26.05.2012 19:59 | Meine Presse Merkliste 0

Experten: Ungeschützt vor dem Finanz-Crash 2015

09.08.2010 | 16:12 |   (DiePresse.com)

Experten rechnen bis spätestens 2015 mit der nächsten Finanzkrise. Das wäre Jahre, bevor viele Maßnahmen der Finanzreformen greifen. "Das macht ein wenig Angst", sagt ein ehemaliger Goldman Sachs-Banker.

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"Alle fünf bis sieben Jahre" erfahre das Finanzsystem eine Krise, teilte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon der "Financial Crisis Inquiry Commission" im Jänner 2010 mit. Der nächste Crash käme demnach spätestens im Jahr 2015 - und damit Jahre bevor die geplanten Finanzreformen gegriffen haben, wie die Finanz-Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet.

Zwar hat US-Finanzminister Timothy Geithner eine rasche Umsetzung der neuen Regeln angekündigt: "Dieser Prozess wird einige Zeit dauern, aber wir sind entschlossen, so schnell wie möglich zu handeln, um Klarheit und Sicherheit zu schaffen". Tatsächlich brauchen viele Reform-Maßnahmen - die der US-Kongress und Regulierungsbehörden weltweit beschlossen haben, um gegen eine künftige Krise gewappnet zu sein - aber noch Jahre, um umgesetzt zu werden. So wird das Regelwerk Basel III den Banken teilweise bis 2018 Zeit geben, dieses zu realisieren. Auch Teile der soeben beschlossenen US-Finanzreform werden erst mit jahrelanger Verzögerung wirksam.

"Das macht ein wenig Angst"

Gleichzeitig hat sich am Geschäftsgebaren der Geldinstitute seit Beginn der Finanzkrise 2008 nicht viel verändert. Die Großbanken machen mit kurzfristigen Geschäften wieder Milliardengewinne, wie die Halbjahreszahlen der meisten Institute zeigen. "Die Banken haben aus der Krise nicht viel gelernt", sagte auch der deutsche Bankexperte Wolfgang Gerke im "Die Presse"-Interview im Mai.

"Wenn wir von unseren Erfahrungswerten der Bereitschaft von Regierungen, Regeln wirksam und rasch umzusetzen, ausgehen, sind wir heute so gut wie ungeschützt vor jeglichem Finanzrisiko für zumindest die nächsten acht bis zehn Jahre. Das macht ein wenig Angst", sagt der ehemalige Goldman Sachs-Banker Roy Smith, der heute als Finanzprofessor an der New Yorker Stern University unterrichtet.

Allein die US-Finanzreform benötigt laut "Bloomberg" 67 Studien und 243 neue Regeln, die erst geschaffen werden müssen. Auch die sogenannte Volcker-Regel, die den hochprofitablen, aber risikoreichen Eigenhandel der Banken einschränken soll, erfordert erst einmal eine Studie, bevor Regeln erlassen werden können. Geldhäuser mit staatlich versicherten Spareinlagen dürfen künftig nur sehr begrenzt in Hedgefonds oder Private-Equity-Firmen investieren.

"Welt verändert sich bis 2018 viele Male"

Mit Basel III wiederum wollen die internationalen Bankenaufseher verhindern, dass die Institute bei einer nächsten Krise wieder auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Deshalb sollen die Institute ihr Geschäft mit mehr Eigenkapital unterlegen müssen, wie "Die Presse" am 27. Juli unter dem Titel "Basel III: Aufseher entschärfen Banken-Regulierung" berichtete. Die neuen Gesetze sollen bis Jahresende ausgearbeitet und voraussichtlich Ende 2012 umgesetzt werden. Dabei soll es aber lange Übergangsfristen geben. So soll die in den USA gebräuchliche, aber in Europa umstrittene Verschuldungsquote erst 2018 verbindlich eingeführt werden soll.

Die Reform bis 2018 zu verzögern sei damit gleichzusetzen, nichts zu tun, warnt Simon Johnson, früherer Chef-Ökonom des Internationalen Währungsfonds. "Denn die Welt wird sich viele Male zwischen heute und 2018 verändern", sagt er "Bloomberg" zufolge.

