diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Steve Jobs: Mit Fruchtsaft gegen den Krebs

21.10.2011 | 18:39 |  (Die Presse)

Biografie: Apple-Gründer Steve Jobs versuchte monatelang, seine Krebserkrankung mit alternativen Methoden zu bekämpfen. Gegen das Handy-Betriebssystem Android von Google hegte er einen geradezu heiligen Zorn.

Wien/Ag. So gut wie bei Apple sonst üblich hat die Geheimhaltung diesmal nicht funktioniert. Ein iPhone oder ein iPad entlockte den Massen stets ein überraschtes „Oh“, diesmal kennt man die wichtigsten Passagen der mit Spannung erwarteten autorisierten Biografie über Steve Jobs bereits, die am Montag in die US-Buchhandlungen kommt (auf Deutsch erscheint sie am 31. Oktober). Die „New York Times“ und die Nachrichtenagentur AP erstanden Kopien und berichteten am Freitag ausführlich über das, was Walter Isaacson über das Leben Jobs' zu erzählen hat.

Oder vor allem über dessen Tod. Der Apple-Gründer habe nämlich monatelang mit Fruchtsäften, Pflanzenpräparaten und Akupunktur gegen seine Krebserkrankung angekämpft. Erst neun Monate nach der Diagnose im Oktober 2003 habe er sich für eine Operation entschieden, heißt es in „Steve Jobs: A Biography“. Nach seinem Entschluss für eine medizinische Behandlung habe sich Jobs jedoch intensiv mit Therapiemöglichkeiten beschäftigt und über jeden einzelnen Schritt selbst entschieden.

Als sich Jobs schließlich zur die OP entschlossen habe, seien die Tumorzellen bereits im Gewebe rund um die Bauspeicheldrüse gewesen. Nach den Worten Isaacsons spielte Jobs den Ernst der Lage herunter und sprach von Heilung, obwohl er weiter behandelt wurde. Jobs habe es sehr bereut, sich erst später für eine Operation entschieden zu haben.

Der Manager nahm sich wegen seiner angegriffenen Gesundheit wiederholt Auszeiten als Apple-Chef. Im August 2004 erklärte er, dass er sich wegen eines Bauchspeicheldrüsentumors habe operieren lassen. Es sei aber eine sehr seltene, behandelbare Form, und er sei wieder gesund. Im Jahr 2009 wurde jedoch eine Lebertransplantation notwendig. Jobs starb am 5. Oktober an den Folgen seiner Krebserkrankung.

 

Wollte Körper nicht öffnen lassen

Jobs' Abneigung gegen eine Operation erklärte seine Frau Laurene Powell damit, dass ihr Mann nicht dafür bereit gewesen sei, „seinen Körper öffnen zu lassen“: „Es ist schwierig, jemanden dazu zu drängen, das zu tun.“ Auch Freunde und Familie hätten dem Manager zu Operation und Chemotherapie geraten.

Nach seiner Entscheidung für eine klassische Behandlung habe sich der als detailversessen geltende Jobs mit Leidenschaft und Neugier in die Materie eingearbeitet, schreibt die Zeitung. Er probierte auch neue Behandlungsmethoden aus, um den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu besiegen. So ließ er die DNS des Tumors entschlüsseln, damit die Ärzte die Medikamente genau auf das Geschwür zuschneiden konnten. 100.000 Dollar soll allein die Sequenzierung des Erbguts gekostet haben, die nach Angaben von Isaacson bisher erst 20 Menschen weltweit hätten vornehmen lassen.

Jobs glaubte an die Erfolgsaussichten dieser Therapie: Er werde entweder einer der Ersten sein, die so dem Krebs entkämen, oder einer der Letzten, der daran sterbe, sagte er seinem Biografen.

Vor seinem Tod setzte der Apple-Chef auch alles daran, das Smartphone-Betriebssystem Android von Google zu „vernichten“, weil es von Apple abgekupfert sei. „Wenn es sein muss, werde ich meinen letzten Atemzug und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar bei der Bank dafür verwenden, um dieses Unrecht zu korrigieren“, zitiert Isaacson Jobs.

 

Wütend auf Google

Der Apple-Gründer sei bei dem Gespräch über Android „wütender geworden, als ich ihn je gesehen habe“. Seine Aussagen seien voller Schimpfwörter gewesen.

Für das Buch hat Isaacson in einem Zeitraum von zwei Jahren mehr als 40 Interviews mit Jobs geführt. Auch Freunde, Familienmitglieder und Ärzte hätten offen über die Krankheit des Apple-Gründers gesprochen, berichtete die „New York Times“.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com