Welt-Bankenverband IIF rät Athen zu Schuldenrückkauf

12.07.2011 | 17:14 |   (DiePresse.com)

Der international Verband IIF empfiehlt Athen selbst ein Rückkaufangebot für Staatsanleihen zu organisieren. Der private Bankensektor ist bereit, seinen Teil zur Entschuldung beizutragen.

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Griechenland hilft nach Ansicht des internationalen Bankenverbandes IIF nur noch ein Rückkauf von Teilen seines Milliarden-Staatsschuldenbergs. Der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte IIF drängte die Länder der Euro-Zone und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer schnellen Lösung des griechischen Schuldenproblems, um zu verhindern, dass die Finanzmärkte außer Kontrolle gerieten und andere europäische Länder von der Krise erfasst würden.

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Privatsektor würde Abschläge akzeptieren

Teil dieser Lösung müsse ein freiwilliges, von Griechenland selbst organisiertes Rückkaufangebot für die Staatsanleihen sein, um das Problem nicht nur vor sich herzuschieben, sondern die milliardenschweren Verbindlichkeiten tatsächlich zu reduzieren, heißt es in dem Reuters vorliegenden Konzeptpapier vom Montag. "Der private Bankensektor steht bereit, seinen Teil dazu beizutragen", heißt es in dem Papier. Griechenland könne dabei davon profitieren, dass die Papiere am Markt derzeit je nach Laufzeit mit Abschlägen von 10 bis 50 Prozent gehandelt würden.

Verhandlungen über eine private Gläubigerbeteiligung durch die Verlängerung von Laufzeiten der Bonds waren zuvor ins Stocken geraten. Die Ratingagentur S&P hatte angedeutet, dass sie ein solches Konstrukt als begrenzten Zahlungsausfall Griechenlands werten würde. Damit könnte die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatspapiere nicht mehr als Sicherheit akzeptieren - was die Probleme griechischer Banken verschärfen würde. Der Schuldenrückkauf würde nach Überzeugung des IIF dagegen kein solches Kreditereignis auslösen. Der Verband forderte die EZB auf, ihre Haltung zum Umgang mit griechischen Staatsanleihen klarzustellen.

 

(APA)

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