Soros fordert in Brandbrief radikalere Lösungen

In einem offenen Brief an die Regierungschefs der Eurozone ruft der Investor zum Kampf gegen die Schuldenkrise auf. Er hat prominente Unterstützer.

Brandbrief Regierungschefs EuroZone
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Brandbrief Regierungschefs EuroZone
(c) AP (Manuel Balce Ceneta)

In einem offenen Brief an die Regierungschefs der Eurozone haben rund 100 Persönlichkeiten um Investor George Soros zu einem verstärkten Kampf gegen die Schuldenkrise aufgerufen. "Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus", zitierte das "Handelsblatt" am Mittwoch aus dem Schreiben.

Zu den Unterzeichnern zählten neben Soros unter anderem die ehemaligen deutschen Bundesminister Joschka Fischer (Grüne) und Hans Eichel (SPD), der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, der Ex-Außenbeauftragte der EU, Javier Solana, der frühere EU-Währungskommissar Pedro Solbes und die ehemaligen Ministerpräsidenten aus Italien und Belgien, Massimo D'Almea und Guy Verhofstadt.

Appell der "besorgten Europäer"

Als "besorgte Europäer" riefen die Unterzeichner die Regierungen der Eurozone dazu auf, ein drei Punkte umfassendes Abkommen zu schließen:

  • Sie forderten dabei die Einrichtung eines "gemeinsamen Finanzinstituts", das in Aufbau und Funktion einem europäischen Finanzministerium ähneln solle.
  • Zweitens sollten Finanzsystem und Einlagensicherung in der Eurozone stärker reguliert und überwacht werden.
  • Zudem forderten sie eine Strategie, die sowohl eine Angleichung als auch ein Wachstum der Wirtschaft im Euroraum zum Ziel hat.

Der Euro brauche "eine europäische Lösung", appellierten laut der Zeitung die Unterzeichner. Das Streben nach nationalen Lösungen führe hingegen "unweigerlich zum Zusammenbruch".

(Ag.)

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