(phu)

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26 Kommentare
 
1 2
Gast: globalix
11.08.2010 11:25
0 0

Die werden bald mit dem Gelddrucken nicht mehr nach kommen!

So wie 1929, war ein lebenslanges Sparen für die Katz und man konnte sich darum ein par Briefmarken kaufen, was vor einem Tag noch ein
Siedlungshaus Wert war.
Es war der fiktive Wert des Geldes, worauf man vertraute und wenn der Staat als Garant für den Wert des Geldes versagt, sind andere Werte besser veranlagt.
Energiealternativen zum Beispiel.
Jede, der Umwelt entnommene Kilowattstunde,
ist eine weniger zum Schade und für den eigenen Nutzen. Also schlägt man damit auch dem spekalativen Erdöl ein Schnippchen und
die Investition verzinst sich, was bei Anlage
in Materialien nicht der Fall ist.

gms_
10.08.2010 14:43
0 0

"Die Großbanken machen mit kurzfristigen Geschäften wieder Milliardengewinne, .."


Na blöd werden die Banken sein, wenn die Fed das Geld regelrecht verschenkt.

Wie lange soll diese Krise eigentlich noch andauern, bevor auch die Dümmsten kapieren, dass eine Politik der absurd niedrigen Zinsen immer und immer wieder in den Kollaps führt?

Das Ganze ist daher auch nicht mit Regularien in den Griff zu bekommen, erlaubten diese Beschränkungen doch einzig und allein, die Schleusen des absurd billigen Geldes einige Jahre länger offen halten zu können, bevor der Crash dann umso heftiger ausfällt.

ichmeine
10.08.2010 09:32
2 1

solange der Rohstoff Mensch immer billiger wird,

bei Bedarf aus dem Vollem geschöpft werden kann,

wird der Teil, für den eine kostspielige Art gerechte Haltung aufgewendete wird, immer kleiner werden.

Manche nenne es Verschwinden des Mittelstandes, andere Globalisierung,
gleich bleibt immer, dass "Krise" unterschiedliche Bedeutungen haben kann


Antworten lurch
10.08.2010 10:15
1 1

Re: solange der Rohstoff Mensch immer billiger wird,

Eine schöne Beschreibung der jetzigen Situation!

Was vielleicht noch hinzukommt ist, daß dieser Prozess nicht ewig weiter gehen kann! Es wird auf absehbare Zeit ein radikaler Schnitt notwendig sein, ob das jetzt den Superreichen und politisch Mächtigen gefällt oder nicht!

Antworten Antworten bufo
10.08.2010 10:54
2 0

Re: Re: solange der Rohstoff Mensch immer billiger wird,

Es geht überhaupt nicht um die Reichen und Superreichen.
Es geht darum, dass den Leuten prinzipiell die Möglichkeit gegeben wird, selber reich zu werden. Dann funktioniert Wirtschaft und Politik.

Gast: Roland Wieser
10.08.2010 09:08
2 2

Muss ja so sein

Die liberalfschistoiden Kristenverursacher waren die Berater der Politik danach.

Sie schafften es, gemeinsam mit den Banken, dass an den kristenverursachenden Deregulierungen des Finanzkapitalismus nichts geändert wurde.

Dachte man noch wärend der Krise an eine Transaktionssteuer, an ein Verbot gegen gewisse Rohstoffe und Lebensmittel zu spekulieren, an ein Einfrieren der Steuerparadiese oder an eine Weltwährung mit fixen Wechselkursen, so steht man heute da wie zuvor.

Die wenigen gierigen Spekulanten mit ihren Banken sind der Politik weit wichtiger als die Bevölkerung, die sie wählt.

Die nächste Krise kommt bestimmt, denn die Instumente zur Blasenbildung sind noch die gleichen.

Wirtschaftsschädigende Spekulationen in sekundenschnelle gegen ganze Staaten.

Millionen Menschen die wegen Lebensmittelspekulationen verhungern.

Nur, um die Gier Einzelner zu befriedigen. (deren Verluste verstaatlicht und deren Gewinne privatisiert werden)

2015 sind die Staaten zum Unterschied von 2008 pleite, dann wird die Politik die Spekulanten und Banken wenigstens nicht mehr retten können!


Antworten bufo
10.08.2010 10:57
1 1

Re: Muss ja so sein


Wieser, das war nix.
Setzen,5.

