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Schuldenkrise drückt Euro auf ein Vier-Monats-Tief

10.01.2011 | 11:58 |   (DiePresse.com)

In der Nacht zum Montag fiel der Euro auf einen Gegenwert von 1,2886 Dollar. Dies entspricht dem tiefsten Wert seit September 2010. Zuletzt ist Portugal als potenzieller Euro-Wackelkandidat ins Gerede gekommen.

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Die wieder aufflammende Schuldenkrise hat den Euro zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit rund vier Monaten gedrückt. In der Nacht zum Montag fiel der Euro auf bis zu 1,2886 US-Dollar. Dies entspricht dem tiefsten Stand seit Mitte September 2010. Ein Dollar war damit 0,7760 Euro wert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,2961 (Donnerstag: 1,3091) Dollar festgesetzt.

Belastet wird der Euro abermals durch die europäische Schuldenkrise. Nach Griechenland und Irland steht mit Portugal der nächste Wackelkandidat im Fokus.

An den Rentenmärkten waren die Renditen für Staatsanleihen finanzschwacher Länder zuletzt wieder deutlich gestiegen, was als Zeichen großen Misstrauens der Investoren gilt. Mitte der Woche wird Portugal eine langlaufende Anleihe am Markt platzieren. Die Auktion wird mit Spannung erwartet.

(Ag.)

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17 Kommentare
Gast: Gast
10.01.2011 14:49
0 0

Dollar?

Warum wird der Euro immer im Vergleich zum Dollar gesehen? Der ist ja genauso schwach wie der Euro!
Wahrscheinlich weil man m Vergleich zu den asiatischen Währungen den dramatischen Verfall so deutlich sehen würde.
z.B. zum Thai Baht: über 20% minus in den letzten zwei Jahren!

Antworten Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 15:12
1 0

Re: Dollar? - Weil Öl in Dollar notiert!

NOCH gilt der US-Dollar als Leitwährung, aber der Euro läuft dem Dollar selbst in den schlimmsten herbeigeschriebenen Eurokrisen den Rang immer weiter ab.

Selbst während der letzen sogenannten Eurokrise nahm der Euro dem US-Dollar wieder gut 10 Prozentpunkte im Bereich Reservewährungen ab.

Eine Reservewährung zu sein ist ein glänzendes Geschäft für die Notenbank. Herrschen z. B. nur 2 % Inflation, so bleiben zusätzliche 20 Mrd. in der Kasse der EZB JÄHRLICH liegen, wenn zusätzliche 1000 Mrd. als Reservewährung den US-Dollar in fremden Staaten ersetzen! Der eine verliert die Inflation, dem anderen (dem Ausgeber der Zettel) bleibt sie!

Der Bhat ist schlicht keine Reservewährung, da die Märkte eben Thailand langfristig nicht derart vertrauen wie Europa, das seit Jahrhunderten führend am Weltmarkt ist.

Für Euro bekommt man praktisch alles was das Herz begeht vom Porsche bis zur fertigen Industrieanlage - ich weiss schon für Bhat gibt es auch so einiges herziges für Männer, aber das spielt am Weltmarkt keine Rolle.

Für Dollar bekommt man aber NOCH Erdöl, da George W. Bush den Irak überallen ließ und der rechtmässige Präsident dort nach einem gerichtlichen Zauberspruch ermordet wurde. Saddam wollt bekanntlich sein Öl nur mehr gegen Euro verkaufen, DESHALB marschierten die USA im Irak ein, denn dann hätten sie Euro kaufen müssen und Erdöl wirklich bezahlen müssen und hätten nicht weiterhin einen Staatsschuldschein gegen Dollar und dann Erdöl tauschen können.

Antworten Antworten Iason
10.01.2011 20:24
0 0

Re: Re: Dollar? - Weil Öl in Dollar notiert!

Europa hat militärisch keine Bedeutung.
Deshalb auch als Weltleitwährung nicht geeingnet. Europa ist keine Wirtschaftseinheit und politisch sowieso uneinig.

Und dass man Europoa vertrauen kann, ist geschichtlich keinesfalls richtig. Immerhin ist es das Gebiet auf der Welt wo es die meisten und grässlichsten Kirege gab. Wo zwei Weltkriege ausgingen!

Gerade in EU sind in echten Krisenzeiten wieder schwere nationale Konflikte möglich.

