EZB-Stark: Privatsektor nur "völlig freiwillig" beteiligen

15.06.2011 | 08:45 |   (DiePresse.com)

Für den Chefvolkswirt führt Zwang zu einer Neubewertung der griechischen Papiere. Den Euro sieht er trotzdem nicht in Gefahr und verteidigt die Anleihen-Politik der EZB.

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Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, sieht für die Beteiligung des Privatsektors an neuen Griechenland-Hilfen nur einen ganz engen Spielraum. "Wir sind nicht gegen eine Einbeziehung des Privatsektors", sagte Stark im Deutschlandfunk. "Aber es muss völlig freiwillig sein." Aus Marktreaktionen habe man gelernt, "dass jede Art von Zwang dazu führt, dass eine Neubewertung der griechischen Papiere vorgenommen wird, und dass letztlich die Gefahr droht, dass eine partielle oder eine totale Gefahr der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands drohen könnte". Den Euro sieht Stark trotz der Probleme Griechenlands, Irlands und Portugals nicht in Gefahr. "Das Schicksal des Euro hängt nicht von diesen Ländern ab", erklärte er.

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Handlungsbedarf besteht nach seinen Worten in erster Linie bei Griechenland selbst. Das Land müsse seine Hausaufgaben beim Weg heraus aus dem Schuldensumpf machen. Griechenland müsse wieder an die Märkte zurückkommen, unterstrich Stark. Dazu müsse das Land die Auflagen erfüllen, die ihm im Gegenzug zu Hilfen gestellt worden seien.

Stark verteidigt Anleihenkauf der EZB

Kritik an der EZB wegen ihrer Aufkaufprogramme für Anleihen von Euro-Problemländern wies er zurück. Die Motivation dafür sei eine "rein geldpolitische" gewesen. Seit drei Monaten seien keine Papiere dieser Art mehr am Sekundärmarkt gekauft worden. "Das Instrument ist nach wie vor verfügbar", machte er klar. Stark bekannte sich aber zu einer ablehnenden Position, es wieder zu nutzen.

Im Übrigen habe sich der Ankauf solcher Papiere nur "in einem sehr engen Rahmen" bewegt. Die Anleihen seien zu Marktpreisen gekauft worden und mit einem zusätzlichen Abschlag in die EZB-Bilanz genommen worden. "Wir betreiben ein sehr konservatives Risikomanagement", formulierte Stark. "Unsere Risiken sind wirklich beherrschbar."

(APA)

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11 Kommentare

Herabstufung des Ratings

Also dieses argument des herrn stark ist ja wirklich nicht mehr ernst zu nehmen: Griechenland hat schon das schlechteste rating, das es gibt, und die Zahlungsunfähigkeit ist faktum. Damit zu drohen, ist nur noch lächerlich und demonstriert nur noch die disqualifikation und parteilichkeit der EZB.
Die EZB vertritt ganz offensichtlich nur die Interessen der finanzwirtschaft, bei der es keinesfalls auch nur zu den kleinsten "verwerfungen" kommen darf. Das wäre ja ein sakrileg!

Gast: G99
15.06.2011 14:07
0

warum muss die Beteiligung des Privatsektors freiwillig sein

aus FAZ-Net:"Drei Wege zu einer freiwilligen Umschuldung
Sicher aber ist: Keine der Banken, die privaten Aktionären gehören, darf durch einen Anleihentausch Vermögen ihrer Eigentümer verschenken. "Sonst könnten die Aktionäre sogar klagen", sagt Burghof.
Entsprechend wird über drei Wege diskutiert, wie man für die Banken Anreize schaffen könnte, damit sie freiwillig ihre griechischen Staatsanleihen gegen neue mit längerer Laufzeit tauschen.
Der erste Vorschlag, den der Verband privater Banken unterstützt: Die neuen Anleihen könnten in irgendeiner Form Garantien der anderen Staaten Europas bekommen. Dann würden viele Gläubiger freiwillig tauschen. Die neuen Anleihen hätten schließlich eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit. Der Nachteil: Der Steuerzahler müsste neue Risiken übernehmen - statt entlastet zu werden.
Zweiter Vorschlag: Man könnte die neuen Anleihen mit einem höheren Zinskupon ausstatten. Ein Anreiz zum Tauschen wäre damit gegeben. Nur: Die Zinsbelastung der Griechen würde steigen - und das will man ja gerade nicht.
Der dritte Vorschlag: eine sogenannte Rangänderung der Gläubiger. Wenn Gläubiger mit neuen Anleihen im Fall eines Bankrotts vorrangig bedient würden, gäbe es einen Tauschanreiz. Aber auch dieses Modell hat Haken: Man würde stark in die Rechte der alten Gläubiger eingreifen. Zugleich wäre der Effekt fraglich: Wenn alle Anleihen gegen neue getauscht würden, hätte die Rangänderung keinen Effekt.

