Wien/Reuters/Dpa/Apa. Nachdem Anfang der Woche die Sorgen über eine Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien für einen drastischen Anstieg der Risikoaufschläge bei italienischen und spanischen Staatsanleihen geführt hatten, kehrte am Mittwoch ein wenig Ruhe ein. Die Aufschläge italienischer Papiere blieben stabil, jene Spaniens gingen sogar zurück. Dennoch liegt die Rendite mit rund 5,5 Prozent im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen immer noch doppelt so hoch. Das bedeutet, dass diese beiden Länder bei der Refinanzierung auslaufender Anleihen höhere Zinsen zahlen müssen, um sie auf dem Markt unterzubringen.
Kritik gibt es unterdessen von der EU an Griechenland, dem schwersten Krisenfall. Der Mittelmeer-Staat müsse sein Reformprogramm drastisch verstärken, um zu gesunden Staatsfinanzen zurückkehren zu können, heißt es in einem EU-Bericht. Gleichzeitig wird ein „Schuldenschnitt“ für Griechenland immer wahrscheinlicher. Wie „Die Presse“ berichtete, wäre ein Aufkauf der Anleihen mit deutlichen Abschlägen für die Gläubiger durch den europäischen Rettungsfonds EFSF denkbar. Laut „FTD“ wird so ein Vorgehen auch vom internationalen Bankenverband befürwortet.
Skeptisch bleibt jedoch weiterhin die EZB, die Sorgen vor der Reaktion der Ratingagenturen hat. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny kritisiert indes erneut die Agenturen. Sie würden lediglich Meinungen vertreten und hätten die Schuldenkrise verschlimmert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2011)
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