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Banken: Geldbedarf deutlich gestiegen

20.10.2011 | 18:22 |   (Die Presse)

Die Bankenaufsicht rechnet für Europas Banken mit einem Finanzbedarf von 80 Mrd. Euro. Noch im Sommer kam dieselbe Behörde auf 2,5 Mrd. Euro. Stresstests leiden unter fehlender Glaubwürdigkeit.

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Wien/Höll. Europas Banken brauchen rund 80 Mrd. Euro. Zu dieser Einschätzung kommt die Europäische Bankenaufsicht (EBA) nach einem „Blitzstresstest“. Diese Angaben überraschen. Noch im Sommer hatte die in London ansässige EBA für Europas Banken einen Geldbedarf von 2,5 Mrd. Euro errechnet. Laut „Financial Times“ soll die Behörde nun nachgerechnet haben und dabei deutlich höhere Abschreibungen auf die Anleihen hoch verschuldeter Staaten, vor allem Griechenlands, angesetzt haben.

Die EBA kommentierte dies nicht. Am Wochenende werden sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union bei ihrem Gipfeltreffen mit der Lage in Griechenland und mit der Rekapitalisierung der Banken beschäftigen. Die EBA war nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gegründet worden. Ihr primäres Ziel ist es, einheitliche Stresstests zu organisieren. Jedes Jahr müssen sich rund 90 europäische Finanzkonzerne einer Belastungsprobe unterziehen. Simuliert wird dabei ein größerer Wirtschaftsabschwung. Doch die Stresstests leiden unter fehlender Glaubwürdigkeit. Im Sommer 2010 kam heraus, dass Europas Kreditinstitute 3,5Mrd. Euro brauchen. Durchgefallen waren nur kleinere Banken aus Spanien und Griechenland. Wenige Monate später standen mehrere Großbanken in Irland vor der Pleite.

Im Sommer 2011 nahm die EBA die Finanzkonzerne neuerlich unter die Lupe. Um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, wurden die Kriterien ein wenig verschärft. Doch die Kritik an der Aufsicht reißt nicht ab. Denn beim Test schnitt der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia besonders gut ab. Anfang Oktober stand Dexia vor dem Zusammenbruch, gleich drei Länder mussten zu Hilfe eilen. Dexia hält besonders viele griechische Staatsanleihen, doch beim Stresstest mussten die Banken nur geringfügige Abschreibungen auf Hellas-Bonds vornehmen.

Unklarheiten wegen Griechenland

Im September stellte der Internationale Währungsfonds (IWF) eigene Berechnungen an und bezifferte den Geldbedarf für Europas Kreditinstitute mit 200Mrd. Euro. Die unter Druck geratene europäische Finanzaufsicht fragte Mitte Oktober von den Banken neue Daten ab. Details, wie die EBA jetzt zu den 80 Mrd. Euro kommt, gibt es allerdings nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2011)

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9 Kommentare
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Selbst diese Annahme ist falsch!

Die Banken brauchen 200 Milliarden Euro! Zweimal Stresstest und dieses Ergebnis! Wer betrügt wen?

Sind die Banken so "clever"

oder ist die Bankenaufsicht so naiv und wirkungslos?

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Re: Sind die Banken so "clever"

die bankenaufsicht ist eher so korrupt und wertlos...

befreit den Markt

alle diese staatlichen Institutionen/Regulierungen gehören weg:
* Notenbank
* staatliche Banken
* Regulierungsbehörden
* Einlagensicherung
* Bankenrettung
* Kapitalvorschriften
* .....................
lasst den Markt einfach funktionieren. man glaubt es nicht, aber ohne staatliche Eingriffe funktioniert er wirklich! die Menschen können nämlich selbst ganz gut denken und mit ihrem Geld veranwortungsvoll handeln.

Antworten Gast: mariechen
21.10.2011 09:56
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Re: befreit den Markt

sehr richtig.
Zur Einlagensicherung: Diese koppelt das Risiko von der Haftung ab. D.h. Banken können gewinnen aber nicht verlieren, und gehen somit zu riskante Poritionen ein. Eine Gierspirale beginnt, denn es existiert kein Korrektiv mehr, nämlich die Angst vor Verlust mehr.
Das nennen die Amerikaner "moral hazard" (sittliche Gefährdung)

Zuerst intervenieren die Verwaltungen, bis alles kracht, und dann wars die freie Marktwirtschaft.
(Die gleichen Beamten gehen aber ums Eck in den Supermarkt und erfreuen sich an der reichhaltigen Warenwelt, die der Markt zur Verfügung stellt. Dann geht er wieder ins Büro und interveniert wieder. Vielleicht is er neidig auf den Unternehmer ?)

80 Mrd ist ein Klacks

Plötzlich brauchen die Banken gerade mal lächerliche 80 Milliarden Euro, um die geforderten 9% Eigenkapitalquote zu erreichen. Dies geht aus dem Not-Stresstest hervor, wie Insider der Financial Times berichteten. Zuvor hatte Goldman Sachs ermittelt, dass die Banken 1 Billion Euro brauchen, Morgan Stanley war auf 400 Milliarden gekommen...

Gast: tigerzahn
20.10.2011 23:06
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wir können also wählen zwischen 80 mrd., 2,5 mrd., 3,5 mrd. und 200 mrd.

aber wozu eigentlich.
sieht doch ein blinder, daß das alles nur hausnummern sind.

was haben die banken eigentlich mit den vielen billionen euro gemacht, die sie mit den staatsschulden und staatsanleihen verdient haben?
alles verschludert?

was ist mit den kreditausfallsversicherungen?
haben die vor, die versprochene leistung zu erbringen oder ist das auch nur so ein staatlich organisiertes betrugsinstrument?

Gast: Pandora
20.10.2011 20:45
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Straßenräuber der Neuzeit

Es wird Zeit die Banken zu zerschlagen,sonst erschlagen uns die Banken mit politischer Unterstützung.
Österreich brauch eine neue politische Kultur die den Volke dient.Wir die Bürger und Wähler haben die Macht diesen politischen Abfall zu entsorgen.

Gast: dicco
20.10.2011 20:45
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"Stresstests leiden unter fehlender Glaubwürdigkeit"

- kein Wunder- dürfen sich dabei Banken nicht selbst beurteilen? :-)

Hobbyökonom