Westanbul
09.08.2010 22:43
1 0

kein problem

für mich. bei mir kommt das geld aus dem bankomaten.
dank raiffeisen-bank.
da weiß man, was man hat.

aber was wird, wenn raiffeisens ostblockkredite nach dem brandchaos in moskau nicht mehr bedient werden können?

man fragt sich, ob 2015 nicht ein wenig verwegen zuversichtlich gemeint ist ...
warum nicht schon nächstes jahr?

Antworten Gast: Bärenfalle..
10.08.2010 00:13
1 0

Re: kein problem

Oder gleich diesen Oktober. So bullish wie derzeit viele sind erinnert mich dies fast schon wieder an alte Zeiten. Fehlt nur noch das Platzen der in letzter Zeit spekulativ aufgeblasenen Blasen bei den Rohstoffen und schon haben wir wieder Herbst 2008. Damals war es der Ölpreis durch dessen Hochtreiben sich die Banken zu retten versuchten (auf Kosten der Konsumenten). Diesmal Metalle und Lebensmittel.
Also. Abwarten. Außer das die Staaten nun selber nicht mehr helfen können hat diese Krise bislang noch gar nichts bereinigt sondern nur Milliarden an Steuergeldern verbrannt. Der Kehraus steht also noch an und es wäre sehr, sehr untypisch wenn dieser entfallen würden.

Gast: gast
09.08.2010 20:07
2 0

wir brauchen uns nicht fürchten

wir haben ja pröll

Gast: mein Schwein heißt Oberbank
09.08.2010 19:47
0 0

Der langsam gekochte Frosch

Die Banken und das Kapital bestimmen die Politik
und finanzieren die öffentliche Meinung .
Die Geldelite wird nicht freiwillig abtreten ,auch wenn überdeutlich die Politik der vergangenen
3 Jahrzehnte in den Abgrund führt und der Abgrund auf Kosten der nächsten Generation
um ein paar Jahre hinausgeschoben wird .

Gast: catz
09.08.2010 18:24
1 1

Es war eben ein Fehler der Staaten den Banken Geld zu geben

Denn die Banken nehmen das Geld lieber um damit kurzfristig zu spekulieren, als es den Unternehmen in Form von Krediten für langfristige Investitionen zu geben. Mit den Spekulationen werden dann Gewinne generiert denen keine produktiven Werte entsprechen. Der Staat hätte statt Bankbürgschaften lieber für Unternehmensgründer haften sollen, damit diese das natürgemäß risikobehaftete Startkapital bekommen um Ideen zu verwirklichen. Nun verkümmern (wie immer) wieder viele gute Ideen in der Schublade.
Und Banken machen wieder ideenlose Gewinne bzw. scheffeln Geld schneller als der produktive Output wächst - bis vor der nächsten Krise das wertlose Geld wieder die Gütermenge um viele Potenzen übersteigt.

Antworten hw
09.08.2010 19:20
2 1

Re: Es war eben ein Fehler der Staaten den Banken Geld zu geben

umgekehrt mein lieber, es war ein fehler, dass die banken den staaten geld (gegen anleihen) gegeben haben!

Antworten Antworten Gast: Mister Money Maximizer
10.08.2010 10:51
0 0

Re: Re: Es war eben ein Fehler der Staaten den Banken Geld zu geben

Banken geben doch den Staaten eh kein Geld, die Staaten verschulden sich "nur" bei ihnen :)
Der Staat druckt Anleihen, die Banken "drucken" ihr Geld (im Computer) und alle sind happy... lol

2015?

Ich dachte mir: erst 2016! :-)

Antworten Gast: Gast
09.08.2010 22:25
0 0

Re: 2015?

und 2017 ist sowieso alles aus.
Game over, für die meisten von uns.

Gast: gast
09.08.2010 16:44
0 0

Wie wahr...

Ein sehr wahrer Artikel! Die Politiker haben seit der Finanzkrise viele Reden geschwungen, passiert ist nichts, die gleichen Anreize, die zur letzten Krise geführt haben, gibt es immer noch (eigentlich sogar verstärkt, da die Big Player ja praktisch alle gerettet wurden...)