Gast: gast
10.01.2011 13:01
0 0

jedenfalls ist der teuro



NICHT der schilling, und nicht die MARK !!

der teuro wird durch unpassende länder belastet.

Antworten Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 14:55
0 0

Re: jedenfalls ist der teuro

Der Euro wird nicht durch unpassende Länder belastet, sondern durch unpassende Sitten!

Auch wenn z. B. ein Deutscher seine DM für Thailandurlaube verprasste drückte das die DM, aber da die Mehrheit der Deutschen mehr exportierte als in Thailand verprasste, stieg die DM gegenüber anderen Währungen, die nicht an die DM gekoppelt waren, an.

Wenn z. B. Uganda in die Eurozone aufgenommen würde, wäre es so lange kein Problem, so lange man ugandischen Bilanzen trauen kann und ugandische Banken nur gegen doppelte Sicherheit via EZB Euro ausgeben. Der Einwohner von Uganda muss eben z. B. seine Plantage im Wert von 2 Mio. Euro für eine Investition in Höhe von 1 Mio. Euro an eine Bank verpfänden, die das Pfand an die EZB weiterreicht. Da die Farm am Weltmarkt eben 2 Mio. schon ohne der Investition wert war, gefährdet dies den Euro keineswegs!

Problematisch wird es eben, wenn Regierungen hohe Defizite bauen und dann die Idee haben Bürger via hoher Besitzsteuern zu enteignen. Das untergräbt dann die Währung, denn wenn der Bauer aus Uganda 1,5 Mio. Steuern zwecks Budgetsanierung zahlen muss, dann kann er nicht investieren, muss seine investitionsgüter, die auf Kredit gekauft wurden verkaufen und das System bricht zusammen.

In Wahrheit ist es VÖLLIG egal, aus welchem Land das Pfand für die Euroschöpfung kommt, wichtig ist nur, dass dort keine Versagerregierung wirtschaftet, die hohe Verluste in Form von Schulden anhäuft, die dann die Bevölkerung früher oder später als Steuer zahlt!

Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 12:54
0 0

Portugal könnte leicht entschuldet werden, aber...

Jeder portugiesische Euro, der ausgegeben ist, ist mit über 120 % allein schon durch Gold der portugiesischen Zentralbank gedeckt. Dazu kommt natürlich noch die übliche doppelte Überdeckung durch doppeltes Pfand via EZB. (Für 100.000 Kredit muss ein Pfandwert von mindestens 200.000 bei der EZB hinterlegt werden, damit die EZB 100.000 nach Basel III überhaupt ausgibt, dazu kommen noch einige Prozent Sicherheit durch die Bank, die das Geschäft der EZB vermittelt)

Portugal könnte also bedenkenlos die Goldreserven verkaufen und jeder (portugiesische) Euro wären immer noch mindestens doppelt besichert. ABER das geht eben nicht, da die Notenbanken sich gegenseitig verpflichteten nicht all ihre Goldbestände auf den Markt zu werfen, nur weil der Goldpreis überzogen ist und es günstig wäre z. B. mit einer Goldmine einen Vertrag über Lieferung von Gold auf Termin zu einem niedrigeren Preis abzuschließen und sofort die Reserven noch zu hohen Preisen am Markt zu dringend benötigtem Geld zu machen.

Beispiel Unze kostet 1050,- Mine kann variabel zusätzliche Unzen um 100 prodzuieren. Die Mine verkauft auf Termin 1 Mio. Unzen Jan 2020 zu 600 und macht damit einen sicheren zusätzlichen Gewinn auch im Jahr 2020, wenn der Goldpreis vermutlich schon viel tiefer liegt. Für die portugiesische Notenbank wäre das ein gutes Geschäft, denn die bekäme vermutlich beim Verkauf ihrer Mengen pro Unze immer noch 800 pro Unze und es blieben 200 Euro pro Unze Gewinn. Portugals Schulden schwinden damit!

Antworten just4fun
10.01.2011 13:10
1 0

Re: Portugal könnte leicht entschuldet werden, aber...

was für ein experte...
dumm nur das portugal, selbst wenns alles gold verkaufen, nichtmal ein zehntel seiner schulden abdecken könnte. bei österreich wärs sogar noch weniger, da sinds mit glück vielleicht noch 2-3%.

Antworten Antworten Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 14:33
0 0

Re: Re: Portugal könnte leicht entschuldet werden, aber...

