Credit-Suisse hat grünes Licht für Milliarden-Spritze

Die Aktionäre der Credit Suisse haben sich geschlossen hinter die zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung der Schweizer Großbank in nur eineinhalb Jahren gestellt.

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AFP (FABRICE COFFRINI)

99,35 Prozent der Credit Suisse-Eigner sprachen sich am Donnerstag auf einer außerordentlichen Generalversammlung für die Stärkung der Bilanz aus. Mit dem Erlös von rund vier Milliarden Franken will das Zürcher Institut das Vermögensverwaltungsgeschäft ausbauen und sich gegen unvorhergesehene Marktschwankungen absichern. "Wir erwarten, dass die Kapitalerhöhung die Widerstandsfähigkeit unserer Bilanz stärken wird", erklärte Konzernchef Tidjane Thiam.

Mit der Kapitalspritze klettert die Kernkapitalquote der Schweizer Nummer zwei auf 13,4 Prozent von derzeit 11,7 Prozent. Damit nähert sich das Geldhaus den Werten der Rivalen UBS und Deutsche Bank an. Die Bilanzstärke ist für Kunden wie superreiche Privatpersonen oder auch Hedgefonds ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, über welches Institut sie ihre Geschäfte abwickeln. Die Frankfurter, die am Donnerstag die Hauptversammlung abhalten, hatten Anfang April ihre vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren unter Dach und Fach gebracht und dabei acht Milliarden Euro eingesammelt. Zuvor hatte bereits die italienische UniCredit den Kapitalmarkt angezapft.

Nun nutzt auch die Credit Suisse die seit vergangenem Herbst gestiegene Risikobereitschaft der Anlegern. Die Transaktion soll vom 23. Mai bis zum 7. Juni über die Bühne gehen. Bestehende Aktionäre können neue Aktien zu einem Preis von 10,80 Franken pro Titel kaufen. Dank einem deutlichen Abschlag zum gegenwärtigen Aktienkurs von 13,84 Franken war ein Konsortium von 26 Banken bereit, die Kapitalerhöhung zu übernehmen. Credit Suisse verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren Verluste von 5,65 Milliarden Franken. Damit soll nun Schluss sein. "Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren markante Betriebsgewinne erzielen werden", erklärte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Zu der Frage, ob der Konzern an der jährlichen Dividendenausschüttung von 0,7 Franken je Aktie festhalten werde, wollte er sich aber nicht in die Karten blicken lassen. "Es gibt keine Dividendengarantie in die Zukunft."

(Reuters)

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