EU-Emissionsabgabe: Luftfahrtbranche schlägt Alarm

12.03.2012 | 07:40 |   (DiePresse.com)

Im Kampf gegen Umweltabgaben warnen sechs europäische Fluggesellschaften und Airbus vor einem Handelskrieg. Sie orten eine "untragbare" Bedrohung für ihr Geschäft.

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Europas Luftfahrtunternehmen warnen nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" vor einen Handelskrieg. Die seit Jahresbeginn gültige einseitige Einbeziehung der Luftfahrtgesellschaften in den Emissionshandel (ETS) bei Flügen in und ab der EU habe "bereits zu ersten konkreten Strafmaßnahmen" von Ländern geführt, die sich gegen das ETS aussprechen, heißt es in einem gemeinsamen Brief der Vorstandsvorsitzenden von Airbus, Lufthansa, Air Berlin und MTU an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Brief liegt der "Welt" vor.

In einer gemeinsamen Aktion haben zudem Unternehmen aus Frankreich, Spanien und Großbritannien ihre jeweiligen Regierungschefs aufgefordert, sich bei der EU-Kommission und den Anti-ETS-Regierungen dafür einzusetzen, dass der Streit um den Emissionshandel nicht auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen wird. Das Problem "der durch die internationale Luftfahrt verursachten Emissionen" können nur auf globaler Ebene angemessen gelöst werden, heißt es in dem Brief. Die internationale Zivilluftorganisation ICAO wolle bis Ende 2012 dazu einen Vorschlag vorlegen.

Airbus: 1000 Stellen gefährdet

Am stärksten betroffen von Gegenmaßnahmen sei derzeit der europäische Flugzeughersteller Airbus. Allein die chinesische Regierung habe Bestellungen von Airbus-Flugzeugen im Wert von zwölf Milliarden Dollar (9,10 Mrd. Euro) auf Eis gelegt, heiße es in dem Brief. Dies gefährde mindestens 1000 Stellen an den europäischen Airbus-Standorten und mindestens ebenso viele bei den Zulieferern.

Aber auch Europas Airlines müssten sich auf höhere Kosten oder Umsatzverluste einstellen. So habe Indien bereits angekündigt, dass Verkehrsrechte nicht verlängert werden. Russland habe zusätzliche Überfluggebühren angekündigt. Ein großer Teil der Flugrouten aus Europa heraus in Richtung Japan, China und Indien verlaufen über russischem Gebiet. "Wir bitten Sie deshalb, auf EU-Ratsebene - und vor allem auch bei den Staaten, die besagte Sanktionen ergreifen - nachdrücklich um Konsultationen zu ersuchen", heiße es in dem Brief an die Bundeskanzlerin und andere europäische Regierungschefs. Ziel müsse es sein, eine ausgewogene Lösung zu finden und einen größeren Handelskonflikt zu vermeiden.

(APA/Ag.)

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10 Kommentare
Gast: Bonn
12.03.2012 15:49
0

Smogalarm

Wer noch nie den Smog erlebt hat, sollte lieber schweigen. China sollte lieber nachdenken. Zu den olympischen Spielen mußten wegen der starken Luftverschmutzung die Produktion eingestellt werden.

Gast: EUJEbeobachter
12.03.2012 14:16
0

Nicht einmal der Handel ist freier geworden, mit dieser EU

Wir sind wieder einmal GEWALTIG betrogen worden. Am laecherlichsten, im Nachhinein, war der Widerstand der ewiggestrigen Sozialisten, die damals noch glaubten, ein Anschluss an die Sovietunion ginge rascher. Nun haben wir die Bescherung. Gegen den alten Bolschewissmus ist diese Gender-Homo-Oeko Ideologie noch weitaus schlimmer. Und mittlerweile gerade deshalb von den ROTEN sehr geliebt.

Wieso tut sich ein Land freiwillig derartigen Schwachsinn an?

Dieser Streit wäre eine gute Gelegenheit, die Notbremse zu ziehen, und das Kyoto-Abkommen in die große Rundablage zu befördern.

Antworten Gast: freimännchen
12.03.2012 17:11
0

Re: Wieso tut sich ein Land freiwillig derartigen Schwachsinn an?

..und warum?

Re: Re: Wieso tut sich ein Land freiwillig derartigen Schwachsinn an?

... weil es Schwachsinn ist

Gast: Gartenzwerg
12.03.2012 13:09
0

Steuer

Wie wäre es denn nun mal endlich mit einer Steuer auf Kerosin und sonstigen Spritt in der Fligerei. Die da immer fliegen können sich das sicher leisten. Wäre auch ein Anreiz Spritt zu sparen
Wäre einfacher, eventuell ist aber die Emissionsabgabe sinnvoller,
Überschau ich nicht.

Gast: mmmmh
12.03.2012 12:57
0

hihihi

grosskonzerne, die miteinander bereits im handelskrieg sind, warnen vor einem krieg um zertifikate.... ich find das lustig!
die leut werden auch so ohne zertifikate rausgeschmissen! meine hoffnung ist, dass sich der mobilitätsmarkt so bald als möglich rohstoff-korrekt konsolidiert!

Gast: living in China
12.03.2012 11:01
9

die sind echt lustig - die Europäer ...

wie schafft man sich am besten selbst ab ?
- man hat einen sog. Sozialstaat, ein idiotisches Gebilde das all die NixTuer und Faulsäcke fürs Nix-Tun bezahlt.
- dann erstickt man in einer unfähigen Bürokratie und unendlichen Schulden.
- man lässt die Schulen und Universitäten kaputt gehen und nimmt der Jugend jede Chance für eine Zukunft.
- die Rest-Industrie, die noch irgendwie funktioniert, wird mit immer neuen Steuern und Regulierungen kaputt gemacht.
- und dann freuen sich alle dass es Gewerkschaften gibt, die den Rest auch noch kaputt machen.

Gast: ohne CO2 gibt es kein Leben
12.03.2012 10:49
8

sofortiger Stopp der Zahlungen an die CO2 Mafia

Österreich kann sich so 1 Mrd sparen wenn wir diesen Unsinn nicht mehr weiterfinanzieren.
EL Gore ist ja eh schon CO2 Milliardär

aber ich denke unser Umweltminister schenkt lieber das Geld her.
Ist ja so Mode geworden.
wenn die Schulden dann richtig explodieren machen wir wieder ein Sparpaket

Gast: Zusätzlich.
12.03.2012 09:17
0

Zusätzlich

Zusätzlich zu den 1000 Stellen bei Airbus sind durch die Verordnung weitere Zehntausende Stellen im Gsundheitsbereich und Umweltschutz gefährdet. Diese würden entfallen wenn die Leute dadurch gesünder wären und die Umwelt weniger belastet.

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