Als Staatsschuld werden die Schulden NOMINELL ausgewiesen, da aber Portugal herabgestuft wurde und heute mehr für Anleihen zahlen muss als früher, sind die alten Staatsanleihen WEIT unter dem Nominale zu haben.

Für Portugal bedeutet das beispielsweise, dass es am Papier zwar etwa 150 Mrd. Euro Schulden hat, aber real dank niedrigerer Bewertung der Staatsschuldpapiere nur etwa 90 Mrd. Euro.

Wenn nun Portugal dank Goldverkauf für 15 Mrd. EIGENE Staatsanleihen aufkauft, dann bleiben noch 75 Mrd. Euro Schulden und die wiederum können in Europaanleihen umgewandelt werden, wodurch Portugal komplett entschuldet ist und damit sehr hohe Budgetüberschüsse erwirtschaftet, mit denen wiederum die eurozonenweiten nieder verzinsten Europaanleihen (für die haftet auch Deutschland u. s. w.) leicht bedient werden können.

Für das Projekt Entschuldung wäre es durchaus sinnvoll europaweite Euroanleihen, die sonst nur für konkrete Projekte, die sich durch Amortisation via Einnahmen wie z. b. Maut oder volkswirtschaftliche Nutzenamortisation rechnen ausgegeben werden dürfen, ausnahmsweise zu emittieren.

Die EU hat nach US-Berechnungsart NULL PROZENT Verschuldung!

Die Märkte wollen betrogen werden, das zeigen die USA so schön vor, also betrüge man sie eben mit Scheinsicherheit durch größere Haftungseinheiten.

Ohne eigenen Beitrag der Portugiesen würden, die Märkte aber das Spiel, das die USA vormacht, durchschauen, wenn es Europa kopiert.

Iason
10.01.2011 12:34
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eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Ist durchaus heuer möglich.

Längerfristig ist die Parität dieser beiden Papierwährungen wahrscheinlich. Diese gab es zuletzt 2002.

Antworten scf
10.01.2011 13:55
0 0

Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Das ist aber alles andere als im Interesse der Amis die sich lieber mittels Inflation entschulden. Wie will man sonst eine fast 100%ige Staatsverschuldung loswerden, in Zeiten wo Sparmaßnahmen kaum gebilligt werden (und bei dem Schuldenausmaß auch nur bedingt greifen).

Antworten Antworten Iason
10.01.2011 19:10
0 0

Re: Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Dass die Amis ihren Dollar weiter entwerten werden, ist wahrscheinlich.

Aber wenn die Konservativen ans Ruder kommen, wird dies wahrscheinlich etwas eingebremst werden, was dem Dollar als Weltleitwährung ziemlichen Auftrieb relativ zu anderen noch schwächeren Währungen, wie dem Euro, verleihen könnte. Ron Paul möchte die Macht der Fed kräftig beschneiden.


Antworten Antworten Iason
10.01.2011 19:09
0 0

Re: Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Dass die Amis ihren Dollar weiter entwerten werden, ist wahrscheinlich.

Aber wenn die Konservativen ans Ruder kommen, wird dies wahrscheinlich etwas eingebremst werden, was dem Dollar als Weltleitwährung ziemlichen Auftrieb relativ zu anderen noch schwächeren Währungen, wie dem Euro, verleihen könnte. Ron Paul möchte die Macht der Fed kräftig beschneiden.


Antworten Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 13:07
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Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Ein Verhältnis 2,50 US-$ : 1,00 Euro ist wahrscheinlicher als ein Verhältnis Euro : Dollar von 1 : 1.

Rein währungstechnisch betrachtet wäre ein Kurs 2,5 Dollar : 1 Euro gerechtfertigt. Dies liegt schlicht daran, da jeder Euro mindestens doppelt besichert ist und dies auf den US-Dollar längst nicht mehr zutrifft.

Die Zeiten sind längst vorbei, wo die Amerikaner sagten, man müsse einer Bank $ 2.000 bringen, damit sie einem $ 1.000 borgt. FRÜHER war das tatsächlich so. Man musste auch im Dollarraum doppeltes Pfand hinterlegen. Heute ist das nur mehr beim Franken und beim Euro so!