Vor Gericht,

Kohl, Weigl und Genscher gehören vor Gericht, denn die haben, dank der deutschen Stärke, die wunderbare Idee des einheitlichen Europas vermurkst.
Die EZB sollte die Funktion der deutschen Bundesbank bekommen, die die D- Mark zur starken Währung gemacht hat.
Nur um sich hervorzutun haben sie die D-Mark und die EZB verkauft.
Auf die Griechen, die Portugiesen und Spanier zu schimpfen nutzt garnichts, die nutzen die Nischen, zum Schaden von Resteuropa.
Die EZB war nicht in der Lage die grob fahrlässige Krida zu verhindern.
Das wird immer wieder passieren, es sei den die Politiker besinnen sich auf die Regularien des Geldverkehrs und stärken die EZB, dass sie auch Währungshüter sein kann und nicht nur ein aufgeblasener teurer Versuch einer Zentralbank die den Geldwert und nicht einmal die Geldmenge im Griff hat.

Gast: Klare Worte
15.06.2011 13:02
2

EZB kämpft nur für die Banken,

und agitiert gegen die Bürger.

Ziel der EZB ist, dass der Steuerzahler für alle Verluste aufkommen soll.

Die Politik soll EZB klar in Schranken weisen und reformieren.

Das kanns aber aud Dauer nicht sein, dass....

.....Ratingagenturen über unser Wohl und Unwohl bestimmen und das weltweite Finanzsystem destabilisieren. Diese Agenturen sind demokratisch vollkommen unlegitimiert und DÜRFEN KEINESFALLS ÜBER DAS SCHICKSAL VON STAATEN ENTSCHEIDEN !

Gast: Hans im Glück
15.06.2011 10:43
0

Freiwillige Verlustübernahme durch Private ???

So etwas gibt es nicht.

Sollte es keine Steuerzuckerln in gleichem oder größerem Ausmaß geben wird das sicher nicht funktionieren (Würde eigentlich über die Zeit verteilt auch der Steuerzahler tragen).

Alles nur Dampfplauderer.


Gast: trader1
15.06.2011 10:13
0

na gehts ..

ihr habts euch halt verschätzt .. und gemeint, die paar papierln kaufen wir, und die griechen schaffen es schon ..
und jetzt verhaltest euch wie jeder dumme kleinanleger, der seinen verlust nicht zur kenntnis nehmen will, und tausend ausreden erfindet, warum es erstens kein verlust ist, zweitens niemand das voraussehen konnte, und drittens sowieso alles kein problem ist ..
profis sehen anders aus :-):-)

Gast: uburoi
15.06.2011 10:04
0

mein hund

eine sehr liebe hündin die genau nix kann.
sie ist einfach nur lieb und schnell.
wenn was runterfällt ist sie auf der flucht.
wie de wikinger mit dem himmel.

Gast: Gast 99
15.06.2011 10:03
0

Kritik an der EZB wegen ihrer Aufkaufprogramme für Anleihen von Euro-Problemländern wies er zurück.

da fragt man sich doch:
1.wie hoch ist das angekaufte Volumen durch die EZB 2.wer haftet im Falle des ev. Komplettausfalls dieser Papiere? Einige Hinweise stehen in:"www.querschuesse.de"unter:"S&P senkt Griechenlands Kreditrating auf CCC"
"Die Finanzierung des unhaltbaren Geschäftsmodells der Defizitländer übernahmen Banken und diese türmten dabei faule Kredite in ihren Bilanzen auf. Die Rettungspakete der Troika (EU, IWF und EZB) stellen primär einen Bailout der Banken dar, die ihre Kreditexposition zu Lasten der Steuerzahler abwälzen können. Eine unrühmliche Rolle dabei spielt auch die EZB, die dem Bankensystem Teile der Kreditexposition gegenüber den PI(I)GS abnimmt und damit zu B.. Bank mutiert und die immer mehr die Position als Finanzier der Leistungsbilanzdefizite der Südperipherie einnimmt. Das Londoner Institut Open Europe legte in einer Studie detailliert die Exposition der EZB gegenüber den PI(I)GS-Staaten dar und kam auf ein fulminantes Volumen von insgesamt 444 Mrd. Euro! 139,7 Mrd. Euro betrug alleine die Kreditexposition gegenüber griechischen Banken und dem griechischen Staat:Das die EZB zum dominierenden Finanzier von Leistungsbilanzdefiziten und zum Finanzier des Kapitalbedarf maroder irischer Banken in Folge der geplatzten Immobilienblase mutiert ist, zeigt auch das so genannte Echtzeit-Bruttozahlungssystem Target2 an, mit dem die nationalen Notenbanken, sowie Kreditinstitute ihren Zahlungsverkehr abwickeln. Die hier auflaufenden Salden, u.a. Forderungen...

Gast: uburoi
15.06.2011 09:45
0

na die werden sich wundern.

wenn die heilige kohle verbrannt ist.
so ein pech! ;-)))

Gast: unbeteiligter
15.06.2011 09:26
0

Diese falschen Ratten werden uns .........

solange belügen und betrügen bis europa brennt, nur weil keiner zugeben will ,dass die Eu und der Euro gescheitert sind.

Ob das deutsche Bundesverfassungsgericht auch mit den Brüssler diktatoren im Boot sitzt wird man ja bald sehen.


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