Krise: Armut grassiert in Europa

17.03.2013 | 18:06 |   (Die Presse)

Das Europäische Rote Kreuz schlägt Alarm: Immer mehr Europäer schlittern in die Armut - auch in den reichen EU-Ländern.

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Den haag/Htz. „Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkrieges mussten so viele Europäer zu den Garküchen oder den kostenlosen Lebensmittelverteilstellen gemeinnütziger Organisationen wie heute.“ Das sagt Yves Daccord vom Europäischen Roten Kreuz in Brüssel gegenüber der Zeitung „De Standaard“. Nach Angaben von Daccord sind allein in Spanien inzwischen drei Millionen Menschen von der täglichen Hilfe der Lebensmittelrationen gemeinnütziger Organisationen abhängig. „Aber auch in den reichen EU-Ländern wie Belgien, Niederlande, Finnland, Deutschland und Luxemburg sind immer mehr Menschen auf ihre tägliche kostenlose Lebensmittelration angewiesen.“

In Deutschland habe die 1993 gegründete Hilfsorganisation „Die Tafeln“ derzeit den größten Zulauf seit ihrer Gründung. In Belgien empfangen derzeit täglich 121.000 Menschen kostenlose Lebensmittel. Das sind doppelt so viele wie 2008 vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise. Und diese Krise dauere schon zu lange: Die Ersparnisse vieler seien bereits aufgebraucht.

Das Italienische Rote Kreuz meldet nach Angaben von Yves Daccord, dass dort auch viele geschiedene alleinstehende Männer in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil sie beispielsweise die Alimentation für ihre Kinder nach einer Scheidung nicht mehr bezahlen können. Vielen drohe das Abrutschen in die Obdachlosigkeit.

Das Europäische Rote Kreuz fordert daher von der EU-Kommission und den EU-Regierungen, das Budget für die Nahrungsmittelhilfe des Roten Kreuzes in der EU deutlich zu erhöhen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2013)

 
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121 Kommentare
 
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LarsLonte
18.03.2013 20:22
4

Aus der Schweiz

Vorbild Schweiz - direkte Demokratie und dezentrale Organisation - gegen Brüsseler EU Zentralismus, gegen britisches Mehrheitswahlrecht!

zeit-fragen ch

Schweizer Volksrechte auch für Deutschland!


LarsLonte
18.03.2013 20:21
1

Bürgerbewegung Solidarität

Gegen Freihandel, für ein Europa der Republiken!!!

bueso de

Nachrichtenagentur EIR

LarsLonte
18.03.2013 20:19
0

Manfred Julius Müller für Zollgrenzen

Gegen Freihandel, gegen den Monetarismus der Chikagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman, gegen die neoliberale exportfixierte Angebotspolitik...

neo-liberalismus de

anti-globalisierung de

Siehe auch Emmanuel Todds Bücher...

LarsLonte
18.03.2013 20:16
1

Die wahren Zahlen

Volksprotest

volksprotest de Lösungen und Alternativen siehe Forum...

LarsLonte
18.03.2013 20:15
0

Volksprotest - die wahren Zahlen

Die wahren Zahlen

http://www.volksprotest.de

Lösungen siehe Forum...

LarsLonte
18.03.2013 20:15
1

Gewollte Massenarbeitslosigkeit

Der Sprecher des Deutsche Freiwirtschaftsbund e.V. - Hermann Benjes - weist darauf hin, dass die von allen Parteien bedauerte Massenarbeitslosigkeit in Deutschland auch Vorteile bietet, die so kurz vor der Bundestagswahl nicht unerwähnt bleiben sollten. Wie der Börsenzeitschrift CASH zu entnehmen war, ist eine maßvolle Arbeitslosigkeit von 6 % grundsätzlich wünschenswert. Die Traumnote "ideal fürs Kapital" wird nach Ansicht der amerikanischen Notenbank Federal Reserve System allerdings erst bei einer Arbeitslosenquote von 10 % erreicht. Hohe Arbeitslosigkeit sorgt nämlich dafür, dass alle, die im Moment noch einen Arbeitsplatz haben, nicht mehr aufmucken können. Der Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld, ja sogar Lohnkürzungen bei verlängerter Arbeitszeit und andere "Grausamkeiten" sind schließlich nur in einem Umfeld nackter Verzweiflung zum Wohle des Kapitals denkbar und lassen sich unter dem Druck einer angedrohten Arbeitsplatzverlegung ins Ausland meistens auch problemlos durchsetzen.

