Legendärer Rohstoffhändler Marc Rich gestorben

26.06.2013 | 13:42 |   (DiePresse.com)

Marc Rich hat unter seinem Namen ein legendäres Rohstoffimperium gegründet, das heute Glencore heißt.

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Marc Rich ist tot. Der legendäre Rohstoffhändler starb mit 78 Jahren in einem Spital in Luzern. Er wird am (morgigen) Donnerstag in Tel Aviv beerdigt. Rich starb den Angaben zufolge an einem Hirnschlag.

Rich wurde am 18. Dezember 1934 in Antwerpen geboren. Nach dem Einmarsch der Nazis in Belgien floh die jüdische Familie 1941 in die USA, wo sie sich zunächst in New York niederließ. 1954 begann Marc Rich eine Lehre beim Handelshaus Philipp Brothers, das von einer Gruppe deutsch-jüdischer Immigranten gegründet worden war.

Steiler Aufstieg

Später stieg er zum Verantwortlichen für den Rohstoffhandel von Philipp Brothers auf. Von 1964 bis 1974 war er Leiter der Geschäfte in Madrid.

Legendär wurde Rich, als er sich zusammen mit seinem Arbeitskollegen Pincus Green selbstständig machte und 1974 in Zug die Rohstoffhandelsfirma Marc Rich + Co AG gründete. Das Unternehmen erlebte einen steilen Aufstieg und wuchs zu einem Rohstoffimperium an.

1994 musste Rich nach einem verlorenen Machtkampf sein Unternehmen verlassen. Seine Anteile verkaufte er ans Management und leitende Mitarbeiter. Die neuen Besitzer tauften die Firma in Glencore um. Glencore fusionierte im Mai mit dem Bergbaugiganten Xstrata.

(APA/sda)

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2 Kommentare

Nicht ganz vollständig der Nachruf auf Marc Rich


Da gibt es durchaus einges, was ebenfalls berichtenswert gewesen wäre.

1983 wurden Marc Rich und andere Händler der Steuerhinterziehung, Falschaussage, Handel mit Iran und dem umstrittenen RICO durch Staatsanwalt Rudolph Giuliani, den späteren Bürgermeister von New York, angeklagt.

Giuliani bezeichnete Rich als „den größten Steuerbetrüger in der Geschichte der USA“.

Ein Prozess kam allerdings nie zustande, da sich Marc Rich bereits einige Monate vor der Anklageerhebung nach Zug abgesetzt hatte, wo seine Firma seit 1974 ansässig war, bereits im September 1982 auf die amerikanische Nationalität verzichtet hatte und sich in Spanien einbürgern ließ, wo er zehn Jahre lang gelebt hatte.

Rich stand jahrelang auf der Liste der „Most Wanted“ des FBI

2001 begnadigte Präsident Clinton an seinem letzten Amtstag Marc Rich. U. a. Schimon Peres und Ehud Barak hatten sich persönlich für Rich eingesetzt. Ehud Olmert, ein weiterer Fürsprecher, hatte acht Jahre zuvor von Rich eine für israelische Verhältnisse großzügige Spende für seinen Bürgermeisterwahlkampf erhalten.

Re: Nicht ganz vollständig der Nachruf auf Marc Rich


Ex-Frau von Marc Rich Österreicherin ...

Neo-Österreicherin Denise Rich gelistet

[...] Seit 2011 österreichische Staatsbürgerin

Richs Ex-Gatte, der Hedgefonds-Manager Marc Rich, war 1983 in den USA wegen Steuerhinterziehung angeklagt. [...]

http://derstandard.at/1363706881544/Neo-Oesterreicherin-Denise-Rich
__________________________________

Finanzministerin Maria Fekter kann sich freuen: In den US-Medien wird dieser Tage für das österreichische Steuersystem geworben.

"Ein weiterer Amerikaner hat die US-Staatsbürgerschaft zurück gelegt - und damit ziehen auch die Steuern dahin", heisst es in der Blog-Sektion des "Wall Street Journals". [...]

http://www.boerse-express.com/pages/1262706

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