Der Brexit als Modetrend

Das Berliner Label Souvenir Official macht politische Kritik tragbar. Die Flagge der Europäischen Union liegt aber nicht zum ersten Mal im Trend.

Ein Stern fehlt
Ein Stern fehlt
Ein Stern fehlt – Imago

"Verstecken Sie sich nicht unter Ihrem Hoodie - EUnify aus Protest mit uns!", leitet das Berliner Label Souvenir Official seine Kollektion ein, die den ikonischen Sternenreigen der EU-Flagge neu, in einer gekürzten Version interpretiert. "Der Sternenkreis an der Front ist unterbrochen und repräsentiert das aktuelle Klima der Unsicherheit in Europa", heißt es.

Als Reaktion auf die Brexit-Abstimmung der Briten im Sommer 2016 wurden die Protest-Pullover in Kooperation mit der Kunstgalerie König entwickelt. Mittlerweile hat sich das Label von der Partnerschaft gelöst und vertreibt eine erweiterte Linie in 46 Ländern. Die Produkte seien ein "Selbstläufer", sagte David Mallon, Inhaber von Souvenir Official, dem Onlinemagazin "Jetzt" der Süddeutschen Zeitung.

"EUnifiy" gibt es im klassischen Flaggen-Azurblau, aber auch in Schwarz und Rot, der fehlende Stern befindet sich als Symbol der Hoffnung manchmal auf der Rückseite der Produkte in der Nähe eines Abdrucks der offiziellen EU-Hotline. Dem modischen Protest angeschlossen haben sich mittlerweile etwa der Designer Virgil Abloh, das Topmodel Adwoa Aboah, der Fotograf Juergen Teller oder die deutsch-britische Politikerin Katarina Barley.

In der Mode hatte die Flagge der Europäischen Union zuletzt 2017 ihren großen Moment. Bei der London Fashion Week im Jänner legte das britische Label Agi & Sam den symbolischen Kreis auf einen Schal und eine Jacke. Auch das Label Vetements rückte die Sterne ins Zentrum. Wenig später entstand das Label Eurotic. Es wurde von der Fotografin Lea Colombo und dem Model Valter Törsleff ins Leben gerufen und vertreibt seitdem via Lo-Fi-Website Hoodies, T-Shirts und Sweatshirts in EU-Optik - mit zwölf Sternen.

Statement: Die Ästhetik des Protests

 

 

(sh.)

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