Athen und Schweiz planen Schwarzgeld-Abkommen

19.10.2011 | 09:26 |   (DiePresse.com)

Griechen sollen 200 Milliarden Euro in der Schweiz gebunkert haben. Ein Steuerabkommen soll jetzt Milliarden in Athens leere Staatskassen spülen.

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"Die Schweiz hat sich bereit erklärt, Gespräche mit Griechenland über ein ähnliches Steuerabkommen wie mit Deutschland aufzunehmen", sagte Horst Reichenbach, Chef der EU-Griechenland-Taskforce, im Interview mit der FTD. Athen bestätigte die Gespräche mit der Schweiz.

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Bei gutem Verlauf könne es bereits am 1. Januar 2013 in Kraft treten, sagte Reichenbach, dessen Hauptaufgabe die Unterstützung der griechischen Verwaltung beim Eintreiben von Steuern ist.

Schätzungen zufolge haben Griechen bis zu 200 Milliarden Euro in der Schweiz gebunkert - zum großen Teil Schwarzgeld. Eine Steuerabkommen - wie es die Schweiz bereits mit Großbritannien und Deutschland abgeschlossen hat - könnte Milliarden zur Sanierung von Griechenland beitragen.

Steuerabkommen Deutschland - Schweiz
Am 10. August haben sich die Schweiz und Deutschland auf ein Abkommen geeinigt, das auf Kapitalerträgen deutscher Bankkunden eine Abgeltungssteuer von 26,375 Prozent vorsieht. Die Kunden müssen, je nachdem, wie lange die Konten bereits bestehen und welche Vermögensveränderungen es in den vergangenen Jahren gegeben hat, dem deutschen Fiskus zwischen 19 und 34 Prozent der bisher unversteuerten Gelder abliefern.

 

(Red./Ag.)

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6 Kommentare
Gast: MAMALEONE
19.10.2011 15:23
3

LÄCHERLICH

Die wirklich Reichen werden sich für die Vorlaufzeit bis zur Umsetzung bedanken.
Transaktionen werden in Minuten vollzogen!

Wo ist Geld noch sicher?

In der Schweiz sicher nicht mehr.

Re: Wo ist Geld noch sicher?

Dies ist natürlich eine falsche Aussage. Wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Welt ist "Geld" aufgrund ökonomischer und politischer, aber auch "gesellschaftstechnischer" und finanztechnischer Umstände/Rahmenbedingungen und Stabilität so gut aufgehoben wie in der CH. Dass es dem Schwarzgeld nun(berechtigterweise) an den Kragen geht, kann diesem Umstand mit Nichten etwas anhaben. Möglicherweise gar im Gegenteil...

Ergänzung

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass seitens der CH bereits seit sechs Jahren versucht wird in Sachen "Informatiionsaustausch bei Steuerbetrug" mit Griechenland in Verhandlungen einzutreten. Paradoxerweise hat sich Hellas bis anhin verweigert.

Auch in der heutigen Presse nachzulesen. Z. B.:

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/sie-wollen-die-griechen-milliarden-sofort-184745


Re: Ergänzung

Hellas ? etwas verallgemeinernt
hat man vielleicht etwas zu halbherzig und nur mit den Milliardenschweren Reedern verhandelt ?
die hätten sicher kein Interesse am Informationsastausch

Re: Re: Ergänzung

Guter Einwand, lieber s. Möglicherweise hatte die politische Elite vor ein paar Jahren kein grosses Interesse an Verhandlungen (aus eigennützigen Motiven). Dabei darf erwähnt bleiben, dass immer etwa die gleichen Leute/Familien an der Spitze der Staatsführung standen. Die Papadopulous' gehören dazu.

Grüsse an Sie.

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