Heute vor 150 Jahren: Gebt uns Schulen!

Verschließen kann man der Jugend die Musentempel nicht. Also was soll geschehen?

Neue Freie Presse am 28. April 1867

Statistischen Nachweisungen zufolge kommt gegenwärtig in Wien ein Gymnasium auf mehr als 93.000 Einwohner. In Summe besitzt die Reichshaupt- und Residenzstadt vier Ober-Gymnasien. Fachmänner haben deshalb beim Ministerium und bei der Statthalterei bittere Klage geführt und wegen der Ueberfüllung der Ober-Gymnasien die Erfolglosigkeit alles Unterrichts in denselben in Aussicht gestellt. Das Schotten-Gymnasium, so führen sie an, bleibt bei der Zahl von 360 Schülern stehen, indem es mit vollem Rechte nicht mehr Schüler aufnimmt, als es übersehen und gehörig unterrichten zu können sich zutraut; das Theresianum wird neben seinen 162 Zöglingen nie mehr als höchstens 120 auswärtige Schüler aufnehmen. Die Jugend will aber unterrichtet sein und soll und muß unterrichtet werden, das ist die erste und heiligste Pflicht des Staates und der Gemeinde. Die ganze Masse strömt daher zu dem Akademischen und zu dem Josephstädter Gymnasium, und die Zahl der Schüler an diesen beiden Gymnasien ist eine erdrückende, denn sie übersteigt die enorme Ziffer von 800 in jedem dieser beiden.

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