23.05.2013 10:44 Merkliste 0

Griechenland-Pleite befürchtet: Rückkehr zur Drachme?

22.02.2011 | 13:07 |   (DiePresse.com)

Der europäische Sachverständigenrat warnt vor einer Pleite Griechenlands. Nach dem Rettungspakt seien neue Hilfen notwendig.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"Der europäische Sachverständigenrat EEAG warnt vor einer drohenden Pleite Griechenlands. Das hoch verschuldete Land könnte spätestens 2013 neue Rettungshilfen brauchen, schreibt die Gruppe von Ökonomen um den Präsidenten des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, in ihrem Bericht, der der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) vorliegt.

Der eingeschlagene Sparkurs in Griechenland reiche nicht aus. Das Land werde nach Auslaufen des Rettungspakts wohl nicht in der Lage sein, sich über den Markt zu refinanzieren.

Rückkehr zur Drachme?

Die griechische Regierung hatte bisher stets betont, sie werde "jeden Cent zurückzahlen" und spätestens 2014 damit beginnen, den Schuldenberg abzutragen. Doch laut Sachverständigenrat reichen die Einschnitte noch immer nicht aus. Das Gremium empfiehlt als Option gar den Ausschluss des Landes aus der Euro-Zone.

Wolle die EU ihr Rettungspaket nicht mit jahrelangen Transfers ausdehnen, blieben neben einem Schulden-Moratorium nur zwei Lösungen:

  • Die Rückkehr des Landes zur alten Währung Drachme
  • oder eine beispiellose Radikalkur, die auch niedrigere Löhne auf breiter Front einschließe.

"Märkte preisen Umschuldung schon ein"

Führende Banken geben die Hoffnung auf eine volle Rückzahlung der Schulden bereits auf. Nach Einschätzung von Thomas Mirow, Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, ist eine Umschuldung Griechenlands unumgänglich. "Es ist zu bezweifeln, dass Griechenland eine Schuldenquote von mehr als 150 Prozent dauerhaft tragen kann", sagte Mirow der Zeitung.

"Die Märkte preisen eine Umschuldung schon seit längerem ein", sagte er weiter. "Damit das Land seine Probleme überwinden kann, sollte die Quote auf 100 Prozent gesenkt werden." Demnach müsste der Schuldenerlass womöglich sogar höher ausfallen als 30 Prozent.

Sorgenkind Portugal

Derweil wachse die Sorge, dass nach Griechenland und Irland auch Portugal Hilfen der europäischen Partner in Anspruch nehmen müsse. "Ich glaube, dass Portugal Hilfe braucht, um seine Schuldenprobleme zu lösen", sagte Mirow weiter.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

136 Kommentare
 
12 3 4

Da sagte ein Grieche zu mir...

"Griechenland ist nicht arm. Die Griechen haben viel Geld, sehr viel Geld - nur die Regierung hat keines". Sehr aufschlußreiche Aussage über die Finanzgebarung der vergangenen griechischen Regierungen.

Gast: Biersauer
25.02.2011 07:01
0 0

Die Wiedereinführung der Trachma wäre ein Behelf...

die EUROschulden abzubauen.
Früher hat das mit der Drachme auch funktioniert,
warum sollte das heute nicht möglich sein.
Wer EURO hat bezahlt mit dieser und wer Drachme hat, verwendet in Griechenland die Drachme, was ist dafür hinderlich, der Wert vielleicht, der läösst sich täglich neu anpassen!
Zur Schuldenstabilisierung gibts keine bessere Lösung.

Gast: alf
23.02.2011 20:48
0 0

Insolvenz

Dann MÜSSEN Banken, Gewerkschaften, Regierung an den Tisch. Banken müssen abschreiben, Löhne müssen 50% runter. Anteil im öffentlichen Dienst muß halbiert werden auf 15% der arbeitenden Bevölkerung, Pensionen runter, Verwaltung kleiner,
SONST GIBTS MORGEN GAR NIX MEHR.
Nur mit einer Insolvenz geht sowas.
Vorher zünden die Millionen Privilegienritter lieber ihr ganzes Land an.
Und dann ein Neustart.
Ist nicht das erste Land

Gast: Gast
23.02.2011 19:28
0 0

europäische Sachverständigenrat warnt

Warum fällt diesen Komikern immer nur ein Löhne zu kürzen. Es gibt kein reiches Land mit Hungerleiderlöhnen. Wenn sich keiner mehr was leisten kann bricht halt die Wirtschaft ein. Daher weniger Steueraufkommen. Na dann kürzen wir wieder die Löhne. Das geht dann so weiter bis man diese ganzen Experten an die nächste Laterne hängt. Und schön langsam gewinnt man den Eindruck, dort gehören sie auch hin.

