Anschober fordert Abschiebungsstopp von Lehrlingen

Dem grünen Landesrat schwebt eine Regelung vor, die es Flüchtlingen ermöglicht, ihre Ausbildung abzuschließen und danach zwei Jahre eine Anschlussbeschäftigung auszuüben. Er baut auf Unterstützung von der Wirtschaftskammer.

NEUBEGINNVERANSTALTUNG DIE GRUeNEN 'ZUKUNFT GESTALTEN': ANSCHOBER
NEUBEGINNVERANSTALTUNG DIE GRUeNEN 'ZUKUNFT GESTALTEN': ANSCHOBER
Der oberösterreichische grüne Landesrat Rudi Anschober – APA/HANNES DRAXLER

Der oberösterreichische grüne Landesrat Rudi Anschober fordert von der Bundesregierung Maßnahmen gegen die Abschiebung von Lehrlingen. Er erklärte am Freitag, dass den Firmen dadurch auch Investitionen verloren gingen und die Asylwerber zum Zeitpunkt ihrer Abschiebung meist bereits gut integriert seien.

Flüchtlinge können derzeit in beschränktem Maße in Mangelberufen eine Lehre absolvieren. Insgesamt 832 derartige Genehmigungen gibt es laut Anschober. Diese schützen sie aber nicht davor, abgeschoben zu werden, betonte der 57-Jährige. Ihm schwebe deshalb eine Maßnahme vor, die ähnlich der 2-plus-3-Regelung in Deutschland ist. Dabei soll es Asylwerbern möglich gemacht werden, ihre Ausbildung abzuschließen. Danach sollen sie eine zweijährige Anschlussbeschäftigung ausüben können. Ein Alternativvorschlag wäre ein Lehrlingsvisum. Das forderte die Präsidentin der oberösterreichischen Wirtschaftskammer Doris Hummer.

Anschober wird keine Ruhe geben

Unterstützung ortet der grüne Landesrat für Integration bei der Wirtschaftskammer. Der bisherige Präsident Christoph Leitl hat dazu am Donnerstag in einer Fremdenrechtsnovelle eine Stellungnahme abgegeben. Darin wies er auf den Fachkräftemangel in Österreich hin und forderte eine aufenthaltsrechtliche Lösung für junge Asywerber in einer Lehrausbildung. Anschober selbst will jedenfalls "so lange keine Ruhe geben", bis die Regierung entsprechende Maßnahmen gesetzt hat.

Zuspruch kommt auch im Zuge der Kampagne "Ausbilden statt Abschieben". Eine dazugehörige Online-Petition zählt bereits mehr als 51.000 Unterschriften. Politiker wie Reinhold Mitterlehener und Ferry Maier (ÖVP) und Künstler wie  Hubert von Goisern, Josef Hader und Willi Resetaritz haben sich dazu bereits positiv geäußert.

 

(APA)

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