagen hat.

Der Münchner Flughafen beginnt bereits beim Münchner Hauptbahnhof.

Schwarz und Blau (in Deutschland Gelb) führt zu den verschuldetsten Haushalten die es gibt. Siehe Kärnten und Niederösterreich.

aber der vorherige Poster brabbelt von roten Ministerpräsidenten. ein F-ler halt, der nicht schnell genug zum Brotkorb kommt.

Re: Eines ist aber interessant..

Sie brabbeln Selbst einen Schwachsinn daher. Seit wann ist Berlin und Brandenburg schwarz-blau? Beide sind tiefrot - auch in Sachen Schulden. Die haben die beiden roten Männle schon ganz alleine zustandegebracht! Und vergessen Sie ja nicht Wien's Schulden (auch schön tiefrot!) - naja, Sie sind halt ein unverbesserlicher Sozi, der halt auch glaubt, dass Fremdkapital keine Schulden sind.... Brabbeln Sie ruhig weiter, in der Kinderstube, da belästigen Sie niemanden!

Berlin und

Brandenburg...was haben die gemeinsam? RICHTIG, einen ROTEN Ministerspräsidenten!

Re: Berlin und

Danke für diese intelligente Wortspende. Und der Gabmann am Flughafen Wien war ein Schwarzer, die Elbphilharmonie wurde unter Schwarzen begonnen und jetzt unter Roten weitergeführt - wenn Sie noch nicht verstanden haben, dass das ein Merkmal unserer "Demokratie" ist und ziemlich farbneutral - dass dumme Feindbilder jedenfalls niemanden weiterbringen - ist Ihnen eh nicht mehr zu helfen.

Sehr intelligenter Kommentar!

Gratulation. Typisch für F-ler...

Re: Sehr intelligenter Kommentar!

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