Da die Mitglieder der Regierungsparteien und die der Opposition von der gleichen Kapital-Lobby bearbeitet werden, wird der Ausgang der bevorstehenden Bundestagswahlen keine nennenswerten Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote haben. Auch die Arbeitslosen haben offenbar längst erkannt, dass man sich diese Wahl eigentlich schenken könnte. Das Problem bleibt also, nur die Verpackung wird den Ansprüchen der Wähler noch einmal angepasst.

LarsLonte
18.03.2013 19:44
0

Volksprotest - die wahren Zahlen

Die wahren Zahlen abseits der neoliberal-monetaristischen Mainstream Medien - gegen eine exportfixierte Angebotspolitik, gegen Monetarismus, gegen Freihandel....

http://www.volksprotest.de

Lösungen und Alternativen siehe Forum...

Manfred Julius Müller für Zollgrenzen und einen rationalen Protektionismus, gegen Freihandel und die Freihandels-Ideologie der Monetaristen mit ihrer neoliberalen exportfixierten Angebotspolitik

http://www.neo-liberalismus.de

http://www.anti-globalisierung.de

Aus der Schweiz

http://www.zeit-fragen.ch

Dezentrale direktdemokratische Schweiz als Alternative zur Brüsseler EU mit ihrem Zentralismus!

Pilatus
18.03.2013 17:47
4

Den U-Bonzen

ist das doch wurscht. Die werden sich einen Dreck darum kümrnern, denn es ist nicht zuletzt ihre Politik, die auch daran schuld ist, samt den EU-hörigen nationalen Regierungen. Vor dem Euro gab es auch arme Menschen, doch seit dessen Einführung hat sich die Lage verschärft und viele ehemalige Mittelständler sind davon besonders hart betroffen. Diese EU-Politik fördert die Banken und Großunternehmen und schädigt die "Kleinen".

benharper
18.03.2013 14:48
8

Das sind die Folgen

der jahrzehnte langen Schuldenpolitik Europas! Vielen Dank hiermit an die Veranrwortlichen!

Herman
18.03.2013 14:13
2

die Armut ist mit der Privilegien- und Pfründewirtschaft hausgemacht und so die Arbeitslosigket

. . . ein Grundeinkommen gleich einem Vorsteuerrabatt brächte allen unterdurchschnittlichen Einkommen relative vernünftige Lebensverhältnisse.

Groo
18.03.2013 14:04
11

HAuptsache wir retten Steuerparadiese und amerikanische Banken!


Der Schärdinger
18.03.2013 13:35
8

Der Schärdinger

Na sowas. Jetzt kommt man drauf, was Spatzen schon von den Dächern pfeifen!
Ist ja klar, bei diesem EU Wahnsinn, einige wenige profitieren davon, bringen ihr Geld ins Ausland, die meisten zahlen drauf.
Die sozialen Unruhen die wir noch erleben werden aufgrund dieser verfehlten Politik werden wir alle zu spüren bekommen.

LackyLo
18.03.2013 11:49
7

Krisen kommen und gehen

Ja Krisen kommen und gehen, nur sind Sie in diesem Fall vom Menschen selbst gemacht weil Er scheinbar unfähig ist aus den Fehlern in der Vergangenheit zu lernen ..... Da ist eben die intelligente Dummheit wieder am Werk.

Aurel2
18.03.2013 11:45
10

wie kommts, dass die armen Südländer unsere Unternehmen kaufen konnten?

Unsere Banken und unsere Baufirmen? So wie früher die Amerikaner und jetzt die Chinesen unsere Firmen aufkaufen?

freetibet
18.03.2013 11:29
1

...

krisen kommen und gehen - boom und rezession wechseln sich in einer volkswirtschaft permanent ab, jetzt durchleben wir halt grad eine krise in 5-10 jahren schauts wieder anders aus, so gehts doch schon seit dem ersten weltkrieg dahin ... aber die rechten sind immer gut im sudern, hier wird europa mit afrika verglichen, da merkt man doch schon welchen kranken hirngespinsten die konservativen nachhängen ...

wmaurer
18.03.2013 11:16
2

Die Armut der Staaten wie die der Menschen


resultiert aus den Folgen des "Lebens über die Verhältnisse". Man verschuldete sich auf Teufel komm raus und keiner dachte, das alles irgendwann - auch in schwierigeren Zeiten - zurückzahlen zu müssen.

p.s. Der Österreicher gibt jährlich im Durchschnitt für Brot und Gebäck € 120,- aus. Für das legale Glücksspiel € 1.500,-. Für sein Mobiltelefon ??