Für $ 100.000 in Gold bekommt man im Dollarraum $ 100.000 Kredit. Im Euro bzw. Frankenraum eben jeweils für € 100.000,.- bzw Franken 100.000 maxmimal € 50.000 bzw. Franken 50.000. Das hat einen einfachen mathematischen Grund: 1 + 1/2 + 1/4 + 1/8 + 1/16... = 2 So kann maximal, selbst wenn mit dem Kreditbetrag immer wieder Pfandwert gekauft wird, der ursprüngliche Wert geborgt werden.

Anders ist das im Dollarraum - egal jetzt ob US- oder Zimbabwedollar! Dort gibt es für 100.000 Pfand 100.000 Kredit mit dem wieder um 100.000 Pfand gekauft werden kann u. s. w. Was zu Blasenbildung in den Märkten führt.

Da nun hinter einem Euro im Durchschnitt ein Pfandwert von 2,8 steht und hinter dem Dollar nur mehr etwa von 1,2, wobei selbst der Wert nochmals durch heben der Verschuldungsgrenze gesenkt werden soll, ist ein Verhältnis von 2,5 Dollar : 1 Euro mehr als nur Gerechtfertigt. Geld ist ein Schuldschein!

Antworten Antworten Iason
10.01.2011 19:18
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Re: Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Wenn man die Währungsrelation so einfach ermitteln könnte, dann würden das viele tun und dann würde die Relation auch bei vielleicht 2,5 stehen.

Nur gibt es viele andere Einflussfaktoren (Zinsdifferenz, Wirtschaftskraft, Kaufkraft, ...). Und kein Staat der Welt wäre derzeit interessiert, dass seine Währung so stark aufwertet. Die Gefahr eines Zerfalls des Euros lassen Sie in ihrer Betrachtung auch außer acht.

Antworten Antworten scf
10.01.2011 14:03
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Re: Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Während ich die Einschätzung teile, dass der Euro gegenüber dem USD unterbewertet ist finde ich ihre Ausführungen etwas überzogen. Selbst rein mathematisch ergibt 2,8:1,2 nur 2,333. Wie sie diese Werte ermittelt haben, darüber kann man auch nur raten. Mal abgesehen davon dass es sich hier nicht um das einzige Kriterium handelt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Desinfoterminator
10.01.2011 14:45
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Re: Re: Re: eur/usd < 1,19 (5-Jahrestief) ?

Die Werte ergben sich aus Kreditvergabe nach Basel III (doppeltes Pfand für jeden von der EZB ausgegebenen Euro) plus 4 % Bankengarantien plus Reserven der europäischen Notenbanken für die Gelddeckung.

Detto bei den USA, allerdings kauft dort die Fed US-Staatsschuld 500 Mio. nominale Staatsschuld für 500 Mio. in Dollar, weiters werden in den USA bei Krediten nach wie vor für 100.000 Sicherheit 100.000 Kredit gegeben, die Kreditkartenschulden werden mit neuen Kreditkartenverträgen bezahlt und es gibt nur sehr wenige gut besicherte Kredite von z. B. echten Häuslbauern und damit ergibt sich eine Deckung von höchstens 1,2, denn die Sicherheiten der Fed sind gemessen an der Geldmenge viel geringer als bei Europas Notenbanken.

Basis für den Wechselkurs sollte das Austauschverhältnis sein. Wieviel bekommt man als Warenkorb (ACHTUNG im Warenkorb sind eben KEINE hyperinfltionierten US-Bonds - eine US-Staatsanleihe 30 Jahre Laufzeit Ausgabe 1980 kostete auch nur das Nominale war aber noch gut doppelt und mehr durch US-Staatsbesitz besichert, eine US-Anleihe 30 Jahre Laufzeit 2011 hingegen ist innerlich praktisch überhaupt nur mehr mit wenigen Prozent Staatsbesitz gedeckt und kostet aber gleich viel nominell gesehen - enthalten)? Da ergibt sich derzeit momentan ein Wert von etwa 1,25 Dollar für einen Euro, aber eben nur MOMENTAN! Der Devisenkurs muss aber die Zukunft antizipieren und daher sind jetzt schon 2,5 US-Dollar für einen Euro gerechtfertigt.

Stachel
10.01.2011 12:33
0 0

Na wenn schon!

Diese Situation fördert die Exportwirtschaft und verteuert Auslandsreisen in den Nicht EU Raum. Möglicherweise ist der Euro noch immer gegenüber dem Dollar überbewertet. Hysterie ist jedenfalls nicht am Platz.