Meine Konsequenz: ich habe die Erste Bank geshortet, warte auf den bank run :)

Antworten Gast: gogger
10.08.2010 18:30
0 0

Re: Wie wahr...

yo, banken shorten hört sich gut an, der erfolg ist aber letztlich auch wieder nur eine forderung an dritte...in papiergeld also letztlich im crash uneinbringlich !
besser in edelmetall !!!

Antworten Gast: speibender regenbogen
09.08.2010 23:57
2 0

Re: Wie wahr...

ich hab mrlboro geshortet, dafür aber phillip morris gepusht. opel hab ich gecancelt, mercedes hab ich auf put gesetzt. und in meinem garten hab ic voll auf schnecken gesetzt. andererseits sind meine paradeiser derzeit ziemlich long, während der spritverbrauch meines autos permanent auf cut ist. außerdem hab ich die pull-option auf den goldpreis wahrgenommen und dafür meinen fernseher geoutet.

ihr idioten werdets mit euren ganzen nichtssagenden "fachbegriffen", wo ihr selber sowieso die wenigste ahnung habts (hauptsache es klingt voll cool, gell?) aber sowas von einfahren... geld produziert nichts, vergeßts das nicht!

Antworten Antworten lurch
10.08.2010 10:21
1 0

Re: Re: Wie wahr...

Na wenn Sie auf die Schnecken gesetzt haben, dann ist das auf alle Fälle ein Gewinn, die Biester sind nicht wegzukriegen!

Antworten Antworten Gast: Dagobert
10.08.2010 08:14
0 0

Re: Re: Wie wahr...

Zuerst Amateure dann Experten und endlich ein Professional,a genuine man of
knowledge,congratulations,very rare indeed!

Antworten bufo
09.08.2010 19:38
0 0

Re: Wie wahr...

GESHORTET????
Hast Dich da nicht verschrieben?
Viel Glück.

Gast: Eurrora
09.08.2010 16:35
1 0

Das Milliarden -Spiel ?

Die Faulen Kredite stapeln sich und noch immer wird lustig und fidel gewirtschaftet,als wäre dies alles nur ein Traum. wann kommt das böse Erwachen ?

Antworten bufo
09.08.2010 19:36
0 0

Re: Das Milliarden -Spiel ?

Glaub doch den Mist nicht.

Da liegen für die Wirtschaft beeindruckende Zahlen vor. Auch am Arbeitsmarkt geht es steil bergauf.
D legt eine Super-Performance hin und wird Länder wie AT mitziehen.

Die Krise ist überwunden. Und was machen die Leute? Auf die wirkliche Krise warten, die je nach Meinung Ende des Jahres, oder eben 2015 eintreten soll, weil ja "alle 5 Jahre eine Krise eintritt!"
Vergessen.

Antworten Antworten Gast: M. Maier
10.08.2010 03:07
0 0

Re: Re: Das Milliarden -Spiel ?

Na dann schauen sie sich doch mal die (Neu-) Verschuldung der USA und der meisten EU-Staaten an.
Ans zurückzahlen ist da ohnehin nicht zu denken, nur ans umschichten alle paar Jahre. Und wenn die Bonität sinkt (was bei steigenden Schuldenbergen meistens der Fall ist), steigt die Zinslast, und somit der Druck auf die Budgets.
Wenn jetzt schon rund 15% der Staatseinnahmen für den Schuldendienst aufgehen, wo wird dann bei 20 oder gar 25% der Einnahmen gespart? Oder welche neue Steuer kommt dann?
Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt - die Frage ist nur, wieviele Staaten dann wohl in die Zahlungsunfähigkeit schlittern werden. Ich gehe mal stark von einer zweistelligen Zahl aus.

Antworten Antworten Antworten bufo
10.08.2010 11:03
0 0

Re: Re: Re: Das Milliarden -Spiel ?

Ich seh zur Zeit in D 38% Zuwachs beim Export, 28% beim Import, enormer Ausbau der China-Kooperationen, signifikanter Rückgang der Arbeitslosen, super Euro-Entwicklung, und Staatsschulden, wie oft soll man das noch sagen, die keinen Schwanz interessieren.

Aber die Welt geht gleich unter, Panik, Goldkauf, Trübsalblas. Jedem das seine.
Einen trüben Tag noch.

 
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