Antworten Gast: Walti
24.02.2011 18:06
0 0

Re: europäische Sachverständigenrat warnt

Ich bitte, um konkrete Vorschläge wie die
Entschuldung zu bewältigen ist !!!
Nur schimpfen alleine hilft nicht !!

Gast: Van Damme
23.02.2011 19:12
0 0

Zusammenhänge

Wenn eine Million Nordafrikaner in die EU kommen, wird es egal sein, ob Griechenland pleite ist...

Gast: Vogel Strauss
23.02.2011 13:01
0 0

Jeden Tag ein anderer Ökonom

und somit eine andere Meinung. Heute für Umschuldung, morgen dagegen ... mir geht das wirklich schon am Wecker.

Gast: engelhard
23.02.2011 12:33
2 0

an herrn/frau gemeinschaft

ihre erklärung für die griechischen zustände ist lächerlich. viele andere länder, die vom krieg schlimmer gelitten haben, stehen wirtschaftlich besser da, die ach so armen griechen schaffen es aber nicht, 65 jahre nach dem kriegsende. eine so schwachsinnige rechtfertigung muss sich einer einfallen lassen. um ihnen zu helfen: die katastrofe ist fast gänzlich selbstverschuldet durch korruption und betrug der politischen klasse (ja, klasse, da griechenland von einigen klans regiert wird), ineffizienz und sogar fehlfunktion der öffentlichen verwaltung, steuerhinterziehung als massensport, um einige ursachen der dahinsiechenden volkswirtschaft zu nennen.

Gast: Na und?
23.02.2011 12:06
0 0

Österreich = Griechenland

Wer es nicht glaubt, möge mal nachrechnen: Wie hoch ist der Schuldendienst und wie hoch die Neuverschuldung?

Dank laufender Defizite wird der Schuldenstand immer höher, und das auf drei Ebenen: Bund, Länder, Gemeinden

Das Geniale am Föderalismus ist, daß jeder seine eigene Suppe kocht. Auslöffeln dürfen diese dann, siehe Kärnten, alle...

Gast: Tax-Adviser
23.02.2011 10:54
0 0

Steuerschulden

hat der griechische Staat eigentlich schon sämtliche Steuerschulden eingetrieben? Soviel zu lesen war, ist die griechische Finanz gar nicht in der Lage das zu kontrollieren und festzustellen. Ich habe das Gefühl, Griechenland lebt in einer Parallelwelt, es geht Alles weiter wie gehabt, es wird gestreikt, es werden keine Steuern gezahlt usw. und das Geld landet in Zypern, der Schweiz, Liechtenstein.

ich mache nicht den fehler, das presse-forum als repräsentativ zu nehmen.

das würde nämlich ein ziemlich schlechtes licht auf den bildungsstand bez. wirtschaftlicher vorgänge und volkswirtschaftlicher ströme werfen!

wen wundert es, dass das agieren von politischer und wirtschaftlicher elite als derart abgehoben interpretiert wird?
ich jedenfalls bin froh, dass manchmal so agiert wird wie im falle griechenland.
....und nicht der kleine maxi, der mehrheitlich sein familienbudget per kontoüberziehung 'im griff' hat und sein soziales umfeld mit egoismus tyrannisiert, als vorbild genommen wird!

Gast: DI
23.02.2011 10:04
1 0

Pleite unausweichlich, Austritt realistische Perspektive.

Als dieses Affentheater angefangen hat, meinte unsere Regierung das ist undenkbar, unmöglich. Dabei hat jeder mit ein wenig Hausverstand erkannt, dass kann nicht funktionieren. Das verlorene Geld von den Wirtschaftsexperten, Politikern und Regierungsparteien durch Enteignung zurückfordern? Wann kommt bei uns der Aufstand?

wen wunderts

wie kamen die überhaupt in die ? da is doch schon von Anfang an getrickst worden.

Gast: Gemeinschaft
23.02.2011 09:35
2 3

Solidarität!!!

