Chinas Stahldurst rettet die Hochöfen der Welt

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Der weltweite Stahlverbrauch wird heuer niedriger sein als vor einem Jahr. Doch der Rückgang wird duch die staatlich angeheizte Nachfrage aus China geringer ausfallen als befürchtet.

Der weltweite Stahlverbrauch wird wegen der staatlich angeheizten Nachfrage in China in diesem Jahr geringer zurückgehen als bisher angenommen. Der Weltstahlverband erklärte, dass der Verbrauch um 8,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Tonnen sinken werde. Im April hatte die von der Wirtschaftskrise stark gebeutelte Schwerindustrie mit Branchengrößen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp noch mit einem Minus von gut 14 Prozent gerechnet. 2010 stehen die Zeichen auf Wachstum. Dann solle der Verbrauch um rund neun Prozent auf 1,2 Milliarden Tonnen klettern, hieß es jetzt.

Die Prognosen im Überblick:

Region200820092010EU (27)181,28122,26137,43Resteuropa25,3220,8123,82Ex-Sovietunion48,9533,8536,64NAFTA128,9682,7796,93Zentral/Südamerika44,2833,4636,69Afrika26,1726,2929,28Mittlerer Osten43,0638,8342,95Asien/Ozeanien709,01745,47801,87World1.207,011.103,741.205,59Schwerste Krise seit Jahrzehnten

"Die weltweite Erholung ist stärker als wir im April erwartet hatten", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Weltstahlverbandes, Daniel Novegil. Schätzungen zufolge werde in China der Verbrauch in diesem Jahr um 19 Prozent zulegen und 2010 um fünf Prozent. Die Volksrepublik ist der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt. In einem Monat wird dort von dem Werkstoff deutlich mehr hergestellt als in Deutschland in einem ganzen Jahr. Die Führung in Peking hatte auf die Wirtschaftskrise mit einem staatlichen Konjunkturpaket reagiert. Von Infrastrukturprojekten profitiert insbesondere die Stahlindustrie.

Die Zahlen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche in der schwersten Krise seit Jahrzehnten steckt. Würde China aus der Statistik für 2009 herausgerechnet, betrüge das Minus des Verbrauchs in diesem Jahr 24,4 Prozent. Analysten sind zudem skeptisch, wie nachhaltig der Höhenflug in China ist. Den Konkurrenten im Ausland sind die Produktionszahlen ohnehin ein Dorn im Auge. Sie fordern, dass die Volksrepublik ihre Kapazitäten zurückfährt und unrentable Hütten schließt.

(Ag./Red)

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