Hewlett-Packard setzt 27.000 Mitarbeiter vor die Tür

24.05.2012 | 12:30 |   (DiePresse.com)

Der weltgrößte Computerhersteller HP verkauft immer weniger Computer und Drucker. Im letzten Quartal schrumpfte der Gewinn um 31 Prozent.

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Angesichts eines schrumpfenden Geschäfts baut der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard massiv Personal ab. Voraussichtlich rund 27.000 Beschäftigte müssen das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verlassen, teilte der Konzern am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto mit. Das sind etwa acht Prozent aller Mitarbeiter. Durch die harten Einschnitte will HP 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar (2,4 bis 2,8 Mrd Euro) im Jahr sparen. "Ein Stellenabbau ist niemals leicht", sagte Konzernchefin Meg Whitman. "Aber in diesem Fall ist er absolut notwendig." HP verkauft immer weniger Computer und Drucker. Der kalifornische Konzern droht sogar, die PC-Marktführerschaft an den chinesischen Rivalen Lenovo zu verlieren, der zuletzt merklich zulegen konnte.

In Medienberichten aus der vergangenen Woche war bereits von Plänen für massive Entlassungen die Rede. Der Stellenabbau variiere je nach Land, erklärte das Unternehmen. Ein Teil der Mitarbeiter soll in Frühruhestand gehen. HP beschäftigt in Österreich rund 850 Mitarbeiter. Wie viele hier gehen müssen, ist unklar. "Es wird noch Wochen dauern, bis länderspezifische Informationen vorhanden sind", sagte eine Sprecherin am Donnerstag zur APA. HP sei in Österreich aber "sehr schlank und effizient aufgestellt".

Einbruch der PC-Verkäufe tut weh

HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Die frühere Ebay-Lenkerin Whitman hat den Job bei HP im September angetreten und räumt seitdem auf.

Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück und der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach. Im vorangegangenen Weihnachtsquartal war der Rückgang allerdings noch drastischer ausgefallen.

Es dauere, HP wieder in die Spur zu bringen, so Whitman. "Aber wir machen Fortschritte." Alleine die Kosten für den Stellenabbau veranschlagt das Unternehmen mit 3,5 Milliarden Dollar.

Aktienkurse reagieren positiv

Bei den Börsianern kamen die Sparpläne gut an. Zudem lief das Geschäft besser als befürchtet. Die Aktie stieg nachbörslich um 10 Prozent auf 23 Dollar. Für viele Anleger dürfte aber selbst dieser Sprung nur ein schwacher Trost sein: Vor einem Jahr kostete das HP-Papier noch 36 Dollar.

Selbst die einstige Geldmaschine von HP stottert: die Drucker. Der Umsatz der Sparte ging um satte 10 Prozent zurück. Whitman hatte im März angekündigt, die Drucker- mit der PC-Sparte zusammenzulegen. Das soll Verbesserungen bei Produktion, Einkauf, Kundendienst und Marketing bringen und sparen helfen.

Es ist eine radikale Abkehr von den Plänen von Whitmans Vorgänger, dem aus Deutschland stammenden Léo Apotheker. Der hatte das PC-Geschäft abspalten und sich auf IT-Dienstleistungen und Software konzentrieren wollen. Damit eckte er bei seinen Managerkollegen und bei den Anteilseignern an. Er musste schließlich gehen.

(APA)

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9 Kommentare

noch einmal, liebe Redaktion

Hinter dem Drucker befindet sich ein Punkt zuviel.

Re: noch einmal, liebe Redaktion

Danke für den Hinweis, wurde ausgebessert!

Gast: RA
24.05.2012 15:10
1

HP-Tintenpatronen

Am deutlichsten sieht man es bei den völlig überteuerten HP-Tintenpatronen.
Die totale Kundenverar.che.

Die kosten mehr als neuer Drucker und trotzdem sind gerade mal ein paar ml drin.

Wucher total.

Notebooks von HP:

Schlechte Ware, mieserabler Kundenservice! Never ever again!!!

HP Support

Weit über 15 Jahre habe ich HP Produkte gekauft. Anfangs nur die Drucker, dann auch PC's!
Ein Drucker hatte nun ein Problem, dass ich nicht selbst beheben konnte und rief den "Support" an.
Frage: Ist der Drucker aus der Garantie?
Ja ist er!
Dann ist der Support kostenpflichtig, bitte nennen sie mit ihre Kreditkartendaten!
Wie viel kostet ein Support nun?
35.00 €!
Danke!
Ich habe mir einen neuen Drucker gekauft, nicht mehr von HP.
Und der neue LP Ist auch nicht mehr von HP!

Gast: Halbwissen
24.05.2012 09:28
0

Da die Entlassungen schon vorige Woche bekannt wurden

hat die Börse NUR auf die besser als erwarteten Zahlen reagiert.

Was für eine Freude!

Vor zwei Wochen kaufte ich einen Neuen HP Drucker. Der hatte einen Kratzer und das Netzteil war ebenso defekt, da der Drucker sich immer wieder rebootet.

Als ich unterwegs HP angerufen habe, bekam ich keine Hilfe, da ich ja nicht vor dem Drucker mich befand. Auf die Frage, ob leicht der Techniker durch Handauflegen den Kratzer beheben könne sowie über das Telefon das Netzteil reparieren konnte, bekam ich immer wieder die gleiche Antwort: Der Techniker muss hier noch einige Tests durchführen.

Ich sagte der netten Dame, dass auch Sony sich lange Zeit glaubte spielen zu können und sagte ihr, dass sie hoffentlich auch bald die Konsequnzen zu spühren bekommt!

Jetzt ist es hoffentlich soweit! Im übrigen: Als ich am nächsten Tag vor dem Drucker mich befand sagte der Techniker:Achso, ja bei Ihnen müssen wir keine Tests mehr durchführen!!!

Re: Was für eine Freude!

Das geschilderte Problem ist schlicht und einfach heute bei fast allen großen Firmen zu beobachten.
Es wird ein "fist-level-support" eingerichtet....irgendwo in einem kostengünstigen Land mit noch kostengünstigeren Mitarbeitern, die ohne Fachwissen ihre "How To" Lister runterbeten.

Genau diese Struktur wird sich aber weiter halten, die sind sowieso nicht von diese Kündigungswelle betroffen, denke ich mal.

Eher die mittlere Ebene und Vertrieb wird daran glauben müssen...als all jene, die vermutlich eventuell ein kleines Häuschen gekauft haben, guter Mittelstand eben und gedacht haben, dass das Leben eh nicht so schlecht ist...

Re: Was für eine Freude!

Ich habe einen Laptop von HP, der, obwohl nagelneu, so stark überhitzt dass sich das Gehäuse verformt.

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