Immer dieses Gejammer. Österreich profitiert von dem Euro und verdient damit viel Geld. Österreich hat ja gesagt zur EU und soll sich solidarisch gegenüber anderen EU Staaten zeigen. Im 2. WK hat sich Österreich dem Nazireich an den Hals geworfen und Hitler war auch ein Österreicher! In Griechenland haben die Nazis das ganze Land zersört und nie etwas dafür bezahlt. Noch heute leidet Griechenland unter dieser Willkürherrschaft. Jetzt aber kneifen die Österreicher wieder und wollen nichts bezahlen. Subventionsgelder aus der EU nehmen sie aber!

Antworten Gast: gast
23.02.2011 10:25
1 0

Re: Solidarität!!!



so ein sch...oko !

spende dein geld, laß die finger von meinem, burschi !

Wofür

hat man Griechenland Millionen € in den H........ geschoben, wenn jetzt darüber nachgedacht wird, wieder die Drachme einzuführen? Das hätte man schon damals, ohne Finanzspritze, machen können.

Re: Wofür

Ganz einfach; um die dort ansässigen ausländischen Banken (auch die aus Österreich) zu retten.

Re: Re: Wofür

nicht allein die banken!

auch UNS und unseren wohlstand.
denn dieser wäre durch den sicher eintretenden domino-effekt (stark) beeinträchtigt.

Re: Wofür

Dann wäre Portugal, Spanien und Italien mitgerissenwurden und (das gerade erst gerettete) Bankensystem - international - erst wieder den Bach runter gegangen.

Es war schon richtig die erste Panik nicht ausufern zu lassen durch eine unkontrollierte Pleite wie damals bei Lehmann.

Nun wie wärs mal mit der Italienischen Lösung

Rechnungslegungspflich auch für nur einen kleinen Kaffee in der Trattoria?
Selbst damals erlebt dass ich ausserhalb des Lokales meine Rechnung einem Finanzbeamten vorweisen musste.
Damit könnte man das Problem der Steuerhinterziehung etwas abmildern und so zusätzliche Steuern für den Staat generieren.

Antworten Gast: Hans im Glück
23.02.2011 09:37
0 0

Re: Nun wie wärs mal mit der Italienischen Lösung

Wie wärs mit SPAREN beim Staat?

Wie wärs mit STEUERSENKUNGEN?

Dann haben wir die ganzen Probleme nicht mehr.

Re: Nun wie wärs mal mit der Italienischen Lösung

Das gibt es eh schon seit Jahren.


Gast: gast
23.02.2011 01:45
3 0

soll Griechenland den Euro behalten

so könnten 50% Lohnkürzung in Griechenland bei 50% Streichung ihrer Schulden durch die EU eventuell zum Erfolg führen.

Geht aber auch nicht, weil sich die Griechen so eine (Weimarer) Roßkur nicht gefallen lassen täten und sogleich arabische Verhältnisse auf die EU überspringen würden. Im Gegensatz zu den Arabern brauchen die Griechen gar nicht zu fragen, ob sie in die EU einreisen dürfen.

Allen überschuldeten Ländern, ob bei der Asienkrise od. Lateinamerika hat der IWF als erste Maßnahme eine Abwertung aufoktroyiert.

Mit einer abgewerteten Drachme verteuern sich die Importe und verbilligen sich die Exporte und Griechenland könnte wieder seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen. Nur so viele Porsche Cayenne wird man auf Griechenlands Straßen dann nicht mehr sehen.

Gast: grunz
23.02.2011 00:12
1 2

grillen

Den Finanzminister für seine Fehlleistungen grillen und der BK muss für die seinen die Grammeln vom Pröll essen.

Gast: gast
23.02.2011 00:03
3 2

Das Eurorettungspaket war der Suizid der SPÖVP Regierung

seit diesem wörtlichen Selbstmord ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis es Neuwahlen gibt.

Re: Das Eurorettungspaket war der Suizid der SPÖVP Regierung

wenn man davon ausgeht, dass der großteil der österreichischen wähler (wie ihr statement schließen lässt: auch sie) überhaupt keine ahnung von volkswirtschaftlichen folgewirkungen hat.

und seine politische mitwirkung darin erschöpft, schlagzeilen aus dem boulevard nachzuplappern.

dann vermutlich ja.

 
12 3 4

Hobbyökonom