Italien: Zinskosten für Staatsanleihen explodieren

Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen ist erstmals seit der Euro-Einführung über die kritische Marke von sieben Prozent gestiegen.

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Lage italienischen Anleihenmarkt wird
(c) Reuters (Michael Buholzer)

Die Ankündigung, dass der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sein Amt in Kürze zurücklegen werde, konnte die Finanzmärkte nur kurz beruhigen. Die erhoffte Entspannung blieb aus. Im Gegenteil: Die Lage am italienischen Anleihemarkt wird immer dramatischer.

Mittwochmittag stieg die Rendite für richtungsweisende Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren erstmals seit der Euro-Einführung über die Marke von sieben Prozent. In der Spitze rentierten zehnjährige Papiere mit 7,47 Prozent. Am Vorabend lag die Rendite noch bei 6,75 Prozent. Mit anderen Worten: Italien muss für neue Schulden über sieben Prozent Zinsen zahlen.

"Dramatische Phase"

Die Situation löste Panik in Rom aus. "Italien erlebt eine dramatische Phase, wir stürzten in den Abgrund", warnte Industriellenchefin Emma Marcegaglia. "Trotz wichtiger Beschlüsse der Regierung und des Premiers erlebt Italien eine wirklich besorgniserregende Situation", so die Präsidentin des Unternehmerverbands Confindustria. Die Aktienkurse an der Mailänder Börse stürzten um 3,6 Prozent ab.

Niveau wie bei Griechen-Rettung

Allein seit Wochenbeginn ist die Rendite für zehnjährige italienische Papiere um rund einen Prozentpunkt gestiegen. Die Renditeschwelle von sieben Prozent gilt an den Finanzmärkten als kritisch. Bei diesen Renditeniveaus mussten die Euro-Länder Griechenland, Irland und Portugal gerettet werden. Ein Automatismus leitet sich daraus aber nicht ab.

(Ag.)

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