Antworten Gnorf
18.03.2013 12:35
4

Re: Die Armut der Staaten wie die der Menschen

da fehlt sicher n 0er vor dem komma. ne semmel kostet schon 35 cent.

Antworten gute_Nacht
18.03.2013 11:58
5

Re: Die Armut der Staaten wie die der Menschen

mit 120 fuer brot kommt man aber nicht weit. jeden zweiten tag muss man eins kaufen und 2 - 3 euro kostet das. woher kommen die werte? 120 is doch voellig unrealistisch

Antworten Antworten wmaurer
18.03.2013 13:20
1

Re: 120,- pro Jahr


resultieren aus mehreren Markterhebungen. Der gesamte Backwarenmarkt (incl. Feinbackwaren und Mehlspeisen) in Ö. hat einen Umfang 1,5 Mrd. €. Das dividiert durch 8 Mio EW (ohne Touristen!) sind ca. 188,- €, davon 2/3 für Brot und Gebäck = € 125,- .
Unglaublich, aber wahr!

Antworten Antworten Antworten Anubis
18.03.2013 15:27
1

Re: Re: 120,- pro Jahr

Sind Importe in die Rechnung mit eingeflossen?

Antworten Antworten Antworten Antworten wmaurer
18.03.2013 15:32
0

Re: Re: Re: 120,- pro Jahr


und die Importe sind miteingeflossen!
Der Backwarenmarkt beinhaltet das was in Ö verkauft wurde.

cybercondor
18.03.2013 11:05
5

Das ist der Effekt eines ungezügelten Kapitalismus'


Soziale Marktwirtschaft wurde und wird von den Neoliberalen Brutalos (siehe Hajek und Konsorten) und deren Anhängern (siehe ÖVP-Schüssel und Konsorten!) einfach demontiert.

Antworten Fragestrahl
18.03.2013 17:26
1

Lass es Hirn regnen

Wenn man schon versucht Kritik zu üben dann sollte man zumindest die Namen richtig googeln: Hayek

Leider hat sich aber dieser mit seinen Theorien gegenüber Keynes nicht in politischen Machtzirkeln durchsetzen können, denn ansonsten hätten wir heute nicht den Zustand den wir eben haben.

Zur Ehrenrettung Keynes, muss man allerdings sagen, dass diesem auch nur zu 50% gefolgt wurde, nämlich nur in der Sache der Verschuldung in Krisenzeiten aber nicht in der Sache der Rückzahlung dieser Schulden in Boomzeiten.

Und so wurde die ca. 45 jährige Ära der ewigwährenden Neuverschuldung eingeläuetet, deren zahlreiche Kreditblasen nun gerade dabei sind zu platzen.

Das hat zwar ein wenig mit Keynes aber absolut nichts mit Hayek und schon gar nichts mit der unbekannten Truppe der Neoliberalen Brutalos (link!) und der Seicherltrippe um eine kleine österreichische Einheitsblockpartei zu tun.

abcd1111
18.03.2013 10:42
6

Wann wir wohl endlich begreifen,

dass diese neue Armut in Europa eine logische Konsequenz der Liberalisierung der Märkte ist.

Wettbewerb gegen Niedriglohnländer mit quasi unendlichen Resourcen führt nun einmal dazu, dass wir den Wohlstand an diese Länder abgeben müssen. Wir haben uns freiwillig diesem Wettkampf ausgesetzt, der logischerweise zum Abbau des Sozialstaates führen muss. Der einzige Weg daraus ist, schlauer und innovativer zu sein. Aber schaffen das wirlich alle? Dann eben besser für noch weniger Geld arbeiten, als gar nicht arbeiten und sich als Schmarotzer beschimpfen zu lassen. Viele werden nicht anders können. Der Wohlstandsabbau ist also vorprogrammiert.

Auf Dauer einen Wettbewerbsnachteil ausgleichen zu wollen, führt nun mal zum Konkurs. Das erleben wir gerade.

Quo vadis Europa?

Antworten OpenSourceBankingNow
18.03.2013 14:45
0

Re: Wann wir wohl endlich begreifen,

wir könnten - der Wettbewerbsfähigkeit wegen 20.000 Schweine in den Fluss kippen...

Discipula
18.03.2013 10:33
21

Was nicht im Artikel steht

Wie rasant ist die Zahl der Millionäre im gleichen Zeitraum gestiegen.

Hier kann vermutet werden: Armut ist gewollt!

 
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